Special Olympics

01.02.2019

Im Schnee auf Medaillenjagd

Die SG-Handicap-Sportler und ihre Betreuer (von links): Inge Kühn, Franziska Stolch, Karlheinz Neumeier, Bettina Groß, Martin Buck, Werner Wiedemann, Gerhard Enzelberger, Daniel Weinert, Markus Protte, Janna Neumeier, Bernd Hauptmann, Martin Leiminger und Renate Gumpp.
Bild: SG Handicap

Zehn Athleten vom Integrativen Sportverein SG Handicap Nördlingen finden in Reit im Winkl perfekte Bedingungen vor. Sie starten im Schneeschuhlauf, Langlauf und den alpinen Skiwettbewerben

Mit den bayerischen Special Olympics Winterspielen startete das Sportjahr 2019 für zehn Athletinnen und Athleten vom Integrativen Sportverein SG-Handicap Nördlingen erfolgreich. Während es die vergangenen Jahre bei den Special Olympics Wintersportveranstaltungen mit Schnee eher mau aussah, war dieses Mal bis wenige Tage vor Start der Spiele im Landkreis Traunstein aufgrund der Schneemassen noch der Katastrophenfall ausgerufen. Als es dann allerdings aufhörte zu schneien, waren perfekte Bedingungen für vier großartige Tage geschaffen: Schnee zur Genüge, unermüdlich präpariert von den vielen fleißigen, meist ehrenamtlichen Helfern vor Ort und dazu noch strahlender Sonnenschein und blauer Himmel. Vor dieser Kulisse wurden vor rund 1000 Besuchern, darunter 415 Sportler, 150 Trainer und Betreuer, sowie 200 ehrenamtliche Helfer, die Winterspiele eröffnet.

In Reit im Winkl zeigte man sich begeistert, wieder die Spiele für Menschen mit geistiger mehrfacher Behinderung ausrichten zu dürfen. „Special Olympics Bayern ist ein gern gesehener Gast bei uns im Ort und wir freuen uns immer, wenn wir Gastgeber für die Athleten sein dürfen“, so der 1. Bürgermeister Josef Heigenhauser. Auch der ehemalige Biathlon-Weltmeister Andreas Birnbacher, selbst aus dem Chiemgau stammend und ein Gesicht der Winterspiele 2019, fand lobende Worte: „Ich freue mich riesig, dass die Winterspiele von Special Olympics Bayern bei mir vor der Haustür stattfinden. Der Sport, den wir hier sehen werden, ist emotional, ehrlich und bietet das, was im professionellen Sport manchmal leider etwas zu kurz kommt.“ Und diese pure Begeisterung am Sport war wie immer in allen sechs Wettbewerbssportarten an den Austragungsstätten in Reit im Winkl und Ruhpolding zu spüren.

Die zehn Sportler vom Nördlinger Verein SG Handicap gingen im Schneeschuhlauf, im Langlauf und im Ski alpin an den Start und konnten insgesamt fünf Goldmedaillen, zweimal Silber und viermal Bronze gewinnen; zusätzlich erreichten sie noch etliche gute Platzierungen.

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Erstmals bei einer großen Special Olympics-Veranstaltung dabei war die 15-jährige Janna Neumeier. Sie startete im Ski alpin, wurde aber im Klassifizierungslauf leider disqualifiziert und konnte im Finale nicht mehr antreten.

Auch im Schneeschuhlauf waren mit Martin Buck aus Heroldingen und Bernd Hauptmann aus Nördlingen zwei Wintersportneulinge dabei. Bernd Hauptmann sicherte sich im 25-Meter-Lauf Bronze und wurde über die 50 Meter Vierter. Martin Buck vergoldete sich seinen ersten Wettbewerbseinsatz auf Schnee gleich doppelt: Im 25- und im 50-Meter-Lauf wurde er jeweils Erster. Daniel Weinert aus dem fränkischen Hofstetten gewann im 100-Meter-Lauf ebenfalls Gold und wurde zudem Vierter über die 200 Meter. Bei den Damen erreichte die Möttingerin Franziska Stolch zweimal den vierten Platz, nämlich im 100- und 200-Meter-Lauf. Bettina Groß aus Nördlingen wurde über die 100 und die 200 Meter jeweils Fünfte. Die 4x100-Meter-Staffel mit Stolch, Buck, Groß und Weinert sicherte sich gemeinsam die Bronzemedaille.

In den Loipen waren die Skilangläufer erfolgreich. Markus Protte und Werner Wiedemann, beide aus Nördlingen, gewannen in ihren 1000-Meter-Läufen jeweils die Goldmedaille. Protte wurde zudem Sechster über die 500 Meter, Wiedemann Zweiter über dieselbe Distanz. Martin Leiminger, ebenfalls aus Nördlingen, sicherte sich Bronze in seinem 500-Meter-Lauf und wurde über die 1000 Meter Sechster.

Der Oettinger Gerhard Enzelberger trat nach großartiger Klassifizierung in den stärksten Läufen über 1000 Meter und 2500 Meter an und belegte jeweils den sechsten Rang. Gemeinsam gingen die vier Langläufer auch als Staffel an den Start und gewannen in der Besetzung Leiminger, Wiedemann, Protte und Enzelberger über die 4x100 Meter Bronze.

Mit tollen Erfolgen für alle teilnehmenden Sportlerinnen und Sportler, die nach dem Eid von Special Olympics „mutig ihr Bestes“ gaben, ging in der vorletzten Januarwoche die Wintersportwoche, die die größte Wintersportveranstaltung von Special Olympics Bayern bisher war, zu Ende, und die Fahne wurde feierlich an die Stadt Regensburg übergeben. Hier werden in zwei Jahren die nächsten Sommerspiele von Special Olympics Bayern stattfinden.

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