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BKA-Bericht

21.08.2015

Auf welche Autos Autodiebe scharf sind - und wie Sie sich schützen

Polnische und deutsche Polizisten überprüfen ein Auto in Biegen nahe Frankfurt (Oder).
Bild: Patrick Pleul, dpa (Archiv)

Sie fahren einen Audi in Berlin oder einen Porsche in NRW? Dann sollten Sie auf Ihr Auto aufpassen. Aktuelle Zahlen zum Autoklau in Deutschland - und wie Sie sich wehren können.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat sein "Bundeslagebild Kfz-Kriminalität" für das Jahr 2014 veröffentlicht. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie viele Autos werden in Deutschland gestohlen?

Im Vergleich zu 2014 ist die Zahl der Autodiebstähle im vergangenen Jahr leicht gesunken. Aktuelle Zahlen des Bundeskriminalamtes (BKA) zeigen, dass 18.549 Autos als gestohlen gemeldet wurden, 2013 waren es 19.395. Insgesamt zeigen die Zahlen aber einen seit Jahren andauernden Rückgang von gestohlenen Fahrzeugen: 2001 etwa wurden doppelt so viele Wagen gestohlen wie heute. 1995 wurden noch mehr als 100.000 Autos jährlich entwendet.

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Auf welche Autos haben es die Diebe abgesehen?

Besonders deutsche Autos sind bei den Dieben beliebt, innerhalb der verschiedenen Marken wiederum hochwertige und teure Fahrzeuge. Audi markiert dabei den Spitzenreiter. Den zweiten Platz teilen sich Autos von BMW und Porsche, gefolgt von VW. Mercedes liegt deutlich dahinter. Ford und Opel sind mit großem Abstand die bei Dieben am wenigsten geschätzten deutschen Marken.

Wo werden werden besonders viele Autos gestohlen?

Die Metropolregionen Berlin (4162 angezeigte Autodiebstähle) und Nordrhein-Westfalen (4027) sind die deutschen Hochburgen des Autoklaus. Auch in Ostdeutschland werden pro Einwohner besonders viele Autos geklaut. "Grund hierfür sind die vor allem im Osten Europas gelegenen Absatzmärkte für gestohlene Kfz", sagte BKA-Präsident Holger Münch. Die wenigsten Fahrzeuge wurden in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gestohlen.

Woher kommen die Autodiebe?

Polen und Litauen haben für Autodiebe eine zentrale Bedeutung als Transit- und Zielstaaten. Aus diesen Ländern stammen laut BKA auch besonders viele Straftäter im Bereich der internationalen Kfz-Kriminalität. Das BKA hat in Deutschland 2014 insgesamt 18.017 Tatverdächtige Autodiebe registriert, etwa zwei Drittel (11.616) besitzen die deutsche Staatsangehörigeit.

Wie können sich Autobesitzer vor Autodiebstahl schützen?

Professionelle Autodiebe lassen sich oft auch durch ausgetüftelte Sicherungssysteme nicht aufhalten. Fahrzeugbesitzer sollten aber versuchen, Kriminellen das Leben möglichst schwerzumachen. "Das Ziel ist, dass ein Autodieb denkt 'Nein, das ist mir zu viel Aufwand' und weiterzieht", sagt Andreas Mayer von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Zumindest Gelegenheitsdiebe werden so effektiv abgeschreckt. Und auch Profis suchen sich womöglich ein anderes Ziel.

Die Vorsichtsmaßnahmen fangen schon beim Standort des Wagens an. Eine Garage ist dabei am wirkungsvollsten. Alternativ sollte das Auto wenigstens nicht in dunklen Seitengassen stehen, so Andreas Mayer: "Stellen Sie das Auto auf eine gut beleuchtete und belebte Straße." Kriminelle spionieren ihre Ziele außerdem oft vorher aus. Autobesitzer sollten daher beim Abstellen ihres Fahrzeugs auf verdächtige Personen achten, die das Auto beobachten oder sogar fotografieren, und im Zweifelsfall die Polizei einschalten.

Wer besonders beliebte Oberklasse-Modelle bestimmter Hersteller wie VW, Audi, BMW und Mercedes fährt, sollte zusätzliche eine Parkkralle, eine Lenkradsperre oder eine Alarmanlage installieren. Eine gut erkennbare Sicherung wirkt dabei auf zwei Wegen: Erstens verhindert sie konkrete Diebstahlversuche, zweitens schreckt sie viele Kriminelle von vornherein ab. AZ/goro/dpa

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