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Mord bei Live-Interview
27.08.2015

Warum mussten die Reporterin und der Kameramann sterben?

Warum mussten Alison Parker und Adam Ward sterben? Die Motive des Schützens sind noch unklar.
Foto: WDBJ7 (dpa)

Während eines Live-Interviews wurden eine Reporterin und ein Kameramann wohl von einem ehemaligen Kollegen erschossen. Welches Motiv hatte der mutmaßliche Täter?

Viele Facebook und Twitter-User mussten am Mittwochmorgen eine erschreckende Entdeckung machen. Plötzlich taucht ein 56-sekündiges Video auf den sozialen Plattformen auf: Zwei Frauen sind bei einem Interview zu sehen,  eine Pistole erscheint im Bild. Mit den Worten "Die Menschen hier sollen sagen, dass..." drückt der Schütze auf den Abzug. Schreie und Schüsse sind zu hören, es herrscht Fassungslosigkeit. Das Video wurde kurze Zeit später entfernt.

Die grausame Tat ereignete sich in einem Einkaufszentrum von Moneta im US-Staat Virginia, der Lokalsender WdBJ7 führte gerade ein Interview mit einer Vertreterin der örtlichen Handelskammer, als das Fernsehteam plötzlich erschossen wird. Die Ermordung wird live im TV übertragen. Acht Schüsse prasseln auf die Journalistin Alison Parker nieder und auch der Kameramann Adam Ward wird getötet. Die von ihnen interviewte Frau kommt schwer verletzt ins Krankenhaus.

Welches Motiv hat der mutmaßliche Täter?

Zunächst konnte der Täter flüchten. Als die Polizei ihn stellte, richtete er die Waffe aber auf sich selbst. Er überlebte den Schuss zuerst, starb aber später im Krankenhaus. Bei dem Schützen handelt es sich um einen ehemaligen TV-Reporter des Senders WdBj7, doch welches Motiv hat der Täter?

War es Rache an seiner ehemaligen Kollegin Alison Parker? Laut US-Medien entließ der Lokalsender den mutmaßlichen Täter vor längerer Zeit. Er hätte sich darüber beschwert, dass die Journalistin Parker angestellt und er nicht weiter beschäftigt wurde. Nach der Tat twitterte er: "Alison hat rassistische Kommentare gemacht."

War es Hass auf den Lokalsender? Häufig äußerte der 41-Jährige Klagen und Beschwerden gegen den Sender. CNN berichtete, einige der Klagen seien Jahrzehnte alt, es gehe dabei um Mobbing und Ungerechtigkeit auf der Arbeit. Der Manager des Senders WDBJ7 Jeff Marks wies diese Vorwürfe zurück. Gegenüber Fox News sagte er, der ehemalige TV-Reporter sei ein schwieriger Mensch gewesen, mit dem man nicht gut habe zusammenarbeiten können. Zudem äußerten US-Medien den Verdacht, der Schütze sei geistig verwirrt.

Oder fühlte er sich diskriminiert? Es existiert ein Schreiben an einen TV-Sender. Der mutmaßliche Täter sprach  von einem "Rassenkrieg" und gab an, "leicht rassistisch gegen Weiße, Schwarze und Latinos" eingestellt zu sein. Außerdem nennt er das Massaker eines weißen Rassisten im Juni in einer Kirche in Charleston,bei dem neun Afro-Amerikaner getötet wurden. Er fühle sich als Schwarzer und Homosexueller verfolgt.

Warum mussten Alison Parker und Adam Ward sterben?

Alison Parker war gerade einmal 24 Jahre alt, sie hatte noch ihr ganzes Leben vor sich. Der 27-jährige Kameramann Adam Ward war mit der Producerin des Senders verlobt. Sie waren glücklich und wollten die Zukunft gemeinsam planen.

Wie können Taten wie diese in Zukunft verhindert werden? Erneut kritisierte das Weiße Haus die lockeren Waffengesetze in den USA. Barack Obama hatte in der Vergangenheit mehrfach versucht, die Gesetze zu ändern. Aber die Waffenlobby stand dem US-Präsidenten immer wieder im Weg. In den USA sind Waffentragen und Waffenbesitz in der Verfassung geschützt. spa

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