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Wetterexperte aus U-Haft raus

29.07.2010

Scharfe Kritik an der Justiz im Fall Kachelmann

Jörg Kachelmann.

An der Justiz im Fall Jörg Kachelmann wird scharfe Kritik geübt. Kachelmann selbst schweigt bisher. Er ging mit seinen Freunden am Abend lieber zu einem Kölner Nobelitaliener feiern.

Der Präsident des Verbandes deutscher Strafrechtsanwälte, Jürgen Möthrath, übt scharfe Kritik am Verhalten der Justiz im Fall Kachelmann.

Es gebe einen regelrechten Malus für Prominente, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. "Es ist wahrscheinlich ein bisschen schön, wenn man einen Prominenten vorführen kann." Das Privatleben des Wettermoderators sei in einer Weise an die Öffentlichkeit gezerrt worden, wie es bei normalen Sexualstraftätern nie der Fall gewesen wäre.

"Jeder, der in der Öffentlichkeit steht, der Erfolg hat, wird schnell mit Namen genannt und nicht nur mit dem Kürzel." Unter der Hand würden Informationen an die Presse weitergeben, sagte der Strafverteidiger und erinnerte an den Fall des früheren Postchefs Klaus Zumwinkel. Dieser war 2009 wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Am Tag der Hausdurchsuchung bei Zumwinkel habe der Eindruck bestanden, dass die Presse schneller vor Ort gewesen sei als die ermittelnde Staatsanwaltschaft.

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"Diese Form, an die Medien zu gehen, ist aus meiner Sicht unmoralisch", sagte Möthrath. Mit dem Mittel der Vorverurteilung werde ein gewisser öffentlicher Druck aufgebaut, was die Arbeit eines Strafverteidigers belaste.

Auf freiem Fuß fuhr Kachelmann indes mit Verteidiger Reinhard Birkenstock laut Bild nach seiner Entlassung zuerst in das "Seehotel Maria Laach", das er aber bald wieder verließ. Am Abend soll der Wettermoderator dann mit rund 25 Freunden im italienischen Restaurant "Teatro" in Köln gefeiert haben.

Laut Bild mietete Kachelmann einen abgetrennten Raum des Lokals und ließ die Fenster mit Tischdecken zuhängen. dpa

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