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Thüringen

03.10.2019

Polizisten sollen Frau bei Wohnungsdurchsuchung vergewaltigt haben

Zwei Polizeibeamte stehen im Verdacht, eine Frau während der Durchsuchung ihrer Wohnung gemeinsam sexuell missbraucht und vergewaltigt zu haben.
Bild: Silas Stein, dpa (Symbolbild)

Schrecklicher Verdacht: Zwei Thüringer Polizeibeamte sollen im Dienst eine Frau in ihrer Wohnung sexuell missbraucht haben. Sie sitzen in Untersuchungshaft.

Zwei Thüringer Polizisten stehen im Verdacht, eine Frau bei einer Wohnungsdurchsuchung gemeinsam sexuell missbraucht und vergewaltigt zu haben. Die Beamten seien weiter in Untersuchungshaft, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt am Donnerstag auf Anfrage.

Das Amtsgericht Erfurt hatte Haftbefehle gegen sie erlassen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Beamten gemeinschaftlichen sexuellen Missbrauch in Tateinheit mit gemeinschaftlicher Vergewaltigung im besonders schweren Fall vor.

Staatsanwaltschaft schweigt zu Missbrauchsvorwürfen gegen Polizisten

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) äußerte sich nach Bekanntwerden des Tatverdachts am Mittwoch bestürzt und versprach rasche und gründliche Aufklärung: "Ich hoffe, dass wir schnell Gewissheit haben werden, was genau vorgefallen ist."

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Thüringens Polizei sprach am Donnerstag auf ihrer offiziellen Facebook-Seite von großer Betroffenheit und Erschütterung über "die massiven Vorwürfe gegen zwei Beamte der Landespolizeiinspektion Gotha".

 

Die Frau soll nach dpa-Informationen einen Tag nach dem sexuellen Übergriff bei einer Aussage die Beamten beschuldigt haben. Anlass für die Durchsuchung soll der Verdacht gewesen sein, dass die Frau falsche Identitäten benutzte. Der Verdacht soll bei einer Polizeikontrolle der Frau entstanden sein, als es auch um ihre Papiere ging.

In dem Facebook-Eintrag der Landespolizei heißt es unter anderem, dass sich das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft und die internen Ermittlungen noch in einem frühen Stadium befänden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gebe es keine Anhaltspunkte, "dass Vorgesetzte oder weitere Beamte der Dienststelle in den Vorfall involviert waren". Die Ereignisse repräsentierten nicht die Thüringer Polizei.

Weder Staatsanwaltschaft noch Polizei wollten sich auch am Donnerstag zu Details des Falls äußern. Es gehe um ein schnelles Ermittlungsergebnis und den Schutz aller an dem Fall Beteiligten, begründete der diensthabende Staatsanwalt die Entscheidung der Ermittlungsbehörde.

Den beiden Beamten drohen bei Verurteilung bis zu 15 Jahre Haft

Auch zu Angaben aus Sicherheitskreisen, einer der Beamten habe versucht, sich der Verhaftung durch Flucht zu entziehen und es könnte sich bei dem Opfer um eine Bürgerin aus einem anderen EU-Land handeln - laut MDR Thüringen ist die Rede von einer Frau aus Polen - machte der Staatsanwalt keine Angaben. Thüringer Medien berichteten am Donnerstag, die Tat solle sich in oder um Arnstadt (Ilm-Kreis) ereignet haben.

"Die Tat soll am 28.9.2019 während der Dienstausübung begangen worden sein", heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Die Tatverdächtigen hätten sich beim Haftrichter nicht zu den Vorwürfen geäußert. Rein rechtlich war die Frau bei der polizeilichen Wohnungsdurchsuchung eine "behördlich Verwahrte". Im Fall einer Verurteilung drohen den beiden Beamten laut Staatsanwaltschaft Haftstrafen zwischen 3 und 15 Jahren.

Nach Angaben von Innenminister Maier wurden direkt nach Bekanntwerden der Vorwürfe die Staatsanwaltschaft und die Experten für interne Ermittlungen der Landespolizeidirektion eingeschaltet. "Wenn sich der Vorwurf bestätigen sollte, wäre dies nicht nur eine schwere Straftat, sondern würde auch erhebliche dienstrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen", erklärte der Minister. Er sprach von gravierenden Vorwürfen, die, sollten sie sich bestätigen, das Vertrauen in die Polizei mindern könnten. Von Polizisten werde erwartet, dass sie sich vorbildlich verhielten.

Der Vorfall zeige, dass die internen Ermittlungen schnell gegriffen und die Polizei konsequent auch gegen eigene Kollegen ermittelt habe, erklärte der innenpolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Dirk Adams. (dpa)

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