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Kanada
09.06.2016

Unschuldig im Gefängnis: Kanadier erhält Millionenentschädigung

Weil ein Kanadier zu Unrecht 27 Jahre im Gefängnis gesessen hat, bekommt er jetzt eine Entschädigung in Millionenhöhe.
Foto: Marcus Führer/Symbol (dpa)

Weil ein Kanadier zu Unrecht 27 Jahre im Gefängnis gesessen hat, bekommt er jetzt eine Entschädigung in Millionenhöhe.

Ein kanadisches Gericht hat einem 69-Jährigen umgerechnet 5,5 Millionen Euro Entschädigung zugesprochen, weil er 27 Jahre unschuldig im Gefängnis gesessen hat. Der Prozess im Jahr 1983 wegen angeblicher Sexualvergehen habe das Recht des Angeklagten auf ein faires Verfahren klar verletzt, urteilte der Richter in der Provinz British Columbia am Mittwoch (Ortszeit). Wären bei der damaligen Verhandlung alle Beweismittel mit der gebotenen Sorgfalt ausgewertet worden, "dann wäre er wahrscheinlich schon 1983 freigesprochen worden".

Kanadier war nur auf Grundlage eines Augenzeugen verurteilt worden

Der Verurteilte Ivan Henry war erst 2010 nach jahrelangem Kampf für unschuldig erklärt und freigelassen worden. Ihm war vorgeworfen worden, 1981 und 1982 acht Frauen sexuell attackiert zu haben. Er selbst hatte dies immer bestritten. Verurteilt wurde er schließlich auf Grundlage der Aussage eines Augenzeugen.

Der Richter in British Columbia kritisierte nun, dass damals weder Fingerabdrücke noch andere mögliche Beweisstücke berücksichtigt worden seien. Zudem habe sich das Gericht damals nicht ausreichend der Frage gewidmet, ob ein anderer Täter für die Angriffe in Frage käme. afp

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