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Slowenien
29.06.2014

Rätsel um Tod von Poker-Millionär Johannes Strassmann

Die deutsche Pokerszene trauert um den 29-jährigen Poker-Millionär Johannes Strassmann. Er wurde in Ljubljana, Slowenien tot im Fluss Ljubljanica gefunden.
Foto: Bernd Weissbrod

Der Tod des deutschen Poker-Millionärs Johannes Strassmann gibt Rätsel auf. Die Polizei schließt ein Gewaltverbrechen aus. Nun werden weitere Hinweise untersucht.

Er wurde seit mehr als einer Woche vermisst. Nun wurde der deutsche Pokerstar Johannes Strassmann tot in Slownien aufgefunden. Polizeisprecher Vinko Stojnsek teilte am Samstag mit, das Erbgut der am Freitag aus dem Fluss Ljubljanica geborgenen Leiche stimme eindeutig mit der von Strassmann überein. Ein Gewaltverbrechen sei auszuschließen. Zur Zeit liefen Labortests auf Drogen und Alkohol.

Trauer um jungen Profi-Pokerspieler Johannes Strassmann

In den einschlägigen Online-Pokerforen zeigte sich die Szene fassungslos und geschockt. Als einer der erfahrensten deutschen Pokerstars schrieb Michael Keiner: "Uns allen wünsche ich, dass er einen festen Platz in unserer Erinnerung behält." Profi-Pokerer Pius Heinz, der bei seiner Weltmeisterschaft 2011 von Strassmann betreut worden war, schrieb auf seiner Homepage: "In tiefer Trauer um meinen Freund und ehemaligen Wegbegleiter. Ruhe in Frieden Johannes".

Die Hintergründe und eventuellen Ursachen des Todes von Strassmann bleiben mysteriös. Der in Bonn geborene und in Wien lebende renommierte Pokerspieler war am Abend des 21. Juni zuletzt in Ljubljana lebend gesehen worden. Er hatte sich mit Freunden getroffen. Ohne bekannte Gründe hatte er sich von der Gruppe am Gornji trg, dem Prachtplatz der slowenischen Hauptstadt, abgesetzt. Zwar führte die Ljubljanica an diesem Tag Hochwasser, doch ist der Fluss an dieser Stelle kanalisiert und fließt in einem tiefen Bett.

Golser: "Strassmann hat Drogen nie angerührt"

Strassmann, der sich ein Preisgeld in Millionenhöhe erspielt hatte, sei wegen seiner "Kraft und Zielstrebigkeit" geschätzt worden, berichtete der in Salzburg lebende Profispieler Markus Golser. Obwohl "die Szene eine große Neidgesellschaft" sei, hätten Freunde und Feinde Strassmann als "aufrichtigen und ehrlichen Menschen" kennengelernt. Die beiden Profis hatten bis vor zwei Jahren eine gemeinsame Online-Pokerschule betrieben.

Der in Ljubljana auf mysteriöse Weise ums Leben gekommene Pokerspieler habe "fast nie Alkohol getrunken", sagte Golser weiter. Das habe er mit eigenen Augen erst vor zwei Monaten bei einem langen Abendessen in Wien wieder gesehen. Drogen habe er bestimmt nie angerührt. Im Gegenteil - er habe in den vergangenen Monaten "durch Meditation zu sich selbst und zu seiner inneren Mitte finden wollen".  dpa/AZ

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