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Spanien

07.07.2014

Stierhatz in Pamplona stößt auf immer größere Ablehnungen

Aktivisten der Organisationen AnimaNaturalis und Peta (People for the Ethical Treatment of Animals) protestieren vor dem Rathaus in Pamplona gegen die Stierhatz.
Bild: Jim Hollander/ dpa

Im spanischen Pamplona ist der Startschuss für die traditionelle Stierhatz gefallen. Doch immer mehr Einheimische lehnen das blutige Spektakel inzwischen ab.

Sie ist das wohl umstrittenste Volksfest Spaniens: Die Stierhatz von Pamplona, bei der in den nächsten acht Tagen morgens jeweils sechs Kampfbullen durch die enge Altstadt getrieben werden. Jedes Jahr gibt es dabei hunderte Verletzte, manchmal auch Tote. Oft sind die Opfer ausländische Touristen, welche die Gefährlichkeit der mehr als 500 Kilo schweren Hornviecher unterschätzen.

Mit diesem Stiertreiben, bei dem Tausende von Menschen mit den Bullen knapp einen Kilometer durch die Gassen zur Arena rennen, soll der Stadtheilige San Fermín geehrt werden. Am Abend werden die Stiere dann von professionellen Toreros getötet. Hunderttausende Besucher kommen jedes Jahr zum San-Fermín-Fest in die nordspanische Stadt.

Tierschützer demonstrieren für die Abschaffung der "Folter-Fiesta"

In Pamplona leben normalerweise rund 200 000 Einwohner – doch während der Festtage kann sich die Zahl der Menschen in der Stadt verdoppeln.

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„Es lebe San Fermín“, schallt es aus zehntausenden Kehlen, als mittags auf dem Rathausplatz die Feuerwerksrakete in den Himmel steigt. Chupinazo heißt dieser symbolträchtige Schuss, mit welchem diese Stier-Fiesta, die bis zum 14. Juli dauert, offiziell eröffnet wird. Die meisten Feiernden kommen in traditioneller Kleidung, die aus weißen T-Shirts, weißen Hosen und einem um den Hals gebundenen roten Tuch besteht.

Am Tag vor der Eröffnung demonstrierten Tierschützer auf dem Rathausplatz gegen die Quälerei und für die Abschaffung der „Folter-Fiesta“. Die Aktivisten der Organisationen AnimaNaturalis und Peta forderten, die Stierrennen und nachfolgenden Kämpfe zu boykottieren. „Wenn du läufst, sterben die Stiere“, stand auf Protestschildern. In Anspielung darauf, dass die Tiere in der Arena der Tod erwartet.

Immer weniger Spanier interessieren sich für die Stierhatz

„Wir sind nicht grundsätzlich gegen das Fest, sondern nur gegen die Misshandlung der Tiere“ , sagte eine Sprecherin von AnimaNaturalis. Auch wenn die „Sanfermines“ in Pamplona weiterhin ein touristisches Massenereignis sind, kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer mehr Spanier derartigen Traditionen den Rücken zukehren.

Umfragen zufolge interessiert sich nur noch eine Minderheit in Spanien für derartige Spektakel. Nicht nur grauenhafte Bilder von aufgespießten Stierhatz-Teilnehmern oder von durch die Arena wankenden und blutüberströmten Kampfbullen haben den Ruf dieses Festes beschädigt. Auch massive sexuelle Übergriffe gehören zum unschönen Alltag in Pamplona, wo in diesen Tagen der Alkohol in Strömen fließt. Immer wieder sorgen Berichte, dass Frauen von besoffenen Männerhorden sexuell angegriffen und auf offener Straße missbraucht werden, für Empörung. Seit der Schriftsteller Ernest Hemingway 1926 seinen Roman "Fiesta" dem Stiertreiben widmete, ist das San-Fermín-Fest vor allem im englischsprachigen Raum populär.

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