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#DeinKindauchnicht
26.03.2019

Bloggerin Tonyah Diebel geht gegen Kinderbilder im Netz vor

Um gegen Babyfotos im Netz vorzugehen, stellt Tonyah Diebel typische Kinderfotos mit Erwachsenen nach.
4 Bilder
Um gegen Babyfotos im Netz vorzugehen, stellt Tonyah Diebel typische Kinderfotos mit Erwachsenen nach.
Foto: Delia Baum

Wie unpassend Kinderfotos in sozialen Medien sein können, zeigt Tonyah Diebel im Projekt #DeinKindauchnicht: Sie lichtet Erwachsene wie Kinder ab.

Peinliche Babybilder gibt es vermutlich von den meisten. In Zeiten von sozialen Medien kleben diese Bilder jedoch längst nicht mehr verborgen vor neugierigen Blicken in Fotoalben, sondern werden oft über Facebook oder Instagram mit aller Welt geteilt.

Bloggerin Tonyah Diebel findet das nicht richtig. Jeder Erwachsene könne selbst entscheiden, welche Fotos im Netz landen. Dieses Recht haben vor allem jüngere Kinder nicht, sagt sie – denn deren Eltern bestimmen, was online gehe.

#DeinKindauchnicht: Erwachsene stellen Kinderfotos nach

Wie unpassend viele Bildmotive sind, zeigt die Berlinerin in ihrem neuen Projekt. Die 29-Jährige stellt Kinderfotos mit Erwachsenen nach. Die Idee dahinter ist die simple Frage, ob wir uns selbst so im Internet zeigen würden. Nein? #DeinKindauchnicht.

Jedes der sechs Bilder löst Unbehagen aus: Schauspieler Wilson Gonzalez Ochsenknecht sitzt völlig nackt auf einem rosa Töpfchen. Er schaut in die Kamera. Tonyah Diebel rinnt Milch über den Mund. Sie saugt an einer Brust. Die anderen Motive zeigen die beiden schlafend, breiverschmiert, weinend oder posierend mit Werbung.

Babyfotos im Netz: Kinder können nicht selbst entscheiden

Genau dieses leicht befremdliche Gefühl soll Erwachsene für die Thematik sensibilisieren. Stolze Eltern mögen solche Bilder zwar niedlich finden, die abgelichteten Kinder könnten das später anders einschätzen. Etwa, wenn Mitschüler sie deswegen aufziehen. Oder schlimmer noch - wenn die Aufnahmen in falsche Hände geraten, abfotografiert oder runtergeladen werden. Dann hat der Fotografierte gar keine Kontrolle mehr über sein Bild.

Schon vor einem Jahr startete Diebel eine Aktion gegen Babybilder im Netz. Damals montierte sie ihr Gesicht in Mutter-Kind-Bilder von Instagram-Bloggerinnen. Dafür wurde sie von den Betroffenen stark angefeindet. Das Thema ließ sie dennoch nicht los. Den Umgang mit sensiblen Daten von Kindern bezeichnet sie als naiv und fahrlässig.

Tonyah Diebel möchte nicht allen Eltern bewusst fahrlässiges Verhalten vorwerfen, sagt sie. Aber sie möchte aufklären, zum Nachdenken im Umgang mit Medien anregen.

Und die Reaktionen bisher auf ihre Aktion?

Die Reaktionen seien bisher größtenteils positiv, sagt Tonya Diebel: "Natürlich gibt es auch Gegenwind, aber lustigerweise nur von Eltern, die ihre Kinder selbst gerne posten." Diebel versteht das sogar. Schließlich werde niemand gerne kritisiert. Schon gar nicht, wenn es ums eigene Kind geht. "Aber nur weil man Kinder zeugen kann, weiß man nicht automatisch immer, was das richtige für diese ist."

Auch andere Instagrammer stellen Babyfotos nach

Unter dem Hashtag #DeinKindauchnicht laden inzwischen Nutzer auch selbst Bilder von sich hoch - mit eisverschmiertem Mund oder in der Nase popelnd.

Lesen Sie hierzu auch: Experten warnen: Warum Eltern keine Kinderbilder posten sollten 

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