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Interview
20.03.2019

"Cobra 11"-Star Erdogan Atalay: "Das Tempolimit ist bescheuert!"

Erdogan Atalay (links) und Daniel Roesner spielen die zwei Autobahnpolizisten Semir Gerkhan und Paul Renner in dem RTL-Action-Klassiker „Alarm für Cobra 11“.
Foto: TV Now, Gordon Muehle

Exklusiv Als Autobahnpolizist Semir Gerkhan schrottet er bei „Alarm für Cobra 11“ die dicksten Autos. Von Tempo 120 hält Erdogan Atalay privat wenig.

Was gibt es Neues in den aktuellen Folgen von „Alarm für Cobra 11“?

Erdogan Atalay: Wir haben wunderschöne Geschichten erzählt. Diesmal haben wir auch mit den Larpern gedreht…

Mit wem?

Atalay: Genau. Ich kannte die auch nicht. Larp heißt "Life Action Role Play". Das sind Menschen, die in einem Fantasy-Rollenspiel ihren eigenen Charakter auch physisch darstellen und am Wochenende Mittelalter spielen. Ich fand das faszinierend. Die leben das Mittelalter. Das größte Larp-Festival gibt es in Hannover. Und wir geraten bei einem Ermittlungsschritt auf so ein Festival. Das war wirklich witzig.

Wie viele Tage drehen Sie im Jahr?

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Atalay: Keine Ahnung. Es sind in jedem Fall viele Tage. Zu den Drehtagen kommen ja noch Buchbesprechungen und andere Vor- und Nachbereitungen für die reinen Drehs. Das ist wirklich ein Fulltime-Job.

Wie würden Sie jemandem, der die Actionserie noch nicht kennt, „Alarm für Cobra 11“ in zwei Sätzen beschreiben? Eine Action-Serie im guten alten Stil?

Atalay: Definitiv ja. Bei uns fliegen die Autos ja nicht digital in die Luft, dafür haben wir einfach nicht genug Geld, sondern da explodiert noch alles echt. Da sind wir old school. Die ganze Digitalisierung im Film ist unglaublich teuer.

Sie haben 2021 25-jähriges Dienstjubiläum bei der „Alarm für Cobra 11“. Planen Sie mit der Serie in Rente zu gehen?

Atalay: Das weiß ich nicht genau. Als Schauspieler hat die Rente für mich ja gar keine Bewandtnis. Wir arbeiten halt bis wir umfallen. Und wir entscheiden das ja auch gar nicht selbst. Mal sehen, ob die Zuschauer mit mir zusammen in Rente gehen wollen.

Sie stehen als Autobahnpolizist Semir Gerkan für Spektakel im Fernsehen. Machen Sie die Stunts noch selbst?

Atalay (lacht): Die Frage ist, ob man das schon als Stunt bezeichnet, wenn man draußen am Helikopter auf den Kufen steht und durch die Häuserschluchten fliegt. Die echten Stunts mit den Überschlägen dürfen wir auf versicherungstechnischen Gründen nicht machen. Sprünge und Anschleudern machen wir schon. Es wird aber explizit darauf geachtet, dass das Verletzungsrisiko minimiert wird, weil sonst ja die Produktion steht. Vor vielen Jahren bin ich beispielsweise mal vom Messeturm gesprungen. So etwas stand schon lange nicht mehr im Drehbuch. Aber meistens verletzt man sich gar nicht bei den Stunts, sondern bei irgendwelchem Blödsinn.

Sind Sie privat auch so ein mutiger Bursche wie ihre Filmfigur?

Atalay: Ich gehe auch privat zum Tauchen und Fallschirmspringen, aber ich weiß nicht, ob das wirklich mit Mut zu tun hat. Was meine Kinder angeht, bin ich eher sehr vorsichtig. Für die würde ich aber auch jederzeit mutig in die Bresche springen. Egal, was kommen würde – und wenn es ein Säbelzahntiger wäre.

Ihre Partner bei „Alarm für Cobra 11“ kommen und gehen, Sie bleiben die Konstante. Kollege Daniel Roesner beispielsweise wird nach der Herbst-Staffel aussteigen. Hatten Sie in all den Jahren einen Lieblingspartner?

Atalay: Es sind immer die, mit denen ich gerade arbeite. Mit ein paar Partnern von früher bin ich auch noch befreundet. Aber ich muss mich mit meinen Partnern auch gut verstehen, weil wir so eng als Team zusammenarbeiten. Dass Daniel geht, bedauere ich, aber es ist verständlich. Er hat ein anderes Lebenskonzept und möchte wieder zurück nach Amerika. Dorthin können wir die Serie aber nun nicht einfach so verlegen.

Alarm für Cobra 11“ schön und gut. Aber wollten Sie nicht mal in einem Shakespeare-Drama spielen – den King Lear oder den Hamlet?

Atalay: Das habe ich doch alles schon gespielt. Ich komme doch vom Theater und dort haben wir mal eine vierstündige Shakespeare-Aufführung gespielt. Ich habe sogar die Julia oder Richard III. gespielt.

Erdogan Atalay ist die Konstante bei "Alarm für Cobra 11".
Foto: Oliver Berg (dpa)

Welche Autos fahren Sie denn privat?

Atalay: Ich fahre einen Maserati 3200 GT von 1999. Das ist eine Rennversion, die ist nur 250 mal gebaut worden. Das ist ein cooles Auto, auch wenn die italienische Dame hier und da ein wenig zickig ist. Ich mag den Wagen, den V8-Motor, den Geruch von Benzin.

Sind Sie im Alltagsverkehr ein schneller oder ein gelassener Autofahrer?

Atalay: Ich bin durchaus zügig unterwegs und wurde leider auch öfter mal geblitzt. Aber ich bin kein Drängler. Man weiß ja nicht, ob vor einem ein Fahranfänger ist oder eine Familie. Ich fahre dann schnell, wenn es möglich ist. Der Maserati fährt über 300. Da habe ich früher bei Fahrten von Berlin nach München auf sechsspurigen Stellen sonntagvormittags, wenn keiner da war, Vollgas gegeben. Aber heute würde ich das nicht mehr machen. Wenn man mit über 200 Sachen unterwegs ist, ist das Autofahren ja voll anstrengend. Und die Zeit, die man dabei einspart, ist minimal.

Was halten Sie denn vom Vorschlag eines Tempolimits auf Autobahnen?

Atalay: Ja, Gott. Ich halte davon nichts, das ist im Grunde doch bescheuert. Wir haben doch sowieso schon fast überall Geschwindigkeitsbeschränkungen. Ich werde ja ständig geblitzt, weil es fast nirgendwo mehr freie Fahrt gibt. Aber Tempo 120 überall ist mir zu wenig.

Und wie stehen Sie zum autonomen Fahren?

Atalay: Grauenvolle Idee. Da kann ich ja gleich mit dem Bus oder der Straßenbahn fahren. Man ist dem Computer ausgeliefert, und wenn einer Bock hat, den zu hacken, dann gute Nacht!

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