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19.12.2008

Chronologie des Watergate-Skandals

18.6.1972 Die Washington Post berichtet über einen Einbruch in die Zentrale des Democratic National Committee im Watergate-Hotel. Die fünf Einbrecher sind: Bernard Barker, Virgilio Gonzalez, Eugenio Martinez James W. McCord, Frank Sturgis. Sie wurden am 17. Juni um 2.30 Uhr nachts dabei ertappt, als sie Abhörgeräte installierten.

19.6.1972 Washington Post berichtet: Ein Mitglied der Nixon-Wahlkampforganisation CRP (Committee for Reelection of the President) ist unter den Einbrechern. Der frühere Justizminister John Mitchell, jetzt Chef von CRP leugnet jede Verbindung zu dem Einbruch.


1.8.1972 Ein 25.000 Dollar Scheck aus dem Fonds des CRP ist auf dem Bankkonto des Einbrechers Barker deponiert worden, berichtet die Washington Post.

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30. 8.1972 Nixon behauptet, dass sein Rechtsberater John Dean eine Untersuchung durchgeführt und festgestellt hat, dass niemand aus dem Weißen Haus in die Sache involviert ist.

15.9.1972 Anklageerhebung gegen die fünf Einbrecher, außerdem gegen Howard Hunt und Gordon Liddy, die zwar beim Einbruch entkommen konnten, sich dann aber stellen.

10.10.1972 FBI Agenten vermuten laut Washington Post, dass die Einbrüche Bestandteil einer Spionage- und Sabotage-Kampagne im Rahmen der Wiederwahl-Bemühungen von Nixon sind. Die Einbrecher bezeichneten sich intern als die "Klempner", weil ihre ursprüngliche Aufgabe im Stopfen von Informationslöchern im Regierungsapparat bestehen sollte.

11.11.1972 Nixon wird mit über 60 Prozent der Stimmen wieder gewählt.

7.2.1973 Der Senat beschließt einstimmig, einen Untersuchungsausschuss einzusetzen.

19.3.1973 James W. McCord, einer der Einbrecher, schreibt einen Brief an Richter John Sirica und behauptet, dass die Angeklagten nur unter Zwang ihre Schuld bekannt und einen Meineid geschworen haben. Es seien auch andere in den Einbruch verwickelt gewesen. Präsidentenberater John Dean und John Mitchell sollen sie zur Falschaussage gedrängt haben. Durch diesen Brief erreicht der Skandal eine neue Dimension.

17.4.1973 Nixon verspricht Aufklärung und erklärt, er habe von der Watergate-Affäre nichts gewusst.

30.4.1973 Nixon verkündet die Entlassung von Dean und die Rücktritte von Stabschef Bob Haldeman und seinem innenpolitischen Chefberater John Ehrlichman. Vize-Verteidigungsminister Richard Kleindienst tritt ebenfalls zurück und wird durch Elliot Richardson ersetzt.

8.5.1973 Die Washington Post erhält den Pulitzer-Preis (Woodwart, Bernstein).

18.5.1973 Der Watergate-Untersuchungsausschuss beginnt seine national im TV übertragenen Anhörungen. Archibald Cox wird Chefermittler für Watergate.

3.6.1973 Die Washington Post berichtet, John Dean habe den Watergate-Ermittlern erzählt, er habe die Vertuschung des Watergate-Einbruchs mindestens 35 Mal mit Präsident Nixon diskutiert.

25.6.1973 Dean wiederholt seine Aussage vor dem Untersuchungsausschuss und berichtet detailliert über die politischen Spionage-Aktivitäten des Weißen Hauses in den Jahren zuvor.

7. 7.1973 Nixon erklärt, er werde nicht vor dem Untersuchungsausschuss aussagen und auch keine Dokumente zur Verfügung stellen.

13.7. 1973 Alexander P. Butterfield, ehemaliger Assistent von Stabschef Bob Haldemann, berichtet dem Untersuchungsausschuss, dass es im Weißen Haus ein Tonbandaufzeichnungssystem gibt. Seit 1971 wurden alle Gespräche und Telefonanrufe in Nixons Büro aufgezeichnet. Ein juristischer Streit um die Herausgabe der Bänder beginnt.

18.7.1973 Nixon lässt das Aufzeichnungssystem abschalten. Er weigert sich die gewünschten Bänder herauszugeben. Prozesse folgen.

15.8.1973 Nixon versucht in einer Fernsehansprache, den Skandal zu bagatellisieren und verweist auf "wichtigere" Themen für die Nation.

19.10.1973 Nachdem er mehrere Prozesse um die Herausgabe der Bänder verloren

hat, schlägt Nixon einen Kompromiss vor: Der demokratische Senator John Stennis soll die Aufzeichnungen hören dürfen und eine Zusammenfassung für Chefermittler Cox anfertigen.

20.10.1973 Als Cox den Stennis-Kompromiss ablehnt, kommt es zum sog. "Saturday Night Massacre": Nixon befiehlt Justizminister Elliot Richardson, Cox zu entlassen. Richardson weigert sich und tritt zurück. Nixon befiehlt daraufhin dessen Stellvertreter, William Ruckelshaus, Cox zu entlassen. Auch Ruckelshaus weigert sich und wird gefeuert. Schließlich führt der nachgerückte Robert Bork den Befehl aus.

23.10.1973 Nixon gibt unter enormem öffentlichem Druck einige Bänder heraus.

1.11.1973 Leon Jaworski wird neuer Watergate-Chefermittler.

17.11.1973 Nixon verteidigt sich, drängt die Nation die Watergate-Affäre abzuschließen und sagt den berühmten Satz: "I´m not a crook".

21.11.1973 Eine Lücke von 18einhalb Minuten wird auf einem Band entdeckt, das ein Gespräch zwischen Haldeman und Nixon am 20. Juni 1972 enthält. Nixons Sekretärin sagt, sie habe die Stelle versehentlich gelöscht. Zum Jahreswechsel erste Rufe nach Rücktritt Nixons.

6.2.1974 Das Repräsentantenhaus beauftragt den Justizausschuss, zu ermitteln, ob Gründe für ein Amtsenthebungsverfahren vorliegen.

16.4.1974 Chefermittler Jaworski fordert die Herausgabe von 64 weiteren Bändern.

30.4.1974 Nixon weigert sich, die Bänder herauszugeben, aber liefert bearbeitete Transkripte an den Justizausschuss. Die Öffentlichkeit ist schockiert, über den Ton im weißen Haus. "Expletive deleted" wird zur allgemeinen Floskel.

24.7.1974 Der Supreme Court bestätigt im Gerichtsverfahren "United States vs. Nixon" die Herausgabe der Bänder.

27.7.1974 Der Justizausschuss sieht mit 27 zu 11 Stimmen die Grundlage für ein Impeachment-Verfahren gegeben.

5.8.1974 Nixon gibt Transkripte von drei Gesprächen mit Haldeman sechs Tage nach dem Watergate-Einbruch frei. Die Bänder vom 23. Juni werden als "Smoking-Gun-Tapes" bekannt. Sie belegen, dass er von der Verwicklung von Regierungsangestellten und seinen Wahlkämpfern in den Einbruch wusste und die Vertuschung der Affäre anordnete, indem er das FBI anwies, die Ermittlungen in dieser Sache einzustellen.

5.8.1975 Die 11 Republikaner im Justizausschuss ändern ihr Votum.

8.8.1974 In einer Fernsehansprache erklärt Nixon seinen Rücktritt.

9.8.1974 Gerald Ford wird als neuer Präsident vereidigt.

8.9.1974 Gerald Ford begnadigt Nixon und bewahrt ihn so vor einer strafrechtlichen Verfolgung.

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