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Germanwings-Flug 4U 9525

28.03.2015

Erkrankung des Co-Piloten: Hinweise auf "Überlastungssyndrom"

epa04680435 Debris as search and rescue workers are at the crash site of the Germanwings Airbus A320 that crashed in the French Alps, above the town of Seyne-les-Alpes, southeastern France, 26 March 2015. Germanwings Flight 4U 9525, carrying 144 passengers and six crew members from Barcelona, Spain to Dusseldorf, Germany, crashed 24 March in the French Alps, where searchers combed a 4-hectare section of mountain face since 25 March. The co-pilot deliberately crashed the aircraft, French officials said on 26 March. EPA/SEBASTIEN NOGIER +++(c) dpa - Bildfunk+++
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epa04680435 Debris as search and rescue workers are at the crash site of the Germanwings Airbus A320 that crashed in the French Alps, above the town of Seyne-les-Alpes, southeastern France, 26 March 2015. Germanwings Flight 4U 9525, carrying 144 passengers and six crew members from Barcelona, Spain to Dusseldorf, Germany, crashed 24 March in the French Alps, where searchers combed a 4-hectare section of mountain face since 25 March. The co-pilot deliberately crashed the aircraft, French officials said on 26 March. EPA/SEBASTIEN NOGIER +++(c) dpa - Bildfunk+++
Bild: Sebastien Nogier

Nach der Flugzeugkatastrophe konzentrieren sich die Ermittlungen auf die Persönlichkeit des Copiloten. Offenbar hatte er psychische Probleme. Darauf deuten Medikamente hin.

Nach der Flugzeugkatastrophe in den französischen Alpen haben sich die Fragen am Samstag weiter auf den Gesundheitszustand des Co-Piloten Andreas L. konzentriert. Medienberichten zufolge war L. bei Neurologen und Psychiatern in Behandlung, zudem seien in seiner Wohnung Medikamente zur Behandlung psychischer Erkrankungen gefunden worden. Die zentrale Trauerfeier für die Opfer des Flugzeugabsturzes soll am 17. April im Kölner Dom stattfinden.

Erkrankung des Co-Piloten: Hinweise auf "Überlastungssyndrom"
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Germanwings-Airbus stürzt in Frankreich über den Alpen ab
Bild: Denis Bois

Co-Pilot war eigentlich krank geschrieben

Die Germanwings-Maschine mit 150 Menschen an Bord war am Dienstag in den französischen Alpen an einer Felswand zerschellt. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler wurde der Absturz von Co-Pilot L. bewusst herbeigeführt. Er war - auch für den Tag des Fluges - eigentlich krank geschrieben. Offiziell gab es bislang keine Angaben zur Art der Erkrankung.

Die "Persönlichkeit" von L. sei eine "ernsthafte Spur" in den Ermittlungen, aber nicht die einzige, sagte der Leiter einer französischen Gendarmerie-Delegation bei der Polizei in Düsseldorf, Jean-Pierre Michel, der Nachrichtenagentur AFP. Es sei noch kein "spezielles Element" im Leben von L. - wie Liebeskummer oder berufliche Probleme - identifiziert worden, das dessen mögliches Verhalten erklären könne. Das Umfeld von L. stehe im Moment aber besonders im Fokus.

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Computer wird ausgewertet und die Eltern befragt

Nach Angaben der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft wird unter anderem sein Computer ausgewertet, zudem sollen auch seine Eltern befragt werden. Die französische Gendarmerie-Delegation war am Freitag zum Informationsaustausch nach Düsseldorf gereist.

Nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" fanden die Ermittler Belege für eine schwere "psychosomatische Erkrankung" des Co-Piloten. Der 27-Jährige sei "von mehreren Neurologen und Psychiatern behandelt worden", zitierte die Zeitung einen ranghohen Fahnder. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Germanwings-Piloten in Düsseldorf hätten die Beamten eine Vielzahl von Medikamenten zur Behandlung der psychischen Erkrankung sichergestellt. Hinweise auf Rauschmittel oder eine Abhängigkeit von Drogen und Alkohol gebe es nicht.

"Starkes subjektives Überlastungssyndrom"

Andreas L. litt demnach unter einem "starken subjektiven Überlastungssyndrom" und war depressiv. Deutsche und französische Ermittler wollten die Angaben auf AFP-Anfrage weder bestätigen noch dementieren

Angehörige, Bürger und Politik wollen unterdessen bei einer zentralen Trauerfeier im Kölner Dom Abschied von den Opfern nehmen. Wie eine Sprecherin der nordrhein-westfälischen Landesregierung am Samstag sagte, werden an dem  "Gottesdienst und staatlichen Trauerakt" am 17.April auch Bundespräsident Joachim Gauck und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnehmen. Eingeladen seien Familien und Freunde der Opfer sowie Vertreter aus den anderen Ländern, die von der Katastrophe betroffen sind. Nach Angaben der Sprecherin soll auch die "anteilnehmende Bevölkerung" zu der Trauerfeier in den Dom kommen können.

In Frankreich fand am Samstag in der Kathedrale von Digne-les-Bains ein Trauergottesdienst statt. Lufthansa und Germanwings sprachen den Hinterbliebenen in ganzseitigen Zeitungsanzeigen ihre Anteilnahme aus. "Der unfassbare Verlust von 150 Menschenleben erfüllt uns mit tiefster Trauer", hieß es in der in großen Tageszeitungen veröffentlichten Anzeige. Die beiden Unternehmen dankten zudem "den vielen tausenden von Helfern". Unterschrieben ist die Anzeige von Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Germanwings-Geschäftsführer Thomas Winkelmann. Die Fluggesellschaft Germanwings ist eine Tochter von Deutschlands größter Airline Lufthansa. AFP

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