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Country

09.08.2017

Musik: Glen Campbell ist mit 81 Jahren gestorben

Country-Star Glen Campbell litt seit 2011 an Alzheimer. Nun starb die Country-Legende mit 81 Jahren.
Bild: dpa (Archivfoto)

Er gehört zu den ganz Großen: Glen Campbell machte bereits mit Elvis Presley und Frank Sinatra zusammen Musik. Nun ist der Country-Sänger mit 81 Jahren gestorben.

US-Country-Sänger Glen Campbell, weltweit bekannt geworden unter anderem mit "Rhinestone Cowboy", ist tot. Nach einem langen Kampf gegen die Alzheimer-Krankheit sei er im Alter von 81 Jahren gestorben, teilte seine Familie am Dienstag mit. Campbell hatte 2011 bekanntgegeben, dass er an Alzheimer leidet. Im Juni hatte er sein letztes Album mit dem Titel "Adios" herausgebracht.

Glen Campbell machte Alzheimer-Erkrankung öffentlich

Es scheint, als hätte der Country-Sänger bereits mit seinem erst kürzlich erschienenen Album "Adiós" Abschied genommen - mit Titeln wie "Funny How Time Slips Away", "Am I All Alone" und "Arkansas Farmboy".

Campbell war selbst dieser Junge vom Lande, geboren am 22. April 1936 im US-Bundesstaat Arkansas. Doch bis zum Ende seines Lebens war er in der Welthauptstadt der Countrymusik, Nashville im Tennessee-Staat, sässig geworden. Dort starb der 81-Jährige am Dienstag "nach einem langen und mutigen Kampf gegen die Alzheimer-Krankheit", wie seine Familie auf Campbells Facebook-Seite mitteilte.

Diesen Kampf trug der berühmte Musiker und Gelegenheitsschauspieler ("True Grit") seit 2011 auch öffentlich aus, etwa mit der Dokumentation "Glen Campbell: I'll Be Me". Ex-US-Präsident Bill Clinton würdigte den Künstler, womöglich würden seine Auftritte als weithin bekanntes "Gesicht" der Altersdemenzkrankheit eines Tages sogar noch mehr anerkannt als seine Lieder.

Country-Sänger Glen Campbell arbeitete auch mit Elvis und den Beach Boys zusammen

Über 45 Millionen Platten hat Campbell laut dem Fachmagazin "Rolling Stone" in einer von vielen Höhen und Tiefen geprägten, fast 60 Jahre umspannenden Karriere verkauft. Die Anlaufzeit dauerte allerdings rund zehn Jahre: Als Studiomusiker der "Wrecking Crew" arbeitete Campbell seit Ende der 50er unter anderem mit Elvis Presley, Frank Sinatra und den Beach Boys, seine Soloprojekte blieben indes noch unter dem Radar. 

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Bild: Larry W. Smith (dpa)

Erst das Album "Gentle On My Mind" brachte ihm Erfolg und kletterte 1968 hoch in die US-Charts. Künstlerisch noch überzeugender war kurz danach "By The Time I Get To Phoenix", das Campbell einen Grammy ("Album des Jahres") einbrachte. Mit den Platten "Wichita Lineman" und "Galveston" setzte er sich an der Spitze der Hitparaden fest. Den letzten Nummer-eins-Hit hatte der Sänger 1977 mit "Southern Nights".

Während der 80er Jahren war Glen Campbell weniger erfolgreich, schaffte es aber immerhin, Depressionen, Drogen- und Alkoholsucht hinter sich zu lassen. Jüngere Countrysänger bezogen sich zwar auf den Veteranen, zogen aber kommerziell an ihm vorbei. Im Rentenalter angekommen, verlegte sich Campbell auf das Golfspielen. Eine der schönsten Stimmen des US-Countrypop schien verstummt zu sein.

Familie unterstützte Country-Star Glen Campbell

Doch ohne seine Familie hätte Glen Campbell wohl nicht mehr seine Stimme wiedergefunden. So assistierte ihn seine Ehefrau Kim Woollen bei den äußerlichen Anzeichen seiner Demenzerkrankung. Aber auch sein Nachkommen unterstützte ihn: Bei der letzten Tournee mit rund 150 Konzerten begleiteten ihn auf der Bühne drei seiner acht Kinder. "Das Publikum irgendwo da draußen löst bei ihm die Fähigkeit aus, diesen anderen Teil seines Gehirns zu nutzen. Es ist unglaublich", erinnerte sich U2-Gitarrist The Edge.

Es sollte noch "See You There" (2013) mit Einspielungen einiger seiner besten Songs folgen, aber bis zum "Adiós" war es nun nicht mehr weit. Dieses allerletzte Album zu Lebzeiten hatte Glen Campbell wohl schon 2012/13 aufgenommen - bevor er sich zurückzog. Es kam zwei Monate vor seinem Tod in die Plattenläden.

Musik-Kollegen nehmen Abschied von Glen Campbell

"Ich werde dich immer lieben", schrieb Country-Sängerin Dolly Parton im Kurzbotschaftendienst Twitter zum Tod Campbells. Er habe "eine der größten Stimmen aller Zeiten" gehabt. AZ, afp

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