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Fall Kalinka
18.06.2014

Gericht verurteilt Kalinkas Vater wegen Selbstjustiz-Aktion

Kalinka, eine Französin polnischer Abstammung, war 1982 im Haus ihrer Mutter und ihres Stiefvaters in Lindau am Bodensee unter unklaren Umständen gestorben.
Foto: privat/undatiert dpa

Im Kriminalfall Kalinka wurde der Vater der toten Kalinka wegen seiner Selbstjustiz-Aktion zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt.

Richter im elsässischen Mulhouse sahen es am Mittwoch als erwiesen an, dass André Bamberski 2009 die Entführung von Kalinkas deutschem Stiefvater nach Frankreich organisierte, um dort ein neues Verfahren gegen diesen zu ermöglichen. Der heute 79 Jahre alte Mediziner Dieter K. ist nach Ansicht der französischen Justiz für den Tod der Jugendlichen im Jahr 1982 verantwortlich.

Kalinkas Vater organisierte Entführung

Bei der mündlichen Gerichtsverhandlung im Mai hatte die Staatsanwaltschaft eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten Haft gefordert. Anklagevertreter Hervé Robin sprach Bamberski (76) damals sogar Anerkennung aus. "Menschlich gesehen, bin ich beeindruckt von Ihrem Mut und Ihrer Beharrlichkeit" sagte er. Die französische Justiz sei bis zu der von Bamberski organisierten Entführung machtlos gewesen.

Fall Kalinka: Verurteilung durch Entführung

Behörden in der Bundesrepublik hatten die Auslieferung des früheren Arztes stets abgelehnt, weil ein Ermittlungsverfahren in Deutschland aus Mangel an Beweisen eingestellt worden war. Nur die Entführung des Mannes aus Bayern ermöglichte deswegen eine Festnahme und Verurteilung in Frankreich. dpa/AZ

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