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Universitätsklinikum Eppendorf
16.11.2016

Ermittlungen gegen UKE in Hamburg - Organspende-Akten verschwunden

Beim UKE in Hamburg sind Organspende-Akten verschwunden. (Symbolbild)
Foto: Jan-Peter Kasper (dpa)

Beim Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg, kurz UKE, sind Akten zur Organspende verschwunden. Das Klinikum weist den Vorwurf der Manipulation zurück. Die Ermittlungen laufen.

Die Staatsanwaltschaft in Hamburg ermittelt gegen das UKE wegen eines möglichen Skandals um Organspenden. Unterlagen zu Transplantationen von Lungen sollen teilweise verschwunden sein. Das hatte die Prüfungs- und Überwachungskommission (PÜK) am Oktober festgestellt.

Das UKE wehrt sich gegen die Vorwürfe, es könnten Patienten bei der Organspende bevorzugt worden sein. "Es ist kein Patient zu Schaden gekommen", heißt es. Nun muss sich die Staatsanwaltschaft feststellen, ob strafrechtlich gegen beteiligte Mitarbeiter der Klinik vorgegangen werden muss.

So erklärt das UKE das Verschwinden der Organspende-Akten

Das sind die konkreten Vorwüfe der PÜK: "Im Ergebnis sind die Kommissionen im Prüfungszeitraum der Jahre 2010 bis 2012 in 14 von insgesamt 25 überprüften Fällen auf Unregelmäßigkeiten gestoßen", heißt es in einem Bericht.

Das UKE räumt ein, dass sieben Akten des Kooperationspartners LungenClinic verschwunden sind. Das liege aber nur daran, dass es bis 2013 Probleme bei der Übermittlung gegeben habe. Es habe unterschiedliche Systeme gegeben - ein elektronisches und eins mit Papier. Außerdem seien übermittelte Faxe nicht immer archiviert worden.

Seit 2013 sollen diese Probleme laut UKE aber behoben sein. Austausch mit Partnern werde mittlerweile durch Einscannen dokumentiert.

Organspende-Skandal? UKE konnte schon vier Fälle erklären

Nun müssen die Hamburger Behörden den Fall aufklären. Zurzeit werde die Stellungnahme des UKE ausgewertet. Vier der Fälle seien laut Prüfungskommission erklärbar und damit erledigt. Bei den weiteren Fällen laufen die Ermittlungen.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz übt heftig Kritik: "Bis 2012 haben sowohl Politik als auch Aufsichtsgremien nicht genau hingeschaut",  sagt Vorstand Eugen Brysch. Für Patienten seien bei der Organspende die Kriterien für die Verteilung weiterhin undurchsichtig. dpa

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