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"Ich liebe mein Kind, aber…"

08.05.2015

„Als Frau ist man isoliert“

Mutter eines erwachsenen Kindes, 57, Angestellte aus dem Großraum Augsburg.

Ich würde nicht noch einmal Kinder bekommen, weil es Nachteile im Beruf hat und man als Frau dann isoliert ist. Ich hatte früher auf dem Land gewohnt und kam nicht weg. Für meine Kinder stellte ich alles hinten an. Der Vater arbeitete weiter, ich machte Abstriche. Dass ich beruflich nicht weitergemacht habe, bedauere ich sehr. Vor etwa zehn Jahren habe ich mich von meinem Mann getrennt.

Dann ging der Kampf um das Kind los. Er hetzte es gegen mich auf, mein Kind bleib beim Vater. Ich wurde krank und konnte nur halbtags arbeiten. Dadurch hatte ich finanzielle Probleme. Das war vorher nicht so. Ohne Kind wäre es auch nicht so gewesen. Zwei Jahre lang hatte ich mein Kind nicht gesehen, jetzt ist es aber wieder gut. Es begreift, dass ich nicht alle Fehler allein gemacht habe und dass der Vater es auch anlügt. Ab und zu kommen aber schon noch Vorwürfe.

Über diesen Gedanken habe ich noch mit niemandem gesprochen. Ich wusste nicht, wie das ankommt. Ich kenne keine einzige Frau, bei der das ähnlich ist. Das ist ja ein Tabuthema. Meinem Kind habe ich es auch nicht gesagt, es fühlt sich ohnehin nicht richtig geliebt. Der Vater hatte sie beeinflusst und gesagt: Mutter hatte dich nicht gewollt. Aber das stimmt nicht.  

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