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Freiburg
04.11.2018

Gruppen-Vergewaltigung in Freiburg facht Debatte über Abschiebungen an

Bäume und Gebüsch im Industriegebiet Nord hinter dem Diskothekenareal, wo sich der Vorfall ereignet hat.
Foto: Patrick Seeger, dpa

Nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Freiburg werden Stimmen für eine Neubewertung des Abschiebestopps für Syrien laut.

Die Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen in Freiburg hat die Debatte über die Abschiebung von Straftätern neu angefacht. Der CDU-Innenpolitiker Mathias Middelberg forderte in der Welt vom Samstag eine Neubewertung des Abschiebestopps für Syrien.

"Wir können nach so abscheulichen Taten wie in Freiburg nicht einfach weitermachen wie bisher", sagte Middelberg. Aus der SPD kamen Fragen, warum der Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Haupttäter nicht vollstreckt wurde.

Middelberg: Der Schutz der Bevölkerung hat Vorrang

Wenn sich die Lage in Syrien "auch nur in einzelnen Landesteilen weiter verbessert, sollten Rückführungen für einen eng begrenzten Personenkreis nicht weiter pauschal ausgeschlossen werden", forderte Middelberg.

Das müsse jedenfalls für diejenigen gelten, die nicht "aufgrund individueller Verfolgung, sondern nur wegen der allgemeinen Bedrohungslage" ein Aufenthaltsrecht in Deutschland besitzen. Der Schutz der Bevölkerung in Deutschland müsse "Vorrang haben vor einem Bleibeinteresse von Gewalttätern".

Warum der Haftbefehl nicht vollzogen wurde, ist nicht aufgeklärt

Ähnlich äußerte sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). "Unsere Verantwortung für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland verpflichtet uns, alle Hebel des Rechtsstaats in Bewegung zu setzen, um syrische Straftäter und Gefährder außer Landes zu bringen, sobald es die Lage erlaubt", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben).

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Herrmann betonte aber auch: "Es geht sicher nicht darum, anständige und gut integrierte Syrer abzuschieben." In eine andere Richtung argumentierte der baden-württembergische SPD-Politiker und frühere Landesinnenminister Reinhold Gall.

"Warum der Haftbefehl gegen einen erwachsenen Intensivstraftäter nicht vollzogen wurde, ist mir jedenfalls nicht erklärlich und muss aufgeklärt werden", sagte er der Heilbronner Stimme vom Samstag.

Die 18-Jährige wurde von zehn Männern mehrfach vergewaltigt

Gall wandte sich zugleich gegen Forderungen nach schärferen Gesetzen. Stattdessen sollten erst einmal "die vorhandenen Möglichkeiten genutzt werden", wandte er sich gegen einen Vorstoß des derzeitigen baden-württembergischen Innenministers Thomas Strobl (CDU).

Eine 18-Jährige war am 14. Oktober mehrfach vergewaltigt worden, nachdem sie mit dem mutmaßlichen Haupttäter eine Freiburger Disko verlassen hatte. In dem Club hatte sie den Ermittlungen zufolge Drogen konsumiert, die sie möglicherweise wehrlos machten.

Sieben der bislang acht als Tatverdächtige in dem Fall Festgenommenen sind Syrer, der achte ist deutscher Staatsbürger. Zwei weitere Tatverdächtige werden noch gesucht. Gegen den Hauptverdächtigen hatte zum Tatzeitpunkt ein Haftbefehl vorgelegen.

Bis Ende dieses Jahres gilt ein Abschiebestopp für Syrien

Einige Verdächtige posierten früher im Internet mit Waffen. Mutmaßungen zu einer Verbindung zur syrischen Kurdenmiliz YPG konnten den Ermittlern zufolge bislang nicht verifiziert werden. Für das Bürgerkriegsland Syrien wurde 2012 ein Abschiebestopp verhängt, der seither immer wieder verlängert wurde - zuletzt bis Ende dieses Jahres.

Ende November beraten die Innenminister von Bund und Ländern über eine erneute Verlängerung. Generell einen härteren Kurs gegen straffällig gewordene Asylbewerber verlangte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt.

Negative Seiten der Zuwanderung dürften nicht verharmlost werden, sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. Wendt forderte, junge Straftäter, die nur geduldet würden, müssten gezwungen werden, in Asylbewerberheimen zu bleiben, bis sie die Ausreise antreten könnten. (afp)

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Die Diskussion ist geschlossen.

04.11.2018

seit Jahren wird uns von Merkel erzählt, dass man jetzt verstärkt abschieben muss. Und passieren tut...........nichts!
Fakt ist, fast alle, die irgendwie ins Land kommen, bleiben auch da. Ganz egal, ob sie jetzt aus Kriegsgebieten kommen oder aus wirtschaftlichen Gründen aus Afrika!!

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03.11.2018

Die Verbrechen seit 2015 nahmen spürbar zu.
Mögen Statistiken eine andere Aussage treffen

Diese Fälle haben wir zusätzlich und das Schlimme ist, dass der deutsche Rechtsstaat zu versagen scheint

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05.11.2018

Äh... Sie sagen gleichzeitig, dass die Verbrechen "spürbar" zunehmen, aber "Statistiken eine andere Aussage treffen" mögen? Entweder die Verbrechen nehmen zu oder eben nicht, Punkt. Das ist eine Tatsache und keine Meinung oder ein Gefühl, über das man diskutieren kann...

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