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02.01.2014

Aus Protest: US-Model-Initiative präsentiert mollige Barbie

So sieht die mollige Version der Barbie im Vergleich zum Original aus.
Bild: worth 1000

Eine US-Model-Initiative hat ein molliges Modell des seit 50 Jahren schlanken Püppchens vorgestellt. Die Aktivistinnen möchten damit ein Zeichen des Protests setzen.

Während Millionen Frauen in den Industrienationen dieser Tage trüben Gedanken nachhängen, weil sie überlegen, wie sie abnehmen sollen, legt das künstlichste Schlankheitsidol der Welt ordentlich zu. Natürlich macht eine wie Barbie das nicht freiwillig. Aktivistinnen einer US-Modellinitiative haben das inzwischen auch schon 50-jährige Kultpüppchen zum Zunehmen gezwungen.

Barbie mit Weihnachtsspeck und einem Bodymass-Index von deutlich jenseits der 30: Das ist im Zeitalter von Sylvie Meis (ehemals van der Vaart) und Kolleginnen ungewöhnlich. Dabei sieht Blondchen im Grunde aus wie immer. Das wasserstoffperoxid-gebleichte Haar fällt sauber frisiert nach vorne wie bei Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers. Aufgerüscht ist Barbie in einem rosa Kleidchen und Stöckelschuhen. So will sie eine Alternative zum superschlanken klassischen Model sein, das schon so manche Mädchen auf dem Weg in die Magersucht begleitet haben soll.

Initiative protestiert gegen Magerwahn

Die  Initiative "Plus Size Modeling" steckt hinter der XXL-Barbie. Sie fragt mit dem Bild gerade ihre Facebook-Fans, ob sie die dicke Version des Lieblingsspielzeugs von ungezählten Mädchen zwischen fünf und 15 für eine gute Idee halten. Damit könne gegen den grassierenden Magerwahn protestiert und aufgeklärt werden, argumentieren die Initiator(inn)en.

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Umstritten ist Barbie bereits seit Jahren. Immer wieder reiben sich Mediziner und Feministinnen in trauter Eintracht an Barbies vermeintlicher Traumfigur und fordern normale Maße. Davon inspiriert machte sich ein amerikanischer Grafiker vor einigen Monaten den Spaß, durchschnittliche Frauenmaße auf die Puppe zu übertragen, um zu zeigen, wie eine Barbie ohne künstliche Taille aussehen würde.

Barbie als Belastung für Kinder

Auch die Hamburger Genderforscherin Stevie Schmiedel kritisierte die Puppe in der Welt: „Barbie ist besonders, weil sie schön ist, ein großes Haus hat und viele Kleider.“ Das Bild der schlanken, blonden Frau werde als Erfolgserlebnis verkauft. Der Barbie-Wahn sei eine Belastung für die Kinder. Mädchen definierten sich immer früher über ihr Äußeres. Schmiedel zufolge wirkt sich das Barbie-Klischee auch auf die Berufswahl aus. Viele Mädchen träumten davon, Topmodel oder Schauspielerin zu werden. In der Realität würden sie dann Friseurin oder Verkäuferin. „Die Mädchen werden entmutigt und nicht ermutigt, auch technische oder naturwissenschaftliche Berufe zu ergreifen“, sagte die Expertin.

Ob dazu das mollige Modell taugt, darf auch bezweifelt werden. Jede Menge Anhänger hat es trotzdem schon. Denn die Nutzer können für sie auf der Facebookseite ein „Like“, also ein Find-ich-gut-Zeichen, vergeben, wenn sie für die XXL-Puppe sind. Oder auch einen Kommentar schreiben, wenn sie dagegen stimmen. Das Ergebnis: Über 40 000 Menschen mögen die Barbie im Cindy-von-Marzahn-Edellook.

Unwahrscheinlich ist, dass Hersteller Mattel deswegen auch auf Molli-Kurs geht und eine Rubens-Barbie auf den Markt bringt.

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