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02.06.2009

Thronfolger frieren für den Klimaschutz

Thronfolger frieren für den Klimaschutz
Bild: DPA

Kopenhagen (dpa) - Royaler Klimagipfel auf Grönland: Dänemarks Kronprinz Frederik (41), Kronprinzessin Victoria (31) aus Schweden und der norwegische Thronfolger Prinz Haakon (35) haben auf der Polarinsel Grönland die Folgen des Klimawandels studiert.

Die Königskinder übernachteten bei minus 20 Grad Celsius im Zelt. "Warm war es nicht gerade im Zelt, aber das macht nichts", beschrieb Haakon der Zeitung "VG" am Montag die Übernachtung am nordwestlichen Ende der riesigen Polarinsel.

"Es war absolut fantastisch und lehrreich", sagte Kronprinzessin Victoria über die fünf Tage in der Arktis. Auf der zu Dänemark gehörenden Insel bohren Wissenschaftler des "North Greenland Eemian Ice Drilling"-Programms (NEEM) zweieinhalb Kilometer in die Tiefe, um die klimatischen Änderungen der vergangenen rund 115 000 Jahre mit Eisproben zu studieren.

Zusammen mit den beiden Kronprinzen absolvierte Victoria in der Diskobucht vor Ilulissat auch jene Schiffstour, die auch schon Bundeskanzlerin Merkel nachdrücklich den massiven Temperaturanstieg vor Augen geführt hat: Die riesigen Eisberge vor Ilulissat, die hier früher immer wieder auf beeindruckende Weise abbrachen, sind auf einer Breite von 15 Kilometern völlig weggeschmolzen.

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Victoria dürfte in den Tagen bis Pfingsten aber noch an andere Probleme gedacht haben als nur an den Klimawandel. Während sie von Schweden ins 3000 Kilometer entfernte Grönland flog, setzten Stockholmer Chirurgen ihrem schwer kranken Verlobten Daniel Westling (35) eine neue Niere ein.

"Ich weiß Daniel in guten Händen, und er hat selbst darauf bestanden, dass ich fahre", so kommentierte die meist dick vermummte Prinzessin ihre schwere Entscheidung. Sie freute sich aber über gute Nachrichten aus der Heimat per Telefon: "Er sagte mir, dass es ihm gut geht, auch wenn er noch ganz nicht über den Berg ist."

Auch wenn eine klare Mehrheit der 56 000 Grönlander gerade erst per Volksabstimmung für mehr Unabhängigkeit von Dänemark gestimmt hat, zeigte die royale Arktisreise wieder die Popularität des Königshauses: Kronprinz Frederik wurde mit seinen Begleitern aus Norwegen und Schweden viel begeisterter gefeiert als daheim.

Der sportliche dänische Thronfolger mit dem Spitznamen "Froschmann Pingo" hatte 2005 das Inlandeis über 3000 Kilometer mit Schlittenhunden durchquert. "Ich hatte schon fast vergessen, wie unglaublich schön die Eislandschaft hier ist", sagte der Däne.

Vor der Heimkehr ins sommerlich warme Skandinavien und den geliebten Segeltörns polierte Frederik dann seinen auch schon fast vergessenen Ruf als Partyprinz neu auf: Auf der Forschungsstation stand ein großes Abschiedsfest mit allen auf dem Programm, die in der Nähe des Nordpol ganzjährig für den Klimaschutz frieren.

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