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Bundesregierung erklärt fast ganz Österreich und Italien zu Risikogebieten
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Italien

30.05.2015

Über 4000 Flüchtlinge im Mittelmeer an einem Tag gerettet

Gerettete Bootsflüchtlinge an Bord der Fregatte Hessen etwa 30 Seemeilen nordwestlich der Stadt Abu Kammash, Libyen.
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Gerettete Bootsflüchtlinge an Bord der Fregatte Hessen etwa 30 Seemeilen nordwestlich der Stadt Abu Kammash, Libyen.
Bild: Bundeswehr/Gottschalk/dpa

Notrufe von 22 Booten sind am Freitag bei der italienischen Küstenwache eingegangen. Dann begann eine große Rettungsaktion im Mittelmeer. Auch die Deutschen waren beteiligt.

Mehr als 4000 in Seenot geratene Flüchtlinge sind am Freitag im Mittelmeer gerettet worden. Rund 4200 Flüchtlinge seien bei den Einsätzen im Rahmen der Mission der EU-Grenzschutzagentur Frontex gerettet worden, erklärte die italienische Küstenwache. Nach Angaben der italienischen Marine wurden zudem 17 Leichen geborgen. Neben italienischen waren auch deutsche und irische Marineschiffe an den Einsätzen beteiligt.

Ob es sich bei der Zahl der Geretteten vom Freitag um einen Rekord für einen einzelnen Tag handel, das konnte die Küstenwache nicht sagen. Es ist jedoch die bislang höchste Zahl in diesem Jahr. 3791 Menschen waren am 12. April im Mittelmeer gerettet worden, 3690 Menschen waren es am 2. Mai.

Die meisten Flüchtligsboote waren nahe der lybischen Küste

Laut der italienischen Küstenwache, die die Einsätze koordinierte, gingen am Freitag von 22 Booten Notrufe ein. Die meisten der Boote seien nahe der libyschen Küste unterwegs gewesen, einige andere hätten sich vor Süditalien befunden. Die Such- und Rettungseinsätze dauerten bis zum Freitagabend. Die Bundeswehr erklärte, die Fregatte "Hessen" habe 590 Schiffbrüchige an Bord genommen, darunter auch 15 Kinder.

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Die 17 Leichen wurden laut italienischer Marine auf drei Schlauchbooten entdeckt, von denen auch mehrere hundert Flüchtlinge lebend gerettet werden konnten. Zur Todesursache der 17 Menschen konnte die Marine zunächst keine Angaben machen. Regelmäßig sterben Flüchtlinge aber an Dehydrierung, Kälte oder Hitze, andere ersticken in den Booten, ertrinken oder werden Opfer von Gewalt während der strapaziösen Überfahrt.

Seit Beginn des Jahres trafen bereits mehr als 40.000 Flüchtlinge in Italien ein. Viele von ihnen flohen vor dem Bürgerkrieg in Syrien oder vor Armut und Unterdrückung in Eritrea. Über 1770 Menschen starben bei dem Versuch, über das Mittelmeer Europa zu erreichen.

Insgesamt wurden Schiffsbrüchige von sechs Booten aufgenommen.
Bild: Bundeswehr/Jonack/Jonak

Linken-Politikerin fordert Mandatserweiterung für Frontex

Unterdessen beklagte die Linken-Politikerin Ulla Jelpke, dass zivile Handelsschiffe zuletzt vor der libyschen Küste deutlich mehr Flüchtlinge retteten als Schiffe der "Triton"-Mission von Frontex. Zwischen November 2014 und Ende April 2015 seien zivile Handelsschiffe in internationalen Gewässern vor Libyen an der Rettung von 18.963 Menschen in Seenot beteiligt gewesen, erklärte die Politikerin unter Berufung auf eine Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion. Frontex-Schiffe seien an der Rettung von 1710 Menschen beteiligt gewesen.

Diese Zahlen belegten, wie "dringend und überfällig" eine Mandatserweiterung von Frontex sei, erklärte Jelpke. Es sei "unverantwortlich", die Seenotrettung zivilen Handelsschiffen zu überlassen. Diese seien für die Rettungseinsätze nicht ausreichend ausgestattet. afp/AZ

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