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USA

24.05.2015

US-Polizist nach tödlichen Schüssen auf Schwarze freigesprochen

Protestler vor dem Gerichtsgebäude in Cleveland, in dem ein weißer Polizist, der zwei Scharze erschoss, freigesprochen wurde.
Bild: David Maxwell (dpa)

Der angeklagte weiße Polizist hat 49 Mal auf das Auto der zwei unbewaffneten schwarzen Opfer geschossen. Nun wurde er freigesprochen.

In den USA ist ein weißer Polizist freigesprochen worden, der bei einer Verfolgungsjagd dutzende Schüsse auf zwei unbewaffnete Schwarze abgegeben hatte. Der zuständige Richter im Bundesstaat Ohio erklärte am Samstag, es gebe keine sicheren Beweise dafür, dass die tödlichen Schüsse aus der Waffe des 31-Jährigen stammten. Das Urteil rief Proteste hervor. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen.

Demonstranten festgenommen

Zur Verhandlung stand ein Vorfall vom November 2012, an dem 13 Polizisten beteiligt waren. Sie gaben bei einer Verfolgungsjagd insgesamt 137 Schüsse auf das Auto von Timothy Russell und Malissa Williams ab, die dabei getötet wurden. Der Polizist Michael Brelo wurde anschließend vor Gericht gestellt, weil er auch noch geschossen haben soll, als das Paar schon nicht mehr fliehen konnte und demzufolge auch keine Gefahr mehr in Verzug gewesen sei.

Verfolgungsjagd: Polizist soll noch geschossen haben, als Auto schon stand

Von seinen 49 Schüssen gab Brelo nach Angaben der Anklage 15 Schüsse ab, als das Auto bereits stand. Dabei sei der 31-Jährige auf die Motorhaube geklettert und habe durch die Windschutzscheibe gefeuert. In dem Auto wurden später keine Waffen gefunden.

Richter John O'Donnell erklärte, es sei möglich, dass der Angeklagte die tödlichen Schüsse abgefeuert habe. Die Beweislage sei aber nicht ausreichend, um den Polizisten wegen vorsätzlicher Tötung zu verurteilen. Dem 31-Jährigen hätten in diesem Fall bis zu 22 Jahre Haft gedroht. Die Ermittlungen gegen die anderen an der Verfolgungsjagd beteiligten Polizisten dauern an.

Cleveland: Stadt der Polizeigewalt gegen Schwarze?

Nach dem Urteil versammelten sich mehrere Menschen vor dem Gericht und skandierten: "Es gibt keine Gerechtigkeit." Auch anderswo in der Stadt kam es zu kleineren Protestkundgebungen. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen, wie die Polizei im Kurzbotschaftendienst Twitter erklärte.

Der nun verhandelte Fall ist nur einer von Polizeigewalt gegen Schwarze in Cleveland. Im November vergangenen Jahres wurde in der Stadt im Norden der USA ein zwölfjähriger Schwarzer erschossen, der auf einem Spielplatz mit einer Waffenattrappe spielte. Die Ermittlungen zu dem Fall dauern noch an.

Im vergangenen Jahr hatten mehrere Fälle von tödlichen Schüssen auf Schwarze durch weiße Polizisten die USA erschüttert. In zwei Prozessen entschied eine sogenannte Grand Jury, dass sich der jeweilige Polizist nicht dafür verantworten muss. Die Todesfälle und anschließenden Gerichtsentscheidungen führte zu landesweiten Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt. afp/AZ

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