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Thomas Gottschalk

05.06.2016

Comeback bei RTL: So wird die neue Show von Gottschalk heute

Thomas Gottschalk moderiert die Verleihung der Goldenen Kamera.
Bild: Christian Charisius (dpa)

Comeback bei RTL: Mit einer großen Abendshow will Thomas Gottschalk an frühere Glanzzeiten anknüpfen. Was nach "Wetten, dass...?" schief ging und wie das Comeback abläuft.

Er ist zwar schon im Rentenalter, kann es aber einfach nicht lassen: Mit einer neuen Sendung besinnt sich Thomas Gottschalk auf seine unbestrittenen Fähigkeiten als Showmaster.

Nachdem der notorisch gut gelaunte Sunnyboy mit dem Lockenkopf in den vergangenen Jahren auch die Schattenseiten der Unterhaltungsbranche kennengelernt hat und arg gebeutelt wurde, will er sich jetzt wieder von seiner Schokoladenseite zeigen und an frühere Glanzzeiten anknüpfen.

In der dreistündigen Show „Mensch Gottschalk – Das bewegt Deutschland“ präsentiert der ewige Tommy des deutschen Fernsehens am Sonntag zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr bei RTL einen Mix aus Show, Talk und Magazin, in dem es um aktuelle Themen geht.

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Sollte die Sendung beim Publikum ankommen und gute Einschaltquoten einfahren, sind dem Vernehmen nach vier Ausgaben pro Jahr geplant. Das Risiko für Gottschalk und RTL ist jedoch hoch, denn die Premiere von „Mensch Gottschalk“ tritt am Sonntag gegen den Quotenrenner „Tatort“ im Ersten und eine darauffolgende neue Ausgabe des TV-Talks „Anne Will“ an.

Gottschalk empfängt in der ersten Show Samuel Koch

Zu den Gästen der ersten Ausgabe zählt der querschnittsgelähmte Autor und Schauspieler Samuel Koch – eben jener junge Mann, mit dessen tragischem Unfall in der ZDF-Show „Wetten, das..?“ im Dezember 2010 die Ära Thomas Gottschalks als großer Showmaster erst mal zu Ende ging.

Gottschalk beschloss damals spontan, bei „Wetten, dass..?“ auszusteigen, und ein Jahr später war es auch so weit: Tommy moderierte sein letztes „Wetten, dass..?“, die Show, mit der er so symbiotisch verschmolzen schien wie einst Rudi Carrell mit dem Straßenfeger „Am laufenden Band“.

Als blond gelockter Sunnyboy mit kecken Sprüchen hatte sich Gottschalk im Fernsehen einen Namen gemacht, ehe er 1987 das sechs Jahre zuvor gestartete Showformat „Wetten, dass..?“ von Frank Elstner übernahm. Der zwängte seine Gäste noch hinter kleine Gatter in dunkelbrauner Schrankwandoptik – die Wettcouch kam erst später.

Ein Mix aus Show, Talk und Magazin - so ist die neue Show "Mensch Gottschalk" angelegt.
Bild: Jörg Carstensen, dpa

Seitdem hat Gottschalk mit einer kleinen Unterbrechung (nach der Wende präsentierte Wolfgang Lippert neun Ausgaben) die Show moderiert und der TV-Nation etliche kollektive Erinnerungen beschert: Tommys Tauchbad in einem Senfbottich, der Skandal um den Betrug bei der Buntstiftwette und sein Streit mit Götz George.

Oder das durchsichtige Kleid von Popsternchen Sarah Connor und internationale Gäste wie Michael Jackson, Bill Gates oder Tom Hanks. Das chronische Überziehen der Sendezeit wurde zur Geduldsprobe für alle Zuschauer, die auf das „Aktuelle Sportstudio“ warteten, und die blonde Wettfee Michelle Hunziker brachte 2009 neuen Charme in die Show.

Nach Gottschalk lief es nicht mehr bei Wetten, dass...?

Über kleine oder große Skandale und Missgeschicke hat Thomas Gottschalk, seines Zeichens staatlich geprüfter Grund- und Hauptschullehrer, in all den Jahren souverän hinwegmoderiert. Bis zu jenem 4. Dezember 2010. Damals stürzte der Student Samuel Koch beim Versuch, mit sogenannten Powerjumpern über ein auf ihn zufahrendes Auto zu springen, und verletzte sich schwer.

Der heute 28-Jährige ist seitdem querschnittsgelähmt. Gottschalk brach die Livesendung ab und verkündete in der darauffolgenden Ausgabe der Show seinen Abschied von „Wetten, dass..?“. Am 3. Dezember 2011, fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Unglück, moderierte er das traditionsreiche Spektakel nach 24 Jahren zum 151. und letzten Mal.

Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger gestaltete sich schwierig. Schließlich übernahm der glücklose Markus Lanz und schaffte es, die sowieso schon gesunkenen Einschaltquoten des einstigen Showdampfers so weit herunterzuwirtschaften, dass zwei Jahre später endgültig Schluss war.

Im Dezember 2014 ging in Nürnberg die letzte Ausgabe der legendären Unterhaltungsshow über die Bühne, und „Wetten, dass..?“ war Geschichte.

Model Lena Gercke macht den Thommy schön. Foto: Jörg Carstensen
18 Bilder
Lena Gercke, Michelle Hunziker und Co. feierten Thomas Gottschalk
Bild: Jörg Carstensen (dpa)

Gottschalks andere Projekte standen unter keinem guten Stern

Thomas Gottschalk hat sich neuen Projekten zugewendet und auf die harte Tour lernen müssen, was Scheitern heißt. Die ganz auf ihn zugeschnittene Talksendung „Gottschalk Live“ im Ersten sollte 2012 ein neuer Anfang sein, doch der Wechsel von der großen Bühne ins kleine Studio misslang.

Nach nur fünf Monaten und immer katastrophaleren Einschaltquoten wurde die Vorabendshow im Juni 2012 abgesetzt, und Gottschalks Nimbus war dahin. „Der Punkt, an dem ich als Held hätte abtreten können, war verpasst“, erinnert sich der 66-Jährige heute an seinen Ausstieg bei „Wetten, dass..?“ und den anschließenden Quotenflop, der aber finanziell kein Reinfall für ihn war.

Ruhe- und rastlos stürzte sich Tommy gleich ins nächste Abenteuer und nahm an der Seite Dieter Bohlens am Jurytisch der RTL-Show „Das Supertalent“ Platz, doch auch dort passte es hinten und vorne nicht – weder für Gottschalk noch für das Publikum, das den altgedienten Show-Titan sogar mit Buhrufen bedachte.

Er schmiss wieder nach nur kurzer Zeit hin, kehrte aber schon bald mit dem Quizformat „Die 2 – Gottschalk und Jauch gegen alle“ zurück, diesmal an der Seite seines guten Freundes Günther Jauch.

Die im September 2013 gestartete und vier- bis fünfmal im Jahr ausgestrahlte RTL-Show fährt zwar auch nicht mehr die tollen Quoten aus der Startphase ein, hat sich mittlerweile aber auf einem soliden Niveau stabilisiert. Die Ausgabe im vergangenen März wollten immerhin knapp 3,8 Millionen Zuschauer sehen.

So sieht die neue Show "Mensch Gottschalk" aus

Mit „Mensch Gottschalk“ will Thomas Gottschalk jetzt beweisen, dass er es immer noch draufhat und sich auch ohne seinen besten Kumpel Günther Jauch auf der Showbühne behaupten kann.

Es soll um aktuelle Themen wie Flüchtlingskrise, Terrorgefahr, autonomes Fahren, die Pop-Ikone Nena oder das Kreuz mit der Pubertät gehen. Zu letzterem Thema hat Gottschalk den Autoren Jan Weiler eingeladen.

Mit Gesprächen, Einspielfilmen und Umfragen will Thomas Gottschalk einen ausgewogenen Mix präsentieren, und zwar „so ernsthaft wie notwendig und so unterhaltsam wie möglich“, wie er betont. Produziert wird die Live-Sendung von „Spiegel TV“ in einem Studio in Berlin-Adlershof, das rund 500 Zuschauern Platz bietet.

"Mensch Gottschalk" läuft am Sonntag, 5. Juni, um 20.15 auf RTL.

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