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Skandal
10.01.2018

H&M entschuldigt sich für Werbefoto zum Affen-Pulli

Ein dunkelhäutiger Junge trägt den Pulli "Coolest Monkey in the Jungle" - dieses Werbefoto hat sich zu einem Rassismus-Skandal entwickelt.
Foto: H&M, dpa

Mit einem Werbefoto zu einem Affen-Pulli hat sich H&M in einen Skandal manövriert. Der kanadische Musiker The Weeknd zog sofort Konsequenzen.

So richtig gut geht es dem schwedischen Mode–Riesen H&M schon seit einiger Zeit nicht mehr. Im Dezember vermeldete der Konzern Umsatzeinbußen und kündigte an, Filialen zu schließen. Der Aktienkurs hat sich bis heute nicht davon erholt. Jetzt bringt ein Skandal den Händler zusätzlich in Bedrängnis: H&M hatte in seinem Online-Shop das Bild eines farbigen Jungen veröffentlicht, der einen grünen Kapuzenpulli mit der Aufschrift „Coolest Monkey in the Jungle“ trägt, zu Deutsch: „Coolster Affe im Urwald“. Im Internet war die Empörung groß, mehrere Prominente distanzierten sich von dem Konzern.

Im Stockholmer Hauptsitz entschuldigte man sich nun für die Werbung. Auch der Pulli wurde aus dem Sortiment entfernt. Das Kleidungsstück war Teil einer Safari-Kollektion und wurde im britischen Online-Shop angeboten. „Es ist unglücklich, dass das Bild als beleidigend aufgefasst wird“, schrieb H&M-Sprecherin Anna Eriksson der Zeitung Expressen. Wie die verantwortlichen Fotografen, Stylisten und Werber darauf kamen, einen farbigen Jungen in diesen Pulli zu zeigen, wollte der Konzern jedoch nicht im Einzelnen erklären.

The Weeknd über Werbefoto von H&M: "Ich war beschämt"

Während einige Internet-Nutzer so weit gehen, dem Konzern ein „neokolonialistisches Denken“ zu unterstellen, geht man in der Stockholmer Werbeszene eher davon aus, dass die Verantwortlichen bei H&M eher so tolerant sind, dass sie annahmen, es sei heutzutage nichts mehr dabei, einem farbigen Kindermodell einen solchen Pulli anzuziehen.

Gerade in Stockholms Hipsterwelt war es in den vergangenen Jahren immer wieder zu vergleichbaren Fällen gekommen. Da wurde stets gestritten, ob es sich um Rassismus handelt oder etwas, dass man machen darf, weil man rassistische Assoziationen schon lange gesellschaftlich hinter sich gelassen hat.

The Weeknd möchte nicht mehr mit H&M zusammenarbeiten. Hintergrund ist ein umstrittenes Werbefoto.
Foto: Mike Nelson, dpa (Archiv)

Dass dies nicht der Fall ist, machten mehrere Stars deutlich. Sie distanzieren sich ausdrücklich von dem Bild – und von H&M. „Ich war diesen Morgen geschockt und beschämt von diesem Foto. Ich bin zutiefst beleidigt und werde nicht mehr mit H&M arbeiten“, schrieb etwa der kanadische Superstar Abel Makkonen Tesfaye – bekannt als The Weeknd – auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Der Musiker mit äthiopischen Wurzeln hatte zuvor zwei Kollektionen für das Modehaus entworfen und auch für die Kette gemodelt. Rapper Sean Combs und Basketballstar LeBron James kritisierten H&M ebenfalls scharf. Combs veröffentlichte eine gezeichnete Version des H&M- Bilds, auf dem er die Aufschrift des Pullovers in „Der coolste König der Welt“ abgeändert hatte.

Boris Becker meldete sich ebenfalls auf Twitter zu Wort: „Es hört nie auf … Wann fangen wir an, Farben zu respektieren!!!“ Der 50-Jährige hatte zuletzt AfD-Politiker Jens Maier angegriffen, nachdem auf dessen Twitter-Account Beckers Sohn Noah rassistisch beschimpft wurde. „Es ist Zeit, aufzustehen, den Finger zu heben und auf die Straße zu gehen. Hier und auf der ganzen Welt“, betonte Becker zuletzt. Rassismus dürfe nicht länger hingenommen werden. (mit dpa)

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