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Terrorwarnung

15.02.2015

Hinweise auf Anschlag: Polizei sagt Karnevalsumzug in Braunschweig ab

Der Karnevalszug in Braunschweig wurde wegen einer Terrorwarnung kurzfristig abgesagt. Karnevalist Sebastian fand sein Kostüm als Terrorist selbst etwas unpassend.
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Der Karnevalszug in Braunschweig wurde wegen einer Terrorwarnung kurzfristig abgesagt. Karnevalist Sebastian fand sein Kostüm als Terrorist selbst etwas unpassend.
Bild: Julian Stratenschulte dpa

Nur kurz vor dem Start ist der Karnevalsumzug in Braunschweig wegen Hinweisen auf mögliche Terroranschläge abgesagt worden. Die Rede ist von einem Attentat "mit islamistischem Hintergrund".

Kurz vor dem Start ist der Karnevalsumzug "Schoduvel" in Braunschweig am Sonntag wegen Terrorgefahr abgesagt worden. Vor Beginn des Karnevalsumzugs gab es Hinweise auf einen möglichen Terrorakt.

Wie die Polizei erklärte, sei aus "zuverlässigen Staatsschutzquellen" bekanntgeworden, dass "eine konkrete Gefährdung durch einen Anschlag mit islamistischen Hintergrund" vorliege. Mit Blick auf die Anschläge von Kopenhagen sehen die Sicherheitsbehörden aber nicht grundsätzlich eine erhöhte Terrorgefahr in Deutschland. In anderen Städten sollen die großen Rosenmontagsumzüge zum Wochenbeginn wie geplant stattfinden.

Hinweise auf möglichen Terroranschlag bei Karnevalsumzug

Ein Polizeisprecher sagte am Sonntag in Braunschweig, die Hinweise seien aus Ermittlungen des Staatsschutzes hervorgegangen. "Es handelte sich nicht um eine SMS oder einen Drohanruf." Bereits am Samstagabend hätten die Braunschweiger Behörden die Hinweise erhalten und daraufhin gründlich geprüft. Erst vor wenigen Wochen hatte eine Terrordrohung in Dresden gegen die islamkritische Pegida-Bewegung zu einem Demonstrationsverbot in der gesamten Stadt geführt.

250.000 Besucher bei Karnevalsumzug in Braunschweig erwartet

Zum Braunschweiger Karneval waren am Faschingssonntag bis zu 250 000 Besucher erwartet worden. Das Spektakel gilt als der größte Karnevalsumzug Norddeutschlands. In diesem Jahr sollten 4500 Teilnehmer aktiv dabei sein. Rund 100 Motivwagen waren geplant.

Am Rosenmontag werden unter anderem in den Karnevalshochburgen in Mainz, Düsseldorf und Köln Hunderttausende Menschen bei Straßenumzügen erwartet. Diese sollen stattfinden. "Wir haben keine Hinweise auf Bedrohungen", sagte ein Sprecher des Innenministeriums in NRW. Die Polizei sei aber sensibilisiert. Auch in Mainz hieß es aus dem Innenressort, es gebe keine konkreten Hinweise auf eine Terrorgefahr. "Aber wir sind sehr wachsam." Die Behörden im Südwesten betonten ebenso, die Fastnachtsumzüge im Land seien nicht gefährdet.

Am Wochenende hatten Terroranschläge die Hauptstadt im Nachbarland Dänemark erschüttert. Bei den Attentaten in Kopenhagen waren zwei Menschen getötet und fünf verletzt worden, bevor die Polizei den mutmaßlichen Täter am frühen Sonntagmorgen erschoss.

Ministerium: keine konkreten Hinweise auf geplante Anschläge

Das Bundesinnenministerium sieht nach den Anschlägen von Kopenhagen derzeit keine grundsätzlich erhöhte Terrorgefahr in Deutschland. Es gebe nach wie vor eine abstrakt hohe Gefährdung, sagte eine Sprecherin der dpa. "Wir haben aber keine konkreten Hinweise auf Anschlagsplanungen in Deutschland", betonte sie. "Die Lage ist unverändert." 

Aus Sicherheitskreisen hieß es, nach Anschlägen wie im Januar in Paris und nun in Kopenhagen gingen eine Vielzahl an möglichen Terrorhinweisen ein. Die Sicherheitsbehörden müssten jedem Hinweis nachgehen und prüfen, ob es sich nur um Wichtigtuerei handele oder wirklich etwas dahinterstecke. Das sei sehr schwierig - und führe manchmal zu Vorsichtsmaßnahmen wie nun in Braunschweig.

In Braunschweig machte sich am Sonntag Enttäuschung bei bereits angereisten, kostümierten Anhängern des Umzugs breit. Wo eigentlich Motivwagen entlang fahren sollten, herrschte teils gähnende Leere. Die Polizei setzte Spürhunde ein. Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD) sagte, dies sei "ein trauriger Tag für unsere demokratische Gesellschaft". Aber: "Die Einschätzung der Polizei ließ eine andere Entscheidung allerdings nicht zu."  dpa/AZ

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