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Sicheres Feiern

23.04.2019

Dieses Armband erkennt K.-o.-Tropfen in zwei Minuten

Mit einem "Xantus"-Armband können zwei Getränke getestet werden. Färbt sich das Testfeld blau, enthält das Getränk K.-o.-Tropfen.
Bild: Xantus

K.-o.-Tropfen sind gefährlich. Eine Studentin hat nun ein Armband entwickelt, das die Substanz mit einem Schnelltest erkennt - nachdem eine Bekannte zum Opfer wurde.

Ein Vorfall im Juli vergangenen Jahres hat Kim Eisenmann zu ihrer Erfindung bewegt. Auch fast ein Jahr später hört man der Studentin am Telefon die Fassungslosigkeit noch an. Eine 17 Jahre alte Bekannte war nach einem Dorffest in einem Park aufgewacht, unbekleidet, verletzt und ohne Erinnerung an die Nacht. Später wurden bei der jungen Frau Rückstände von Gamma-Hydroxybutansäure (GHB) festgestellt - das gängigste Mittel für K.-o.-Tropfen.

"Das war so ein Schock", sagt Eisenmann. "Das hätte auch jeder anderen Frau auf dem Fest passieren können - auch mir."

GHB wirkt - je nach Menge - entspannend, euphorisierend und sexuell anregend, führt aber auch zu Verwirrtheit und Gedächtnisstörungen. In höheren Dosen wirkt es einschläfernd und kann sogar bewusstlos machen. Wer GHB zu sich nimmt, wird zu einem leichten Opfer. Deshalb gibt es seit vielen Jahren die Warnung, in Klubs und auf Partys nicht aus fremden Gläsern zu trinken - und sein eigenes Glas im Blick zu behalten.

Kim Eisenmann hatte die Idee zu dem besonderen Armband.
Bild: Xantus

Nach dem Vorfall in ihrem Umfeld begann Kim Eisenmann zu recherchieren: Welche Tropfen gibt es überhaupt? Wie kann man sich schützen? Und die Karlsruher Wirtschaftsingenieurwesen-Studentin stellte schnell fest: Bisher gibt es offenbar noch kein Produkt, das K.-o.-Tropfen, die in Fachkreisen auch Rohypnol, Ketamin, GHB oder GBL genannt werden, aufspüren kann. Denn das Tückische an den Substanzen ist: Sie sind geruchs-, geschmacks- und farbneutral.

K.-o.-Tropfen erkennen: So funktioniert das Testarmband

Gemeinsam mit ihrem Partner Sven Häuser entwickelte die 25-Jährige die Idee zum Testarmband Xantus, das kürzlich auch in das Online-Sortiment der Drogeriemarktkette dm aufgenommen worden ist. Vier Stück kosten dort knapp zehn Euro.

Die Bänder sehen aus wie die typischen Eintrittsbänder aus Papier, die man in Klubs erhält. Die Anwendung ist simpel: Das Armband wird am Handgelenk befestigt. Man tupft eine kleine Menge der Flüssigkeit aus dem Getränk auf ein Testfeld. "Wenn darin K.-o.-Tropfen sind, verfärbt sich das Testfeld blau", erklärt Eisenmann. Bleibt es weiß, ist der Test negativ.

Rund 50 Drinks haben die Studentin und ihr Mitgründer von einem Forscherteam testen lassen. Wein, Caipirinha, Jackie Cola - bei allen funktioniert der Test nach Angaben des Startups. Dennoch steht auf der Packung des Produkts: Einen 100-prozentigen Schutz gibt es nicht.

Viele bemerken gar nicht, dass sie Opfer von K.-o.-Tropfen geworden sind

Wie viele Menschen jährlich Opfer von K.-o.-Tropfen werden, darüber gibt es keine verlässliche Statistik, wie der Verband Weißer Ring mitteilt. Das liegt daran, dass die meisten Betroffenen erst zu spät oder gar nicht bemerken, dass sie Opfer geworden sind.

Mit ihrem Schnellcheck-Armband will Eisenmann vor allem Frauen mehr Sicherheit geben. "Unser Ziel ist, dass es bald in jeder Handtasche ist", sagt sie. Der jungen Gründerin gehe es dabei auch um Prävention. Über die Testfunktion hinaus soll das Band der Trägerin auch als Erinnerung dienen und eine abschreckende Wirkung auf Täter haben.

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