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Bilanz

31.08.2020

Mal kühl und nass, mal trocken und heiß: So war der Sommer 2020

Feuchte und kühle Witterung hilft den Bäumen: Sie können "ausharzen" und sich besser gegen Schädlinge wie den Borkenkäfer wehren.
Bild: Bernhard Weizenegger

Am Montag hat der Deutsche Wetterdienst seine Bilanz für den deutschen Sommer 2020 vorgestellt. So sahen die Temperaturen in Augsburg, Nürnberg und München aus.

Für diesen Sommer lassen sich viele Worte finden, „normal“ gehört eher selten dazu. Schließlich war es der Sommer der Maskenpflicht, der Corona-Massentests – und auch das Wetter wartete eher mit Superlativen als mit Normalität auf. Für Hermann S. Walter allerdings war es trotzdem ein '"normaler Sommer". Walter ist Forstbetriebsleiter bei den Bayerischen Staatsforsten im schwäbischen Ottobeuren, er weiß, wie das Wetter seinem Wald in der Vergangenheit so manches Mal zugesetzt hat.

Und auch dieses Jahr rechnete Walter mit einem eher unnormalen Sommer. Noch im April dachten er und seine Kollegen, dass es nach Sturmtief „Sabine“ und dem sehr trockenen, heißen Monat eine massive Borkenkäferpopulation geben würde. Doch die „günstige, kühle und feuchte Witterung im Sommer" habe seinem Waldgebiet wirklich gut getan, sagt der Förster. Und das zeigt sich auch in den Zahlen: Mit 771 Millimetern Niederschlag pro Quadratmeter kam beispielsweise an der Messstation im schwäbischen Lautrach  mehr Regen runter als sonst: Der Durchschnittswert liegt bei 736 Millilitern pro Quadratmeter. So feucht war es aber nur im südlichen Teil Bayerns. Vor allem der Frankenwald hat unter Hitze des Sommers gelitten.

Der Deutsche Wetterdienst spricht von einem "Schaukelsommer"

Einer Hitze, die Deutschland jedoch nur zeitweise erfasste. Denn mal war es kühl, mal sonnig und warm, mal richtiggehend heiß. Der Deutsche Wetterdienst, kurz DWD, meldet eine Durchschnittstemperatur von 18,2 Grad – 1,9 Grad über dem Mittelwert der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Insgesamt war der Sommer aber zu warm und zu trocken, berichtet der DWD, der in seiner Bilanz von einem „Schaukelsommer“ spricht. Nach 2018 und 2019 war es der drittheißeste Sommer seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Starkregen und eine Hitzewelle gingen im August Hand in Hand. Das wechselhafte Wetter im Juni und Juli wurde im August durch Unwetter, Starkregen und eine Hitzewelle abgelöst.

Ein Spaziergänger lässt sich vom Regen nicht abhalten.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Bayern: Hier gab die höchsten Temperaturen, hier schien am öftesten die Sonne

Und wie sah der Sommer in der Region aus? Markant waren für Uwe Zimmermann vom regionalen Klimabüro des Deutschen Wetterdienstes in München vor allem die Niederschläge in der bayerischen Landeshauptstadt. Pro Quadratmeter kamen im Durchschnitt 452 Milliliter herunter. Zum Vergleich: In Augsburg waren es 314 Milliliter, in Nürnberg nur 93. Fazit des Experten: „Alle drei Städte waren deutlich zu warm, zu feucht zu sonnenscheinreich“, betont Zimmermann. „Augsburg war deutlich kälter als München". Hermann S. Walter, der Forstbetriebsleiter aus Ottobeuren, ist froh, „dass das kühle, feuchte Wetter die Borkenkäfer in ihrer Entwicklung abgebremst hat“. Nun hofft er auf noch mehr Normalität im Herbst - damit der Wald „eine kleine Verschnaufpause bekommt".

Durchschnittstemperatur im bayerischen Vergleich

  • München: Die Durchschnittstemperatur in München lag von Juni bis August bei 19 Grad. An 46 Tagen war es in München mindestens 25 Grad warm. An elf heißen Tagen knackte das Thermometer die 30-Grad -Marke. Der heißeste Tag war der 1. August: 34,2 Grad standen auf dem Thermometer.

  • Augsburg: Die Durchschnittstemperatur für Augsburg war 17,7 Grad. Die höchste Temperatur wurde am 21. August mit 33,6 Grad gemessen. Augsburg hatte 38 Tage mit mindestens 25 Grad, acht mal konnten sich die Augsburger über mehr als 30 Grad freuen.

  • Nürnberg: In Nürnberg herrschte über den Sommer eine Durchschnittstemperatur von 19 Grad. Damit war der Sommer um 1,6 Grad zu warm. Die höchste Temperatur wurde am 21. August gemessen: 35,9 Grad brachten die Nürnberger zum Schwitzen. Mit 51 Tagen über 25 Grad und 13 Tagen über 30 Grad liegt Nürnberg vor München.

Ein Sonnenschirm steht an einem Strand am Altmühlsee. Tief "Jantra" am Wochenende für einen grundlegenden Wetterwechsel.
Bild: Daniel Karmann, dpa

Niederschlagssumme im bayerischen Vergleich

  • München: 452 Milliliter pro Quadratmeter
  • Augsburg: 314,3 Milliliter pro Quadratmeter
  • Nürnberg: 93,8 Milliliter pro Quadratmeter im August, 15,9 Milliliter pro Quadratmeter im Juli

Sonnenstunden im bayerischen Vergleich

  • München: 730 Sonnenstunden

  • Augsburg: 709,3 Sonnenstunden (statt 670,4)

  • Nürnberg: 748 Sonnenstunden in Nürnberg (davon 234 im August, 305 statt 235,6 im Juli, das sei "deutlich zu viel Sonne" laut Zimmermann, 209 statt normalerweise 220,7 im Juni)

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