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Geburtstag

02.03.2019

Happy Birthday, Schätzchen! Uschi Glas wird 75

Uschi Glas, aufgenommen im Mai 1973 bei einem Urlaub an der Algarve in Portugal.
Bild: Horst Ossinger, dpa (Archiv)

Natürlich ist gleich die erotisch Naive präsent, wenn man an Uschi Glas denkt. Oder „das Halbblut Apanatschi“. Heute, mit 75, geht sie ihren eigenen Weg.

Ob Uschi Glas eine großartige Schauspielerin ist, darüber lässt sich trefflich diskutieren. Eines aber ist unbestritten: Sie ist ein Markenartikel. Wenn sie spricht, sieht man eine liebliche bayerische Voralpenlandschaft samt Bauernhof vor sich oder eine Dame, die in noblem Strick und dekorativem Schal zum Shoppen geht, auch wenn sie nur im Münchner Gemüseladen nebenan Gurken und Blumenkohl einkauft. Keine andere Schauspielerin mischt so mühelos Hochdeutsch mit einem bayerischen Akzent, dass man sich seiner Ohren erfreut und so manchen mageren Film vergisst.

Der Kommilitone aus Kiel jedenfalls wurde in lange zurückliegenden Studienzeiten immer ganz wepsig, wenn er der Uschi im Kino und im Fernsehen ansichtig wurde. Sein Wunschtraum: „Eine Münchnerin, die so nett spricht, möchte ich auch mal kennenlernen.“ In jungen Jahren sind Vorsätze das eine, die Realität sieht dann anders aus. Der Freund heiratete eine Berlinerin.

Heute engagiert sich Uschi Glas in einem Verein, der sich für Kinder einsetzt, und im Kampf gegen Blutkrebs. Ganz ohne Film aber geht es nicht. 
Bild: Sven Hoppe, dpa

Tatsächlich galt Uschi Glas dank vieler Rollen, die sie in der Landeshauptstadt spielte, als schöne Münchnerin, obwohl sie im niederbayerischen Landau an der Isar aufwuchs. Mit 20 aber zog sie nach München, Vaters Worte im Kopf: „Du musst am Abend in den Spiegel schauen können.“ Ein Rat, den sie beherzigte. Selbstbewusst kritisierte die Schauspielanwärterin einen Film des Kinoproduzenten Horst Wendlandt. Der war beeindruckt und engagierte sie für eine Rolle im Edgar-Wallace-Film „Der unheimliche Mönch“. 1966 war sie „das Halbblut Apanatschi“ an der Seite von Pierre Brice als Winnetou. Mit der Folge, dass Bravo vom Uschi-Fieber ergriffen wurde: Ihr Bild hing an vielen Teenager-Wänden.

"Zur Sache, Schätzchen" macht Uschi Glas zum Star

Uschi Glas der Rolle der Apanatschi in einem Winnetou-Streifen.
Bild: dpa (Archiv)

Die Komödie „Zur Sache, Schätzchen“ machte Uschi Glas endgültig zum Star. Darin klärt Werner Enke sie in der Münchner Straßenbahn über die Kunst des Fummelns auf. Und auf dem Polizeirevier legt das Schätzchen einen Halb-Striptease hin, nach dem sie schließlich in weißer Korsage dasteht. Jahrzehntelang klebte das „Schätzchen“-Image der erotisch Naiven an ihr. Doch lange schon hat es sich ausgeschätzelt. Zumal Uschi Glas sich Ende der 60er Jahre nicht politisch vereinnahmen ließ. „Du musst bei Willy Brandt unterschreiben“, forderte die Münchner Szene.

Doch Uschi Glas hielt es lieber mit der CSU und Franz Josef Strauß. „Ich habe darauf keine Angebote vom neuen deutschen Film bekommen“, erinnert sich die Schauspielerin. Als sie im Jahr 2000 Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl mit einer Spende von 10000 Mark in der Schwarzgeld-Affäre unterstützte, war sie in vielen Medien unten durch. Für die positive Vermittlung des bayerischen Wesens wurde der schwarzen Uschi sogar der Bayerische Verdienstorden verliehen. An diesem Samstag wird sie 75 Jahre alt.

Uschi Glas engagiert sich im Kampf gegen Blutkrebs

Uschi Glas, aufgenommen im Mai 1973 bei einem Urlaub an der Algarve in Portugal.
Bild: Horst Ossinger, dpa (Archiv)

Für viele Zuschauer bildeten Uschi Glas und Dauerpartner Elmar Wepper das „Traumpaar“ des deutschen Fernsehens. In „Polizeiinspektion 1“ spielte die Glas die patente Ehefrau des Polizisten Heinl, in „Zwei Münchner in Hamburg“ eine Bankerin. Wenn die gemeinsam frühstückten, sah es aus wie in der Werbung für Kaffeefilter. Was ja passte zu der bodenständigen Mutter dreier Kinder, die persönlich alles ohne Skandale schaffte. Sie spricht nicht darüber, dass ihr Sohn Ben im Knast landete, aber das Scheitern ihrer Ehe mit Filmkaufmann Bernd Teewag war für sie „eine Niederlage“, die sie zornig kommentierte: „Ich steh doch nicht daheim wie ein Möbelstück rum, und er geht abends schnackseln.“

Und dann war da noch die Sache mit der Hautcreme, die bei Testpersonen für Ausschläge sorgte, was die Stiftung Warentest kritisierte. 2005 heiratete der TV-Star, der nach der Scheidung zunächst allein bleiben wollte, den Unternehmensberater Dieter Hermann. Uschi Glas engagiert sich im Kampf gegen Blutkrebs und sitzt mit Hermann im Vorstand des Vereins brotZeit („Damit kein Kind in unserem Land ohne Frühstück bleibt“). Ganz ohne Kino geht es aber nicht. Kommt sie in eine Schule, bestehen die Kids bei der ältlichen Tante Uschi auf einem Selfie. Ihre Rolle in der „Fack ju Göhte“-Reihe als Burnout-geplagte Lehrerin Ingrid Leimbach-Knorr machte das möglich.

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Uschi Glas - das Schätzchen wird 75
Bild: Brix, dpa
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