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Bierpreis

17.10.2018

Studie: Klimawandel sorgt für steigende Bierpreise

Das durch den Klimawandel häufigere gleichzeitige Auftreten von Dürre- und Hitzeperioden macht der Brauzutat Gerste zu schaffen.
Bild: Felix Hörhager, dpa (Symbolbild)

Der Klimawandel macht das Bier teuer, das belegt eine aktuelle Studie. Grund sind Ernteausfälle, die durch steigende Temperaturen entstehen.

Steigende Temperaturen sorgen für Dürre, steigende Meeresspiegel und höhere Bierpreise. Bei einem ungebremsten Anstieg, würde sich der Preis im Schnitt weltweit verdoppeln. Das belegt eine Studie, die im Fachmagazin Nature Plants veröffentlicht wurde.

Grund für den Preisanstieg seien die häufigen Dürren und damit Ernteausfälle beim Anbau von Gerste, woraus wiederum Bier gebraut wird.

"Die Welt sieht zahlreichen, lebensbedrohlichen Auswirkungen des Klimawandels entgegen; etwas mehr Geld für Bier ausgeben zu müssen, erscheint angesichts dessen vielleicht trivial", sagt Studienleiter Steven Davis von der University of California in Irvine (USA). "Aber es gibt definitiv eine interkulturelle Anziehungskraft von Bier, und am Ende eines zunehmend gewöhnlich heißen Tages kein kühles Bier zu bekommen, würde das Ganze noch schlimmer machen."

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Bierpreis steigt: Klimawandel sorgt für Ernteeinbußen

Die Forscher um Davis hatten zunächst auf Basis historischer Daten die Anfälligkeit von Gerste für Wetterextreme ermittelt. Dann prüften sie, wie häufig unter verschiedenen Klima-Zukunftszenarien gleichzeitig extreme Hitze und Dürre auftreten und wie sich das auf die Erntemengen in 34 Weltregionen auswirkt. Sie berücksichtigen die Entwicklung zwischen 2010 und 2099. Das Resultat: Im Schnitt würden die Ernteerträge um 3 bis 17 Prozent sinken - je nach Szenario.

Der Weltklimarat erwartet Ernteeinbußen auch in anderen Bereichen, insbesondere, wenn die Erderwärmung erst bei 2 anstatt bei 1,5 Grad gestoppt wird. Das gelte auch für die Landwirtschaft in Mitteleuropa. In der Zusammenfassung seines jüngsten Reports hebt er zudem speziell verminderte Ernten von Mais, Reis, Weizen in Teilen Asiens, Afrikas und Amerikas hervor.

Der Bierpreis steigt nicht nur auf dem Oktoberfest

Neu ist dieses Jahr, dass die Preise nicht nur in der Gastronomie oder auf dem Oktoberfest gestiegen sind, auch im Handel zahlt man mehr. Der Anstieg war stärker sogar als auf der Wiesn. "Die große Frage ist, wie lange das hält", sagte Marcus Strobl, Branchenexperte beim Marktforscher Nielsen. Und wer jetzt mehr verdient.

Getreide ist teurer geworden, "Gerste ist im Höhenflug", sagte Walter König, Geschäftsführer beim Bayerischen Brauerbund. Aber die Brauereien haben langfristige Lieferverträge, die Preiserhöhungen wirken sich erst nächstes Jahr aus - und auch dann nur minimal: Gerade mal 7 oder 8 Cent kostet das Malz für einen Liter Bier. Hopfen schlägt je nach Menge und Qualität mit knapp 2 Cent zu Buche oder mit bis zu 8 Cent - "wenn ich mich in Hopfen verliebe", so König. Das heißt, "die Rohstoffe stehen nicht so im Fokus, da haben die Landwirte schon recht". Auch Wasser, Kronkorken oder Etiketten seien eher winzige Kostenfaktoren.

Steigender Bierpreis wegen Klimawandel: "Die Brauer haben lange viel geschluckt"

Sehr unterschiedlich ist der Anteil, der an den Handel geht. Große Brauereien müssen Regalstellungskosten zahlen und in Werbung investieren. Da spart eine kleinere Brauerei, die viel an die Gastronomie und im Direktverkauf absetzt. Zudem nutzen Super- und Getränkemärkte Bier im Sonderangebot auch oft, um Kunden in die Läden zu locken.

Für die Preiserhöhung entscheidend seien die Lohn-, Energie- und Transportkosten, heißt es beim Brauerbund. "Die Brauer haben lange viel geschluckt und nicht auf den Preis umgelegt. Denn jeder Brauer weiß: Preiserhöhung bedeutet Mengenrückgang", erklärte König. "Da sind die Leute empfindlich, da probieren sie mal ein anderes Bier aus." Aber allein die Löhne seien in zwei Jahren um 5 Prozent gestiegen. Jetzt sei das Maß voll gewesen. (AZ/dpa)

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