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Bremen

14.06.2018

Lynchjustiz nach TV-Bericht - Polizei sucht Täter

Der Mann ist bei dem Angriff in Bremen lebensgefährlich verletzt worden.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Nach einem Fernsehbericht über Pädophile hat ein Lynchmob in Bremen einen Mann in seiner Wohnung angegriffen. Der 50-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt.

In Bremen ist ein 50-Jähriger nach einem TV-Bericht über Pädophile von einem Lynchmob in seiner Wohnung zusammengeschlagen und lebensgefährlich verletzt worden.

Mann in Bremen nach TV-Beitrag überfallen

Laut Aussagen von Zeugen hätten die Täter das Opfer nach einem Beitrag in der RTL-Sendung "Punkt 12" aufgesucht, sagte ein Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Der Sender wollte sich nach Angaben eines Sprechers im Tagesverlauf zum Fall äußern. 

Die Täter sind den Ermittlungen zufolge in dem Glauben gewesen, den Mann in dem Bericht erkannt und dessen Adresse identifiziert zu haben. Ein Irrtum: Das Opfer war nach Angaben der Ermittler nicht derjenige aus dem TV-Beitrag.

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Eine Gruppe von sieben bis zehn Menschen habe sich nach der Fernsehsendung am Dienstagmittag an der Wohnung des 50-Jährigen versammelt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Mob schlug den Mann so heftig zusammen, dass er lebensgefährlich verletzt wurde. Mittlerweile sei sein Zustand stabil, hieß es.

Bremen: Polizei ermittelt wegen versuchten Tötungsdelikts

"Ob tatsächlich alle an der Tathandlung beteiligt waren, müssen wir klären", sagte Passade weiter. In welchen Verhältnis die Angreifer zum Opfer standen und ob ihre Identitäten bekannt sind, wollte er nicht sagen. Die Beamten suchen jetzt nach den Verdächtigen und ermitteln wegen eines versuchten Tötungsdelikts.

Die Polizei Bremen weist zudem ausdrücklich darauf hin, dass niemand das Recht hat, die Justiz in die eigene Hand zu nehmen. Keine Form und kein Anlass zur Selbstjustiz seien tolerierbar. Es sei die Aufgabe der Staatsanwaltschaft und der Polizei Straftaten zu verfolgen. (dpa/AZ)

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