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Medizin
21.06.2021

Pflegegutachter erleben oft unglaubliche Dinge

Rudolf Hauke hat ein Buch über die Erfahrungen einer Pflegegutachterin geschrieben.
Foto: Rudolf Hauke

Der gebürtige Augsburger Rudolf Hauke hat ein einfühlsames und interessantes Buch über Pflegegutachterinnen geschrieben.

Viel wird immer über die besondere Bedeutung der Pflegenden für die Gesellschaft gesprochen. Zu Recht. Der gebürtige Augsburger Rudolf Hauke (er wohnt mittlerweile in München) hat nun den Fokus auf eine Berufsgruppe geworfen, die nicht so exponiert in der Öffentlichkeit steht: Pflegegutachterinnen und Pflegegutachter. Die für den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MdK) von Haus zu Haus fahren und ermitteln sollen, wie es um den tatsächlichen Pflegebedarf eines daheim versorgten Menschen geht. Was oft zu Konflikten führt.

Oft gibt es Ärger: Es geht um viel Geld

Denn es geht dabei ja oft um viel Geld. Angehörige wollen zuweilen eine möglichst hohe Pflegestufe ermittelt wissen, Gutachter stehen bei manchen im Ruf, die Pflegestufe möglichst klein zu halten, um den Kassen Geld zu sparen. Rudolf Hauke hatte vor Jahren einmal einen Vortrag vor MdK-Führungskräften gehalten und war anschließend beim Wein mit Pflegegutachtern zusammen gesessen. „Dabei hörte ich am Tisch unglaublich interessante, witzige und erschreckende Geschichten. Ich begann, tiefer zu recherchieren.“ Daraus ist das Buch „Auf Distanz und doch so nah – Aus dem Leben der Pflegegutachterin Martha Liebscher“ entstanden. Hauke hat in seinem Buch die fiktive Gutachterin Liebscher entworfen, die jene Dinge erlebt, die Hauke bei seinen Recherchen erfahren hatte. Es handelt sich also alles um echte Fälle – nur in eine Fiktion übertragen. All diese Fälle erzählt der Autor spannend und einfühlsam. Es entstand ein interessantes Buch, das nicht nur für Pflegegutachterinnen von Interesse sein dürfte.

Rudolf Hauke ist auch am Deutschen Krebsforschungszentrum aktiv

Hauke war früher Vorstand der Kaufmännischen Krankenkasse in Hannover. 2001 erkrankte der heute 66-Jährige an Krebs und ist darum nicht mehr berufstätig. Er widmet sich etwa dem Schreiben und ist unter anderem Vorsitzender des Patientenbeirates Krebsforschung am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Das Buch ist im Buchhandel erhältlich, kann aber auch über die Website des Autoren bezogen werden. Besteller können es sich dann signieren lassen. Hauke will alle Einnahmen aus dem Buch an den Verein für krebskranke Kinder spenden.

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Die Diskussion ist geschlossen.

22.06.2021

Es liegt in de Natur der Sache, dass die einen soviel wie möglich bekommen und die anderen sowenig wie möglich bezahlen wollen.
Dazwischen sitzt der MD (früher MDK) mit seiner Gutachterriege als Prellbock, da kann man dann natürlich solche solche auf allen Seiten erleben.

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