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Porträt
01.07.2019

Was macht eigentlich Loveparade-Erfinder Dr. Motte?

Der Loveparade-Gründer Dr. Motte.
Foto: Oliver Berg

Vor genau 30 Jahren rief Dr. Motte die Loveparade ins Leben. Privat mag er es gerne ruhig, doch die Musik lässt ihn einfach nicht los.

Hin und wieder beleuchtet ein Scheinwerfer die tanzenden Menschen, der Boden überträgt den Schall lauter Bässe in ihre Magengegend und Dr. Motte steht am DJ-Pult, dreht an den Reglern, nickt mit dem Kopf, wie er es immer getan hat. Es ist, als sei die Zeit stehen geblieben: 30 Jahre ist es her, dass der DJ die Loveparade ins Leben gerufen hat.

Und der 58-Jährige mit dem bürgerlichen Namen Matthias Roeingh steht immer noch an den Plattentellern. „Uns ging es nur darum, mit unserer Musik am Tag – die Nacht gehörte uns ja schon – zu demonstrieren, für eine bessere Welt.“ Und heute? Dr. Motte sagt: „Der Geist der Loveparade lebt weiter in der aktuellen Klubkultur.“

Erste Loveparade hatte das Motto "Friede, Freude, Eierkuchen"

Damals, am 1. Juli 1989, tanzten 150 Menschen bei der ersten Loveparade auf dem Berliner Kurfürstendamm. Ihr offizielles Motto: „Friede, Freude, Eierkuchen“. Zehn Jahre später kamen 1,5 Millionen Menschen nach Berlin, sie brachten Neonfarben, nackte Haut und bunte Haare.

Dr. Motte wuchs im ruhigen Berliner Stadtteil Spandau auf. Wenn seine Mutter klassische Musik hörte, dirigierte der Vierjährige mit einem Kochlöffel das Orchester. Er demonstrierte schon als Zwölfjähriger gegen den Vietnamkrieg. In der Schule war er weniger motiviert – wegen schlechter Noten verließ er sie vorzeitig. Nach einer geschmissenen Stelle machte er eine Ausbildung zum Betonbauer.

Dr. Motte stand immer wieder in der Kritik

Seinen Spitznamen Motte, der später sein Künstlername wurde, bekam er in seiner Zeit als Punk. Als der Techno aufkam, wechselte er die Szene. Dort wurde er zum Kult-DJ. Manche sahen in ihm auch den Vordenker des Genres – viele seiner Ideen bezog er aus dem Buddhismus. Dr. Motte geriet im Laufe der Jahre mehrmals in die Kritik. Ihm wurden Antisemitismus und Homophobie vorgeworfen. Außerdem wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er Mitarbeiter eines Ordnungsamts als „Blockwarte“ beleidigt und „Heil Hitler“ gerufen hatte.

Seine Arbeit hingegen war höchst angesehen, er wurde mit vielen Preisen wie dem Bambi ausgezeichnet. 1995 schickte ihn das Goethe-Institut als Kulturbotschafter nach San Francisco. Heute betreibt der DJ neben seinen Auftritten ein Musiklabel, setzt sich außerdem für soziale Projekte und den Erhalt der Klubkultur ein.

Dabei mag es der Mann, der vergangenes Jahr seine Managerin Ellen Dosch geheiratet hat, privat gerne ruhig: „Eigentlich habe ich die ganze Zeit mit so viel Musik zu tun, dass ich froh bin, wenn ich mal keine Musik zu hören brauche.“

Eine Neuauflage der Loveparade?

Doch auch die Loveparade lässt ihn nicht los – die Rechte sind längst verkauft. Die Loveparade zog ins Ruhrgebiet. 2010 kam es zur Katastrophe – 21 Menschen starben im Gedränge in Duisburg. Dr. Motte sagte Jahre später, ihn plagten Schuldgefühle, weil er kein Veto gegen den Verkauf des Namens eingereicht hatte. Der heutige Rechteinhaber schloss eine neue Loveparade aus. Dr. Motte tut das nicht. Angehörige der Opfer hätten ihm gesagt, er wäre der Einzige, der wieder eine Loveparade machen könnte, er hätte ihre Unterstützung. „Da geht mir das Herz auf.“

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