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Indonesien
10.01.2021

Flugschreiber von Unglücksmaschine vor Java geborgen

Ein Passagierflugzeug der indonesischen Sriwijaya Air ist lverschwunden.
Foto: Robert Michael, dpa (Symbolbild)

Nur wenige Minuten nach dem Start verschwindet ein indonesisches Flugzeug vom Radar. Jetzt wurde die Black Box entdeckt. Angehörige posten derweil emotionale Nachrichten.

Taucher haben am Dienstag nach tagelanger Suche auf dem Meeresgrund vor der Insel Java einen der Flugschreiber der verunglückten indonesischen Passagiermaschine geborgen. Es sei zunächst nicht klar, ob es sich um den Flugdatenschreiber oder den Stimmenrekorder aus dem Cockpit handelte, berichtete der lokale Fernsehsender Kompas TV unter Berufung auf die Such- und Rettungsagentur. Die Behörden hoffen, durch Auswertung der Daten der Black Box den Hergang der Tragödie klären zu können.

Es könnte bis zu fünf Tage dauern, bis die Daten ausgelesen sind

Wahrscheinlich sind alle 62 Insassen ums Leben gekommen, darunter auch zehn Kinder und Babys. Die Boeing 737-500 der indonesischen Billigairline Sriwijaya Air war am Samstag kurz nach dem Start in Jakarta bei starkem Regen in die Javasee gestürzt. Sie war auf dem Weg nach Pontianak auf der Insel Borneo. 

Der Flugschreiber war bereits am Sonntag geortet worden, nachdem die Einsatzkräfte Signale empfangen hatten. Jedoch lagen die Geräte offenbar unter zahlreichen, teils scharfkantigen Trümmern, sodass sich die Bergungsarbeiten in den vergangenen Tagen schwierig gestalteten. Fernsehbilder zeigten, wie Taucher das Gerät in einem weißen Behälter mit einem Schlauchboot an Land brachten. 

Es könnte bis zu fünf Tage dauern, bis die Daten ausgelesen seien, sagte der Leiter des Nationalen Komitees für Verkehrssicherheit, Soerjanto Tjahjono. "Wir hoffen, dass es dabei keine Probleme gibt und wir in der Lage sein werden festzustellen, was den Unfall verursacht hat."

Flugzeug mit 62 Passagieren an Bord in Indonesien verschwunden

Das Passagierflugzeug der lokalen Gesellschaft Sriwijaya Air mit 62 Menschen an Bord war am Samstag auf dem Weg nach Pontianak auf der Insel Borneo, als sie kurz nach dem Start in der Hauptstadt Jakarta vom Radar verschwand. Danach war das Schicksal der Maschine zunächst ungewiss. 

Die Boeing war Berichten zufolge 27 Jahre alt und gehört seit 2012 der Fluggesellschaft Sriwijaya Air. Die Maschine verfügt über acht Sitze in der Business-Klasse und 112 Sitze in der Economy-Klasse.

Bis zum Sonntag hatten Suchtrupps bereits zahlreiche Trümmerteile in der Javasee gefunden. Auch wurden Leichenteile und persönliche Gegenstände der Passagiere entdeckt. Der Leiter der medizinischen Abteilung der Polizei in Jakarta sagte, er habe Säcke erhalten, die Gegenstände enthielten, die vermutlich aus dem Flugzeug stammten, sowie menschliche Überreste.

"Einer enthielt Leichenteile", sagte Umar Shahab. Zudem wurden am Sonntag von Tauchern auch weitere Trümmer entdeckt, unter anderem mit Teilen der Registriernummer, wie der Chef der Streitkräfte, Luftmarschall Hadi Tjahjanto, sagte. Dass es Überlebende gibt, gilt als unwahrscheinlich. 

Flugzeug verschwand kurz nach dem Abheben vom Radar

Die Boeing 737-500 war auf dem Weg nach Pontianak auf der Insel Borneo, als sie plötzlich um 14.40 Ortszeit (08.40 MEZ) vom Radar verschwand. Wie Daten des schwedischen Internetdienstes Flightradar24 zeigten, hatte die Maschine etwa vier Minuten nach dem Abheben innerhalb von einer Minute mehr als 3300 Meter Höhe verloren. Danach verschwand sie. Fischer hatten berichtet, eine Explosion gehört zu haben. Erste Trümmerteile waren später zwischen den Inseln Laki Island und Lancang Island entdeckt worden.

Nicht das erste vermisste indonesische Passagierflugzeug

Schon im Jahr 2018 war eine Boeing 737 Max der indonesischen Gesellschaft Lion Air nach dem Start in Jakarta auf dem Weg zur Insel Bangka abgestürzt. Dabei kamen alle 189 Insassen ums Leben. 2014 stürzte ein Airbus A320 der Billig-Airline Indonesia AirAsia auf dem Weg von Surabaya auf Java nach Singapur ins Meer. Auch hier starben alle 162 Menschen an Bord. In puncto Luftfahrt gilt das südostasiatische Inselparadies als eines der unsichersten Länder der Welt. (Carola Frentzen und Ahmad Pathoni, dpa)

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