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"Demokratie stirbt in Finsternis"
29.04.2018

Kritik zum "Polizeiruf 110": Apokalypse an der Grenze

Lenski (Maria Simon) und Raczek (Lucas Gregorowicz) werden bei ihrer Ankunft auf dem Hof Zeuge einer Auseinandersetzung von Lennard Kohlmorgen (Jürgen Vogel) und seiner Familie.
Foto: Oliver Feist, rbb

Im neuen Polizeiruf ist Kommissarin Lenski selbst Opfer. Ein Einbruch in ihrer Wohnung wirft sie komplett aus der Bahn. Die Kurz-Kritik.

Ein solch schwerfälliger Titel findet sich selten im Polizeiruf 110. Und „Demokratie stirbt in Finsternis“ ist auch ein eher der Gattung Familiendrama verpflichteter Krimi, der den Zuschauer aufrüttelt.

Waren die rbb-Produktionen, die im polnischen Grenzgebiet bei Frankfurt (Oder) spielen, bislang wenig interessant, wird nun die Handlung zum traumatischen Erlebnis für Hauptkommissarin Olga Lenski (Maria Simon), bei der eingebrochen wird, während sie und ihre Tochter schlafen. Adam Raczek (Lucas Gregorowicz) merkt schnell, dass die Kollegin unter einem Posttraumatischen Belastungssyndrom leidet.

Lenski soll sich auf dem gammeligen Hof erholen, auf dem Lennard Kohlmorgen (Jürgen Vogel) mit zwei Kindern und seiner Frau haust („die einen finden’s friedlich, die anderen gespenstisch“). Olga Lenski ist zunächst fasziniert, nicht nur von dem Mann. Die Familie erzeugt ihren Strom selbst, fängt Fische und pflanzt Rüben an. Sie muss sich aber auch einer Jugend-Gang erwehren („Sch... Hippie-Hof“).

Kritik: Polizeiruf-Titel mit viel Pathos

So wie sie auch den Tod von Lennards Frau Valeska verkraften muss. Die gehörte wie Kohlmorgen zur „Prepper Community“, zu einer Gruppe, die den Staat hasst und überzeugt ist, dass das „System“ binnen 48 Stunden kollabieren wird. Deren Anführer Ulysses (Dimitrij Schaad) sorgt dank seiner Mitstreiter mit einem Stromausfall in Berlin und Brandenburg für apokalyptische Zustände.

Der "Polizeiruf 110" lockt regelmäßig Millionen Zuschauer vor die Fernseher. Aber wer ermittelt eigentlich wo? Diese fünf Teams bzw. Ermittler sind derzeit im TV-Einsatz.
6 Bilder
"Polizeiruf 110": Wer ermittelt wo?
Foto: MDR/filmpool fiction/Conny Klein

Übrigens: Der Titel dieses Polizeirufs bezieht sich auf „Democracy Dies In Darkness“, das Motto der Washington Post. Demokratie stirbt im Dunkeln – vielleicht überlebt sie aber auch. Jedenfalls spiegelt das Motto das Selbstverständnis einiger amerikanischer Journalisten.

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Derweil kabbeln sich Lenski und Raczek: „Ihr Frauenbild ist so erschreckend“. Reaktion Raczeks: „Das höre ich öfter.“ Das Radiogeplauder nach dem Stromausfall ist noch erschreckender: „Mein Cappuccino im Coffeeshop war heiß und cremig wie immer.“

Noch mehr Meinungen zum aktuellen "Polizeiruf" gefällig? Hier finden Sie die Pressestimmen zu "Demokratie stirbt in Finsternis".

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