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Buschbrände

01.02.2020

Australische Universität pflegt gerettete Koalas in "Fünf-Sterne-Hotel"

Koala Ian hat einen Buschbrand mit leichten Verletzungen überlebt. Er leidet an Atemwegsproblemen und soll in dem "Fünf-Sterne-Hotel" für Koalas aufgepäppelt werden.
Bild: Subel Bhandari, dpa

Bei den Buschbränden in Australien sind viele Koalas verletzt worden. Die Australische Nationaluniversität pflegt die Tiere nun in einem speziellen "Koala-Hotel".

Den verheerenden Buschbränden der vergangenen Wochen sind sie mit knapper Not entronnen. Jetzt haben 20 Koalas in einem Gebäude der Australischen Nationaluniversität in der Hauptstadt Canberra ein Zuhause gefunden. Die Wissenschaftler dort sprechen von einem "Fünf-Sterne-Koala-Hotel". Denn die possierlichen Beuteltiere werden bestens versorgt: Sie bekommen ihre Lieblingsspeise Eukalyptus in rauen Mengen, Wasser und warme Decken, auf denen sie schlafen.

Australisches "Koala-Hotel" pflegt verstörte und verletzte Tiere

Dort lebt jetzt Ash, ein zwei bis drei Jahre altes Weibchen. Ihr Fell ist angebrannt, ihr rechtes Auge verletzt. Neben ihr wohnt Ian, der nach dem tödlich verunglückten Piloten eines Löschflugzeuges benannt wurde. "Er ist verstört, seit wir ihn gefunden haben", sagt die Deutsche Anna Bertuleit, die dort als freiwillige Pflegerin arbeitet.

Das Koala-Weibchen Callyx und ihr Junges William, die ein Buschfeuer mit leichten Verletzungen überlebt haben, wohnen in dem so genannnten "Fünf-Sterne-Hotel" für gerettete Koalas.
Bild: Subel Bhandari, dpa

Acht der Koalas stammen aus dem Tidbinbilla Naturschutzgebiet nahe Canberra und zwölf aus dem rund 100 Kilometer entfernten Two Thumbs Wildlife Sanctuary und Umgebung, einem bekannten Koala-Lebensraum.

Australische Universität pflegt gerettete Koalas in "Fünf-Sterne-Hotel"

James Fitzgerald, Eigentümer von Two Thumbs, berichtet, dass er schon einmal Tiere aus dem Reservat gerettet und zurückgebracht habe, als die Gefahr vorbei schien. Doch die Flammen kehrten wieder und töteten tausende Tiere. Unter ihnen war auch das Koala-Weibchen Greta, benannt nach der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg. "Es war eine der wenigen wachsenden Koala-Populationen, das ist einfach fürchterlich", sagt die Ökologin Karen Marsh.

Buschbrände haben Koala-Populationen dezimiert

Bei den Buschbränden im Osten und Süden Australiens wurden seit September mehr als 120.000 Quadratkilometer Land zerstört, etwa ein Drittel der Fläche Deutschlands. Koalas seien besonders heftig betroffen und müssten womöglich in Teilen des Landes als "gefährdet" eingestuft werden, sagte Umweltministerin Sussan Ley. Wie lange die 20 Koalas in ihrem "Hotel" in Canberra bleiben, ist noch ungewiss - aber mindestens, bis sie geheilt sind. (dpa)

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