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Erdbeben

19.01.2017

Lawine verschüttet Hotel in Italien - Deutsche unter den Opfern?

Die Einsatzkräfte haben dieses Foto aus dem Inneren des von einer Lawine verschütteten Hotels veröffentlicht.
Bild: Italian Finance Police/AP/dpa

Als das Erdbeben in Italien eine Lawine auslöste, wurde das Hotel Rigopiano überrollt. Mehrere Menschen starben - darunter womöglich auch Deutsche.

Als am Mittwoch mehrere Erdstöße das Zentrum Italiens erschüttern, überrollt eine enorme Lawine das Gebäude. Ein Standbild aus einer Videokamera zeigt eine dramatische Szene innerhalb des Gebäudes: Es hat das Eindringen der unaufhaltsamen Lawine aus Schnee und Schutt mitten in das Herz des Hotels festgehalten. Touristen und Personal werden eingeschlossen, von den Bäumen sind nun nur noch die Kronen zu sehen.

Am Donnerstag werden um die 30 Menschen in dem Hotel vermutet - darunter laut Medienberichten wohl auch Gäste aus Deutschland und der Schweiz. Das Auswärtige Amt in Berlin hat aber bisher keine Erkenntnisse über mögliche deutsche Opfer. "Die Botschaft ist in engem Kontakt mit den italienischen Behörden und bemüht sich um rasche Aufklärung", sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

In Italien haben am Mittwoch zwei gefährliche Naturgewalten gemeinsam zugeschlagen: Massen von Schnee waren eigentlich schon genug für die gebeutelte Region, dann folgten vier schwere Erdstöße, alle mit einer Stärke über 5, binnen weniger Stunden. 

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"Hilfe, Hilfe, wir sterben vor Kälte", habe ein Paar als Hilferuf per SMS aus dem verschütteten Hotel am Mittwochabend abgesetzt, berichten italienische Medien. Zwei Menschen können sich retten - sie halten sich zum Zeitpunkt des Unglücks im Freien auf. Ein 38-Jähriger habe nur schnell etwas aus dem Auto holen wollen, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf Ärzte. Der Mann bangt unter anderem um seine Frau.

Lawine verschüttet Hotel: Helfer gelangen nur schwer zum Unglücksort

Helfer des Zivilschutzes, der Feuerwehr und der Bergrettung machen sich noch in der Nacht auf den Weg zum Unglücksort - doch der Weg durch die verschneiten Abruzzen ist schwierig, dazu kommt die Dunkelheit. Am Morgen macht der viele Schnee das Vorankommen für Krankenwagen unmöglich - die Rettung wird zur Zerreißprobe, wenige Kilometer vor der Herberge stecken die Helfer selbst fest.

Diese Luftaufnahme der Einsatzkräfte zeigt das von einer Lawine verschüttete Hotel "Rigopiano" in Italien.
Bild: Italian Firefighters/AP/dpa

Die Bergrettung erreicht das Hotel bereits in der Nacht - auf Skiern. Feuerwehrleute werden im Helikopter eingeflogen. Den Rettern bietet sich ein dramatischer Anblick: Es sind nicht nur Trümmer, zwischen denen sie nach Opfern suchen müssen. Eine dicke, feste Decke aus Schnee hat das Hotel auf 1200 Metern einfach verschluckt. Dem Präsidenten der Region Pescara, Antonio Di Marco, zufolge haben die Schneemassen das Gebäude außerdem um zehn Meter verschoben. Auf die Rufe der Retter: Keine Antwort.

Die Augen sind nun auf das Hotel Rigopiano gerichtet - doch auch in den anderen Orten im Erdbebengebiet laufen die Rettungsarbeiten auf Hochtouren. Bereits am Mittwoch hatte der Bürgermeister von Amatrice, Sergio Pirozzi, gesagt, der Schnee sei ein größeres Problem als das Erdbeben. Seit Tagen sind einige Haushalte von der Außenwelt abgeschlossen, Tausende Menschen sind ohne Strom.

Immer wieder Erdbeben in Italien

Seit fünf Monaten suchen das bergige Gebiet immer wieder schwere Beben heim, im August starben rund um die Stadt Amatrice fast 300 Menschen. Viele Orte sind deshalb schon verwaist, weil nur noch Trümmer stehen. dpa

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