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Karwoche

18.04.2019

Gründonnerstag heute: Kein Feiertag in Bayern, aber große Bedeutung

Heute ist Gründonnerstag. Ein Brauch in der Kirche ist die traditionelle Fußwaschung - die auch der Papst zelebriert.
Bild: L'osservatore Romano / Handout

Heute ist Gründonnerstag. Das ist in Bayern zwar kein Feiertag. Trotzdem gilt Tanzverbot - und für die Christen hat der Tag eine ganz besondere Bedeutung.

Heute ist Gründonnerstag. Ist das ein Feiertag in Bayern? Haben die Geschäfte offen? Woher kommt der Name und die Bedeutung des Tages? Ein Überblick über den Donnerstag vor Ostern, was an diesem gefeiert wird, und welche Bräuche es gibt.

Wann ist Gründonnerstag?

Gründonnerstag - manchmal auch Palmdonnerstag oder heiliger Donnerstag genannt - ist immer der letzte Donnerstag vor Ostern. Das genaue Datum schwankt ebenso wie das von Ostern. Dieses Jahr, 2019, ist der Tag heute am 18. April und damit recht spät im Jahr.

Ist Gründonnerstag ein Feiertag in Bayern?

Nein, selbst im überwiegend katholisch geprägten Bayern ist Gründonnerstag kein Feiertag - aber ein sogenannter stiller Tag. Das bedeutet, dass am 2 Uhr morgens ein Tanzverbot gilt. Auch öffentliche Veranstaltungen mit lautet Partymusik sind nicht erlaubt.

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Woher kommt der Name Gründonnerstag?

Das "Grün" im Wort Gründonnerstag hat vermutlich nichts mit der Farbe zu tun. Nach dem letzten Abendmahl wurde Jesus von Judas verraten und starb später am Kreuz. Daher könnte möglicherweise auch der Name Gründonnerstag kommen, nämlich vom mittelhochdeutschen Wort "greinen", also wehklagen.

Es gibt allerdings auch andere Theorien, woher das "Grün" im Gründonnerstag stammen könnte - etwa von dem Brauch, an diesem Tag besonders grünes, junges Gemüse zu essen, der als Teil des Fastengedankens die Christianisierung überlebte. Auch die Vorstellung einiger alter Naturreligionen, dass dieser Tag für die erste Frühjahrssaat besonders geeignet sei, wird ins Spiel gebracht.

Welche Bedeutung hat der Gründonnerstag?

Am Donnerstag vor Ostern gedenken die Christen des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern. Dem Glauben nach bat Jesus bei diesem Essen seine Anhänger, zum Gedächtnis an seinen Tod künftig gemeinsam das Abendmahl zu feiern. Wenig später starb Jesus am Kreuz. Daran erinnern die Christen am Karfreitag, dem Tag mit den strengsten Regeln überhaupt in Bayern.

Bei der Abendmahlmesse am Gründonnerstag läuten nach katholischer Tradition alle verfügbaren Glocken der Kirche. Dann verstummen sie aus Trauer um den Tod Jesu am Kreuz bis zur Osternachtsfeier, wenn die Auferstehung Christi gefeiert wird.

Welche Bräuche gibt es heute an Gründonnerstag?

  • Wenn nach dem Gloria bei der Messe am Gründonnerstag die Glocken schweigen, schlägt die Stunde der Karfreitagsratschen. Ministrantinnen und Ministranten gehen durch die Straßen und erzeugen mit den hölzernen Klappern eigenartigen Lärm.
  • Auch in der Kirche ersetzen die Ratschen das Glockenläuten etwa bei der Wandlung.
  • Ein weiterer Brauch ist die bekannte Fußwaschung. Auch wenn von dieser nur im Johannesevangelium berichtet wird und dieser Brauch in vielen Gemeinden nicht mehr praktiziert wird, so ist doch dieser symbolische Akt des Dienens und der Reinigung bis heute offizieller Bestandteil der Gründonnerstagl-Liturgie der katholischen Kirche. Die Bilder des Papstes Franziskus, wie er anderen Menschen die Füße wäscht, gehen jedes Jahr in der Karwoche um die Welt. (AZ)
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