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Heidenheim
19.08.2015

Tödlicher Zucchini-Auflauf: Mann stirbt an eigenem Gartengemüse

Ein Senior züchtete sein eigenes Gemüse im Garten und starb am Verzehr eines Zucchini-Auflaufs.
Foto: Andrea Warnecke (dpa) (Symbolbild)

Eigentlich soll Gemüse aus dem eigenen Garten besonders gesund und bekömmlich sein. Doch das ist nicht immer der Fall. Für einen Rentner aus Heidenheim hatte die Gärtnerei tödliche Folgen.

Selbst gezogenes Gartengemüse ist einem 79-jährigen aus Heidenheim zum Verhängnis geworden. Der Senior sei an den Folgen des Verzehrs eines Zucchini-Auflaufs schwer vergiftet worden, teilte der Ärztliche Leiter der zentralen Notaufnahme im Klinikum Heidenheim, Norbert Pfeufer, am Mittwoch mit. 

Der Mann sei mit seiner Frau vor zwei Wochen mit Anzeichen einer Magen-Darm-Infektion aufgenommen worden. "Dann sind wir über Zucchini gestolpert. Der Mann hat berichtet, es hat furchtbar bitter geschmeckt. Und er hat es trotzdem gegessen." Der 79-Jährige sei bereits am Sonntag an den Folgen der Vergiftung gestorben. Die Frau habe nur eine kleine Menge gegessen.

Wenn Zucchini bitter schmecken ist Vorsicht geboten

Wenn Zucchini, Gurken und Kürbissuppe bitter schmecken, ist Vorsicht geboten, warnt das Chemische- und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart. Das Gemüse könnte dann die giftige Substanz Cucurbitacin enthalten. "Das ist der erste Fall, den wir im Haus haben", sagt Chemiedirektorin Maria Roth. Sie untersuchte die Zucchini-Probe im Auflauf. 

Der Bitterstoff ist aus Kürbisgewächsen wie Gurken und Zucchini eigentlich herausgezüchtet worden. In Einzelfällen können sie durch Rückmutationen und Rückkreuzungen das Gift aber enthalten. Dann löst das Gift die Schleimhaut im Magen-Darm-Bereich auf. "Das Hauptrisiko liegt im Kleingärtnerbereich, wenn die Gärtner mit eigenen Samen jedes Jahr wieder Zucchini hochziehen", sagte Pfeufer. Der Stoff gehe auch beim Kochen nicht kaputt, sagte Roth. Ihren Angaben zufolge kann  auch die langanhaltende Hitze die Ursache sein. "Manche Pflanzen, die in Stress geraten, produzieren Gifte", vermutet die Expertin. dpa/lsw

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