Newsticker
RKI-Chef Wieler: "Wird noch schwieriger, das Virus im Zaum zu halten"
  1. Startseite
  2. Panorama
  3. Waldbrände in Portugal unter Kontrolle

Portugal

21.06.2017

Waldbrände in Portugal unter Kontrolle

Der Kampf gegen die verheerenden Waldbrände dauerte gestern an.
Bild: afp

Seit Tagen wüten nördlich von Lissabon katastrophale Waldbrände. Noch immer sind die Flammen nicht gelöscht. Berichte über ein abgestürztes Löschflugzeug wurden dementiert.

In Portugal herrscht Verwirrung um ein angeblich im Waldbrandgebiet abgestürztes Löschflugzeug. Der Zivilschutz des Landes dementierte am Dienstagabend Berichte, wonach eine Canadair-Maschine verunglückt sei. Zahlreiche Medien hatten zuvor unter Berufung auf die örtlichen Behörden über den Absturz eines Flugzeugs berichtet, das am Kampf gegen die Flammen beteiligt gewesen sei. Ein in die Region entsandter Hubschrauber konnte zunächst ebenfalls kein Wrack entdecken. Der Zivilschutz betonte, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass ein anderes Fluggerät verunglückt sei, das aber nichts mit den Löscharbeiten zu tun habe, oder dass Gasflaschen in den Flammen explodiert seien.

Der Waldbrand, der am Samstag in der Region Leiria ausgebrochen war, ist eine der schlimmsten Feuerkatastrophen in der Geschichte Portugals. Die vorläufige schreckliche Bilanz: 64 Tote, 157 Verletzte und rund 300 Quadratkilometer Wald- und Buschlandschaft, die zu Asche wurden. Am Dienstag erklärte der Sprecher der Einsatzleitung, Vítor Vaz Pinto, dass die Feuerwehr das Flammenmeer nun unter Kontrolle habe: „Die Lage hat sich deutlich gebessert.“ An den meisten Feuerfronten beherrsche man inzwischen die Situation. Aber es werde vermutlich noch Wochen dauern, bis die Brände völlig gelöscht seien.

Quercus, die größte Umweltschutzorganisation des Landes, beklagte derweil eine Kette von „Irrtümern und Fehlentscheidungen“ in der Forstpolitik der vergangenen Jahre. Etwa das „Eukalyptusgesetz“, mit dem die Anpflanzung von schnell wachsenden, aber leicht brennbaren Eukalyptus-Bäumen gefördert wurde. Heute sei der aus Australien importierte Eukalyptus der am weitesten verbreitete Baum im Land. Die heimische und feuerresistentere Korkeiche, die früher die Landschaft prägte, werde dagegen verdrängt. mit dpa

Pedrógão Grande gilt unter Naturliebhabern in Portugal als Geheimtipp. Nun zerstört ein Waldbrand das Paradies - und bringt überraschten Autofahrern den Tod.
8 Bilder
Schwerer Waldbrand wütet in Portugal
Bild: Patricia De Melo Moreira, afp
Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren