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Basketball

18.02.2021

Nördlinger Angels gelingt überzeugender Befreiungsschlag

Obenauf: Respect Leaphart war am Mittwochabend nicht zu stoppen und erzielte starke 33 Punkte für die Angels.
Foto: Jochen Aumann

Plus Erster Nördlinger Sieg nach langer Negativserie fällt gegen Hannover deutlich aus. Eine Angels-Akteurin überragt.

Das nennt man wohl einen Befreiungsschlag. Nach vielen Wochen voller Rückschläge, Verletzungen, Erkrankungen und negativer sportlicher Erlebnisse gelang den XCYDE Angels in der Basketball-Bundesliga der Frauen am Mittwochabend gegen den TK Hannover ein überzeugender 87:65-Sieg (22:14, 31:15, 18:22, 16:14), der erste in diesem Kalenderjahr. Eine alles überragende Respect Leaphart stach aus einer hervorragend eingestellten Nördlinger Mannschaft hervor. Mit Karriere-Bestleistung von 33 Punkten verdiente sie sich das Prädikat „unstoppable“ (zu deutsch: unaufhaltbar) an diesem Abend. Respekt, Respect.

Sichtlich überrascht von der aggressiven Gangart der Nördlinger Verteidigung ließen sich die Turnschwestern aus Hannover zu Beginn der Partie überrumpeln und lagen schneller, als sie reagieren konnten, mit 2:12 in Rückstand. Die Angels münzten Ballgewinne und Rebounds sehr konzentriert in Punkte um und arbeiteten einen in der Defensive erkämpften Ballbesitz nach dem anderen mit hoher Intensität ab. All dies nicht zuletzt eine Konsequenz aus der Tatsache, dass man im Vorfeld endlich wieder „Fünf gegen Fünf“ trainieren konnte. Die Niedersachsen konnten den Rückstand nur aufgrund vieler Freiwürfe im erträglichen Bereich halten. Dennoch war die 22:14-Führung der Angels nach zehn Minuten mehr als verdient.

Phasenweise Basketball vom Feinsten

Und die Hausherrinnen ließen nicht locker, gaben den Gästen keinen Millimeter Raum, um ihre Set-Offense über ihre Centerinnen aufzuziehen. Phasenweise zeigte die Imreh-Truppe Basketball vom Feinsten, ließ den Ball laufen – und traf. Das hatte die Hermann-Keßler-Halle lange nicht gesehen, nur schade, dass keine Zuschauer drin waren. Kaum hatten die Angels den Ball erobert, sprinteten sie nach vorne, als gäbe es kein morgen. Respect Leaphart nahm ihren Gegenspielerinnen mehrere Meter im Sprint über das Feld ab und erzielte so schon in der ersten Halbzeit 20 Punkte. Sie hatte großen Anteil an der ohne Übertreibung sensationell zu nennenden Halbzeitführung von 53:29.

Kann man eine 24-Punkte-Halbzeitführung noch verspielen? Man kann. Aber nicht an diesem Abend. Der Siegeswille der XCYDE-Truppe war zu groß. Die einzige Hannoveraner Spielerin, die sich gegen die drohende Niederlage stemmte, war eine ehemalige Nördlingerin. Die Weißrussin Aliaksandra Tarasava warf aus allen Lagen, wie fast immer, wenn es gegen ihren Ex-Verein geht, und hielt so ihre Truppe einigermaßen im Spiel. Doch es waren gerade einmal vier Pünktchen, die die Gäste im dritten Viertel von ihrem Rückstand abknabbern konnten. Mit 71:51 ging es in den letzten Abschnitt, und auch wenn den Angels aufgrund ihrer kräfteraubenden Spielweise ein wenig die Energie ausging, so schaukelten sie den klaren Sieg inklusive direktem Vergleich über die Zeit. Ein Sonderlob verdiente sich neben Leaphart noch Laken James. In 32 Minuten Spielzeit leistete sie sich keinen einzigen Ballverlust, klaute aber Hannover vier Bälle, erzielte selber zehn Punkte, schnappte sich sechs Rebounds und verteilte noch drei Assists. Mit ihr kehrt wieder mehr Spielfreude in die Offensiv-Maschinerie der Angels zurück – ein Faktor, den man zuletzt schmerzlich vermisst hatte.

Es geht wieder Richtung Play-Off-Plätze

Mit dem fünften Saisonsieg orientiert sich der Nördlinger Erstligist wieder in Richtung Play-Off-Plätze. Angesichts etlicher Nachholspiele kann die Imreh-Truppe noch einiges an Boden gutmachen gegenüber den Tabellennachbarn, die zum Teil schon deutlich mehr Spiele absolviert haben, als die Angels.

XCYDE Angels Selma Yesilova, Mona Berlitz, Magaly Meynadier (4), Levke Brodersen (10), Laken James (10), Anneke Schlüter (11), Respect Leaphart (33), Victoria Waldner (11), Amenze Obanor (3), Julia Köppl (2), Laura Geiselsöder (3), Steffi Sachnovski.

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