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Rassismus
17.09.2021

Kolonialismus verharmlost? Europa-Park baut "Dschungel-Floßfahrt" um

Der Europa-Park in Rust hat auf den Vorwurf reagiert, eine stereotype Darstellung schwarzer Menschen verharmlose den Kolonialismus.
Foto: Philipp von Ditfurth, dpa (Archivfoto)

Schwarze Menschen in traditioneller Kluft, Weiße in Safari-Kleidung: Für zwei Studierende verharmlost der Europa-Park die Kolonialzeit. Der reagiert auf die Vorwürfe.

Eine Attraktion des Europa-Parks Rust erhitzt die Gemüter: Eigentlich soll man mit ihr "den faszinierenden Kontinent Afrika" erforschen, heißt es auf der Internetseite des baden-württembergischen Freizeitparks, "bei einer gemütlichen Expeditionstour per Floß". Doch Kritiker sehen das anders.

Zwei Freiburger Studierende kritisierten die Darstellung schwarzer Menschen der Attraktion "Dschungel-Floßfahrt" im Europa-Park, schreibt die Badische Zeitung, die zuerst über den Vorgang berichtete. 1978 wurde sie nach Angaben des Parks eröffnet, dauert siebeneinhalb Minuten und befördert bis zu 1670 Personen pro Stunde über den See.

Kritiker: Europa-Park-Attraktion verharmlost Kolonialzeit

Der Grund für die Kritik: Die "Dschungel-Floßfahrt" zeigt schwarze Menschen in traditioneller Kluft, weiße Personen sind in Safari-Kleidung dargestellt. Die Seminararbeit zweier Freiburger Studierender habe nun den Ausschlag für eine Veränderung gegeben, berichtet die Stuttgarter Zeitung. "Eine Zeit wie der Kolonialismus hat in einem Freizeitpark nichts zu suchen", wird eine beteiligte Studentin zitiert.

Ein Sprecher des Europa-Parks kommentierte den Vorwurf laut dem Bericht: „Manche Szenen der ‚Dschungel-Floßfahrt’, die zu den ältesten Attraktionen des Europa-Park zählt, können nach heutigen Maßstäben fehlgedeutet werden." Bereits 2020 habe es mehrere Hinweise dazu von Gästen gegeben.

Teilweise hat der Europa-Park die Attraktion schon umgebaut

Die bereits geplante Neugestaltung der "Dschungel-Floßfahrt" werde nun beschleunigt, einige Figuren bereits in der aktuellen Saison entfernt. „Ohne Frage wird in den Themenbereichen des Europa-Park bewusst mit Klischees gearbeitet, die sicherlich teilweise auch überspitzt dargestellt werden“, zitiert die Stuttgarter Zeitung den Sprecher. „Jede Form des Rassismus und der Diskriminierung lehnt der Europa-Park mit Nachdruck ab“, betonte er.

Bereits jetzt ist die Attraktion teilweise umgebaut. Die Figur eines Schwarzen, der hängend entlang einer Seilbahn fährt, ist dem Bericht zufolge verschwunden. Stattdessen hält sich nun eine weiße Figur daran fest. Die „Colonial Food Station“ wurde in „Adventure Food Station“ umbenannt. (AZ)

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