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Coronavirus
18.11.2021

Totimpfstoff, mRNA-Impfstoff und Vektorimpfstoff: Das sind die Unterschiede

Die gegen das Coronavirus zugelassenen Impfstoffe funktionieren auf verschiedene Arten.
Foto: Marcus Brandt, dpa

Zur Wirkweise der Corona-Impfstoffe gibt es viele Fragen. Wir klären die wichtigsten Unterschiede von Vektor-, mRNA- und Totimpfstoff.

Der US-Hersteller Novavax hat für seinen Totimpfstoff Nuvaxovid eine Zulassung in der EU beantragt. Was ist ein Totimpfstoff? Was ist der Unterschied zu den bisher zugelassenen Präparaten? Und wie wirken mRNA- und Vektorimpfstoffe? Hier sind die wichtigsten Antworten.

Welche Impfstoffe gibt es aktuell gegen das Coronavirus?

Aktuell sind in Deutschland vier Impfstoffe gegen das Coronavirus zugelassen: die Präparate Comirnaty (Biontech/Pfizer), Spikevax (Moderna), Vaxzevria (AstraZeneca) und Vaccine Janssen (Johnson & Johnson). Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sind für Menschen ab zwölf Jahren zugelassen, die von AstraZeneca und Johnson & Johnson für Menschen ab 18. Bei Johnson & Johnson ist nur eine Dosis notwendig, bei den anderen Präparaten müssen zwei Impfungen durchgeführt werden, bis der volle Impfschutz erreicht ist. Außerdem wird eine dritte Booster-Impfung empfohlen.

Welche Impfstofftypen bei der Corona-Impfung gibt es?

Momentan gibt es zwei Impfstofftypen gegen das Coronavirus: Biontech/Pfizer und Moderna haben sogenannte mRNA-Impfstoffe entwickelt. Die Präparate von AstraZeneca und Johnson & Johnson sind Vektorimpfstoffe. Bisher gibt es keinen Totimpfstoff gegen das Virus.

Alle Impfstoffe haben das gleiche Ziel: Sie sollen dem Immunsystem zeigen, wie es auf das Virus reagieren kann, bevor der Mensch sich mit dem Coronavirus infiziert. Dafür muss das Immunsystem Informationen erhalten, wie das Virus beschaffen ist und wie es am besten darauf reagieren kann. Die Impfstoffe gegen das Coronavirus unterscheiden sich darin, wie diese Informationen zum Immunsystem kommen.

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Was ist ein Vektorimpfstoff?

Die Präparate von AstraZeneca und Johnson & Johnson sind Vektorimpfstoffe, bei denen ein Teil des Coronavirus als Information für das Immunsystem verimpft wird.

Beim Vektorverfahren wird ein ungefährlicher Teil der Coronavirus-DNA genutzt. Er beinhaltet Informationen über die sogenannten Spike-Proteine an der Oberfläche des Coronavirus: die kleinen Spitzen, die man von Aufnahmen des Virus kennt. Daran kann das Immunsystem das Virus erkennen.

Der DNA-Teil des Coronavirus wird in einen sogenannten Vektor integriert, also in ein für den Menschen harmloses Virus. Die Vektoren selbst können sich im Körper gar nicht oder nur wenig vermehren. Wichtig sind für das Immunsystem dabei nur die Bestandteile des Coronavirus, die über die Impfung in den Körper gelangen: Informationen über das Spike-Protein. Die körpereigenen Zellen lesen diese Information aus und präsentieren sie dem Immunsystem. Das kann dann eine Immunreaktion starten und sogenannte Antikörper herstellen. Wenn sich die geimpfte Person dann mit dem Coronavirus ansteckt, erkennt das Immunsystem an den Spike-Proteinen das Coronavirus und kann mit den Antikörpern direkt gegen das Coronavirus vorgehen.

Was ist ein mRNA-Impfstoff?

Die Wirkstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. Sie enthalten die Erbinformationen des Virus, gegen das das Immunsystem vorgehen soll.

Anders als bei den Vektorimpfstoffen gelangen durch mRNA-Impfstoff keine Viren oder deren Bestandteile in den Körper. Die mRNA-Impfstoffe beinhalten nur die messenger-RNA (mRNA). Das ist eine Information, wie körpereigene Zellen einen besonderen Teil des Virus nachbauen können: die Spike-Proteine, Spitzen an der Virusoberfläche, an denen das Immunsystem das Coronavirus erkennen kann. Mit dieser Information bauen die Körperzellen Antigene nach, mit denen das Immunsystem in Berührung kommt. So lernt das Immunsystem, diese Coronavirus-Spitzen zu erkennen und eine Immunantwort gegen solche Antigene zu entwickeln. Bei der Infektion mit dem Coronavirus kennt das Immunsystem dann schon die Corona-Antigene und kann darauf reagieren.

Die mRNA kann nicht Teil der menschlichen DNA werden oder diese verändern. Nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wird dieser Botenstoff schnell wieder abgebaut.

Was ist ein Totimpfstoff?

Bei Vektor- und mRNA-Impfstoffen erhält das Immunsystem genetisch veränderte Informationen über das Coronavirus, auf die es reagieren soll. Totimpfstoffe hingegen basieren nicht auf Gentechnologie. Bei Totimpfstoffen werden unveränderte Viren verwendet, die jedoch inaktiv gemacht oder abgetötet, wurden, bevor sie dem Immunsystem präsentiert werden. Auch wenn die Viren inaktiv oder tot sind, kann das Immunsystem darauf noch eine Immunantwort entwickeln. Ein Beispiel für einen verwendeten Totimpfstoff ist die Grippeimpfung.

Video: SAT.1

Gibt es schon einen Totimpfstoff gegen das Coronavirus?

Aktuell gibt es keinen Totimpfstoff gegen das Coronavirus. Der US-Hersteller Novavax hat in der EU aber eine Zulassung von Nuvaxovid beantragt. Außerdem hat das französische Unternehmen Valneva einen solchen Totimpfstoff gegen das Coronavirus entwickelt, der im kommenden Jahr zugelassen werden könnte.

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