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Corona-Mutation

09.01.2021

Kliniken voll, Rekordzahl an Toten: Corona-Mutation legt Großbritannien lahm

Ein Radfahrer fährt durch das menschenleere Londoner Zentrum. Dort gilt wieder ein harter Shutdown mit Ausgangssperren.
Bild: Stefan Rousseau, PA Wire, dpa

Londons Bürgermeister ruft wegen der Corona-Pandemie den Ausnahmezustand aus. Dem Gesundheitssystem droht der Kontrollverlust. Was den Briten jetzt helfen soll.

Die Straßen verlassen, die Pubs verriegelt, die U-Bahn leer. London ist das Zentrum der Corona-Krise in Großbritannien. Bürgermeister Sadiq Khan hat am Freitag wegen der "schwerwiegenden Situation" in den Krankenhäusern den Ausnahmezustand ausgerufen. Derzeit trägt hier jeder 30. Bewohner das Coronavirus in sich. Die Zahl der eingelieferten Patienten mit Covid-19 hat sich in nur zwei Wochen verdoppelt. Landesweit ist jede 50. Person infiziert.

Neues Coronavirus um bis zu 70 Prozent ansteckender

Die Pandemie ist auf der Insel außer Kontrolle, seit sich eine um 50 bis 70 Prozent ansteckendere Mutante des Virus mit dem Namen B.1.1.7. "in frustrierender und alarmierender Weise" ausbreitet, wie Premierminister Boris Johnson warnte. Seit Dienstag gilt erneut ein harter Lockdown in ganz England, der bis Ostern andauern könnte. Die Menschen dürfen das Haus lediglich für notwendige Aktivitäten verlassen. Schulen sind geschlossen, Freizeitsport ist nicht erlaubt. Ähnliche Regeln wurden in Schottland, Wales und Nordirland verordnet.

Boris Johnson gab im britischen Unterhaus eine Erklärung zu den coronabedingten Maßnahmen ab.
Bild: Uk Parliament, Jessica Taylor, PA Media, dpa

Die Betten in den Krankenhäusern sind längst voll. Das Personal kurz vor dem Burn-out. Viele medizinische Angestellte in Quarantäne oder selbst krank. Weniger dringende Eingriffe wie Knie- oder Hüft-OPs seit Monaten abgesagt. Der nationale Gesundheitsdienst NHS ist in manchen Teilen längst kollabiert. "Man weiß einfach nicht, wem man als Erstes helfen soll", sagt eine der Intensivpflegerinnen im Londoner University College Hospital. "Die Patienten verlieren in dramatischer Geschwindigkeit ihr Leben."

Impfungen: Großbritannien hat das dritte Vakzin zugelassen

Die Zahl der Neuinfektionen erreichte zuletzt einen Rekordwert. Mehr als 68.053 Fälle wurden am Freitag binnen 24 Stunden im Vereinigten Königreich gemeldet. Ebenfalls am Freitag registrierten die Behörden 1325 Todesfälle – der höchste Wert seit Beginn der Pandemie.

 

"Wenn wir dieses Rennen gewinnen wollen, müssen wir unserer Impfarmee einen Vorsprung ermöglichen", sagte Johnson. Ob in Krankenhäusern oder Praxen, in Impfzentren oder Pflegeheimen – jegliche Möglichkeiten sollen jetzt für das Impfprogramm ausgeschöpft werden.

Eine Ampulle mit Corona-Impfstoff, der von AstraZeneca und der Universität Oxford entwickelt wurde.
Bild: John Cairns, University Of Oxford, PA Media, dpa

Am Freitag ließ Großbritannien mit dem Stoff von Moderna das dritte Vakzin zu. Mehr als 1,3 Millionen Menschen haben bereits den Piks erhalten. Bis Mitte Februar will die Regierung über 13 Millionen Menschen, die den höchsten Risikostufen angehören, eine erste Dosis verabreichen. Die Frage bleibt, ob das System bis dahin durchhält.

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