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Lebenselexir Kloster

13.03.2013

Als Mönch lebt man(n) länger

Das Kloster als Lebenselixir: Nach einer Studie erwartet Mönche, wie die Benediktiner-Mönche in Augsburg (Bild), ein längeres Leben als weltliche Deutsche.
Bild: Fred Schöllhorn, AZ

Eine Studie fand heraus, dass Mönche und Nonnen länger leben als weltliche Menschen. Ein Wissenschaftler nennt die Gründe.

Frauen leben länger als Männer. Das ist ein Gemeinplatz. Über die Ursachen ist man sich bisher nicht sicher. Es gibt ein wahres “Geflecht von unterschiedlichsten Faktoren”, sagt Dr. Marc Luy. Um es aufzudröseln und herauszufinden, inwieweit die Biologie verantwortlich ist, begab er sich auf die Suche nach Menschen, die sich möglichst nur durch ihr Geschlecht unterscheiden. Schließlich fand er Männer und Frauen, die sich in Bezug auf ihren Lebensstil, ihre soziale Umgebung und körperliche und geistige Tätigkeiten möglichst ähnlich sind – in bayerischen Klöstern.

Klosterstudie: Lebenserwartung von Nonnen und Mönchen gleicht sich an

Mittlerweile ist die “Klosterstudie” am Institut für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien angesiedelt, wo Luy die Lebenserwartung und die Gesundheit von deutschen und österreichischen Ordensleuten erforscht. Das Ergebnis: Nonnen leben nur ein Jahr länger als die Ordensbrüder – im weltlichen Deutschland liegt der Unterschied in der Lebenserwartung mit etwa fünf Jahren deutlich darüber.

Mönche leben laut Marc Luy, der in den Archiven von Mönchs- und Nonnenklöstern die Lebensdaten von knapp 12.000 Ordensleuten erfasste, vier bis fünf Jahre länger als die Männer außerhalb von Klostermauern.

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Mönchsleben: Stressfrei und geregelt

Luy vermutet, dass Stress bei der Erklärung der Langlebigkeit der Klosterbrüder eine wichtige Rolle spielt. Alle Mönche, mit denen er über seine Forschungsergebnisse sprechen konnte, vermuten den fest geregelten Tagesablauf als Hauptursache für ihre hohe Lebenserwartung. „Dies trifft auf alle Ordensmänner zu, egal ob Abt oder Pförtner”, erklärt der Demographie-Experte Luy. Daneben gaben viele als zweiten möglichen Grund an, dass ihr Leben nicht von Brüchen wie Verrentung durchzogen ist. Für Luy bedeutet diese Kontinität reduzierte Stressbelastung.

Ob die immer beliebteren ein- bis mehrwöchigen Ausflüchte aus dem stressigen Alltag in klösterliche Entspannung die Lebenserwartung verlängern können, ist allerdings fraglich. Auch hat die Klosterstudie bisher noch nicht untersucht, ob Mönche, die früher ins Kloster eingetreten sind, auch länger leben.

Marc Luy: geistige Fitness wirkt sich positiv auf Lebenserwartung aus

Forscher Marc Luy glaubt zudem, dass es sich durchaus positiv auf die Lebenserwartung auswirke, dass die Mönche durch ständiges Rezitieren und Lesen geistig fit blieben. Doch auch der Lebensstil abseits von “ora et labora”, wie zum Beispiel Rauchverhalten und Alkoholkonsum, spielt eine Rolle. Hypothesen, der klösterliche Bierkonsum könnte ein Mönchsleben ausdehnen helfen, hält Luy für “nicht ernst zu nehmen”.

Ob dann vielleicht doch die Nähe zu Gott eine Rolle spielen könnte? Marc Luy sagt, dass nicht einmal die Mönche dies glaubten. “Sie leben lange, obwohl das gar nicht ihre Motivation ist. Ein Mönch sagte mir einmal, dass sie eigentlich danach streben, Gott ganz nah zu sein, und am nächsten ist man Gott schließlich erst im Leben nach dem Tod.”

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