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02.12.2018

Stefanie Tücking ist tot: Ein Leben für Rockmusik und Tiere

Die Moderatorin Stefanie Tücking war bekannt für ihre ehrliche Art und ihr Musikwissen.
Bild: Jens Kalaene, dpa

"Formel eins"-Moderatorin Stefanie Tücking ist überraschend mit 56 Jahren gestorben. Welche Erinnerungen von ihr bleiben.

Frauen, die sich im deutschen Fernsehen in eine Expertenrolle drängten, sind von Männern lange hauptsächlich belächelt worden. Doris Papperitz, Carmen Thomas oder Christine Reinhart, die einst das „Aktuelle Sportstudio“ moderierten, könnten wohl heute davon noch Geschichten erzählen. Auch Frauen, die meinten, sie wüssten etwas über Rock- und Popmusik, wurden kritisch beäugt. Klar, Uschi Nerke, die den Beat-Club Mitte der 1960er Jahre moderierte, war eine Ikone und über jeden Zweifel erhaben. Lange kam dann nichts mehr. Als Anfang der 1980er Jahre Desirée Nosbusch im ZDF die „Hits von der Schulbank“ und „Musicbox“ moderierte, merkte man sofort: Die hat eine große Klappe, aber keine Ahnung von Rock- und Popmusik. Und dann kam Stefanie Tücking. Sie wusste, wovon sie sprach. Aufgrund kleinerer Fernsehauftritte wie in „Monaco Franze“ oder im „Tatort“ brachte sie auch noch ein bisschen TV-Erfahrung mit.

In „Formel Eins“ befasste sich Tücking akribisch mit Musik

Dennoch waren zunächst Zweifel angebracht, als die damals 24-Jährige in der ARD ihren Vorgänger Ingolf Lück in der Musiksendung „Formel Eins“ ablöste. Einiges lenkte von ihrem Musikwissen ab, zum Beispiel ihre oft quietschbunten Outfits und die von ihr vorgetragenen dümmlichen Gedichte der Fans („Die Formel Eins, die ist ein Hit, da singt sogar mein Goldfisch mit“ oder „Trägt Stefanie kein Oberteil, ist diese Sendung richtig geil“). Doch der geneigte Zuschauer merkte dennoch, dass sie sich mit der Thematik Musik akribisch befasste. Tücking bekam deshalb auch zu Recht 1987 mit 24 Jahren die Goldene Kamera für ihre Moderation dieser Musikshow.

In der Nacht zum Samstag ist die 56-Jährige überraschend gestorben. Zu den Umständen ihres Todes ist bislang nichts bekannt.

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In ihrem Internet-Blog „Tueck-About“ bloggte die begeisterte Motorrad-Fahrerin lange Zeit über fast alles. Gerne über ihre zwei Prinzen. Das sind zwei Hunde, einen nannte sie Bowie, nach ihrem absoluten Lieblingssänger, dem verstorbenen David Bowie. Allgemein Tiere und insbesondere Hunde liebte sie über alles. Ein Hund begleitete sie ja bereits in der „Formel Eins“. Mit Teasy konnte sich Tücking sogar unterhalten, das lag aber daran, dass das Maskottchen der Sendung eine Zeichentrickfigur war.

1988 posierte „Formel Eins“-Moderatorin Stefanie Tücking vor dem pinkfarbenen Thunderbird der Sendung.
Bild: Horst Ossinger, dpa

Die Fans erinnern an Steffi Tücking: „Danke für deine Stimme“

Nach 80 Sendungen „Formel Eins“ wurde sie dann im Jahr 1987 von Kai Böcking abgelöst. Tücking, die in Kaiserslautern geboren wurde, wechselte nach ihrer Fernsehzeit zum Radiosender Bayern 3 und später dann zum SWR nach Baden-Baden wo sie als Redakteurin und Moderatorin 30 Jahre lang arbeitete – und etwa für die Sendung „Pop-Shop“ zuständig war.

Auf der Homepage des SWR wurde ein Kondolenzbuch eingerichtet. „Türe mit Schwung auf, entschlossener Schritt – und da war die Tück. Sie war wirklich da. Ein direkter, ehrlicher Mensch. Wer mit Steffi zu tun hatte, wusste, woran er war. Sie war die mit der klaren Meinung“, schreiben ihre Kollegen. Auch auf der Facebook-Seite des Senders meldeten sich Tausende: „Danke für deine Stimme“, steht da. „Mach’s gut, Steffi, und danke dafür, dass du da warst.“ (mit dpa)

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Trauer um Stefanie Tücking. Foto: Jens Kalaene
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