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Debatte ums Wort "Rasse"

19.06.2020

Warum gibt es Rassen bei Tieren - aber nicht bei Menschen?

Das Rassenkonzept erweist sich nicht als geeignet, um die Vielfalt der Menschen angemessen zu erfassen.
Bild: Salvatore Di Nolfi, Keystone/dpa (Symbol)

Die Vielfalt der Menschen ist unübersehbar, doch für eine Einteilung in Rassen gibt es keine biologische Grundlage. Der Begriff könnte aus dem Grundgesetz fallen.

Deutschland debattiert über das "R-Wort": Die Grünen fordern, das Wort "Rasse" aus dem Grundgesetz streichen. Die Verwendung des Begriffs sei "falsch" und "abwertend", kritisiert Parteichef Robert Habeck. Von der SPD, den Linken und der FDP bekommen die Grünen Unterstützung. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht von "nachdenkenswerten Argumenten", Innenminister Horst Seehofer (CSU) zeigt sich zu Gesprächen bereit. Doch wieso ist die Aufregung um das Wort so groß?

Aktuell heißt es in Artikel 3: "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden".

Debatte um das Wort "Rasse" im Grundgesetz ist nicht neu

Die Debatte um das Wort "Rasse" ist nicht neu. Das Deutsche Institut für Menschenrechte forderte schon im Jahr 2010 die Streichung des Begriffs aus Artikel 3. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes schrieb 2015: "Durch die Verwendung des Begriffs 'Rasse' selbst werden rassistische Vorstellungen fortgeschrieben." Stattdessen solle im Grundgesetz das Wort "Rasse" durch "rassistisch" ersetzt werden. Eine neue Formulierung könnte dann lauten: "Niemand darf aus rassistischen Beweggründen benachteiligt werden."

In Frankreich wurde der Vorschlag, den Begriff "Rasse" aus der Verfassung zu streichen, bereits 2018 umgesetzt. Im ersten Artikel der Verfassung heißt es seitdem nicht mehr, Frankreich garantiere „allen Bürgern die Gleichheit vor dem Gesetz, unabhängig von ihrer Herkunft, Rasse oder Religion“, sondern: „unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft oder Religion“.

Das Wort «Rasse» steht im Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes.
Bild: Jens Kalaene, dpa

Doch warum ist das Wort "Rasse" überhaupt so problematisch? Während das Wort "race" im englischen und französischen Sprachgebrauch oft einfach eine Gruppe von Menschen oder als "human race" die gesamte Menschheit bezeichnet, ohne damit klassifizieren oder tiefgreifende Unterschiede betonen zu wollen, verhält es sich im Deutschen anders. Das Wort "Rasse" steht in unserem Sprachgebrauch für Menschengruppen, die durch genetische Verschiedenheit definiert werden sollen. Eine biologische Begründung für eine solche Einteilung gibt es aber nicht.

Das betont auch die Deutsche Zoologische Gesellschaft. Deren Wissenschaftler haben 2019 in der sogenannten "Jenaer Erklärung" dazu aufgerufen, den Begriff "Rasse" nicht mehr zu verwenden. Denn die Einteilung der Menschen in Rassen erfolge "auf der Grundlage willkürlich gewählter Eigenschaften wie Haar- und Hautfarbe". Die biologischen Unterschiede zwischen allen heute lebenden Menschen sind jedoch winzig, wie weltweit angelegte, genetische Studien gezeigt haben.

Haustierrassen sind das Ergebnis menschlicher Züchtung

Aber im Tierreich gibt es doch auch Rassen, mögen nun Kritiker sagen. Ja, dabei handelt es sich aber um etwas ganz anderes, wie die Biologen in der Jenaer Erklärung schreiben. Bei diesen Rassen fehlt allein schon die geografische Zuordnung zu einem bestimmten Gebiet, in dem diese leben. Tier-Rassen in diesem Sinne gibt es zudem nur bei Haustieren, deren Eigenschaften das Ergebnis menschlicher Züchtung sind. Mit natürlicher Evolution hat das nichts zu tun, sondern ist allein auf den menschlichen Eingriff zurückzuführen. Deshalb gibt es auch keine Rassen bei Wildtieren wie Wölfen, Bären, Amseln oder Aalen.

Was es im Tierreich gibt, sind Arten, wie zum Beispiel den indischen und den afrikanischen Elefanten. Für die Abgrenzung von Arten gibt es allerdings festgelegte Kriterien: So können Tiere zweier Arten keine fruchtbaren Nachkommen zeugen. Auch dieser Vergleich aus dem Tierreich läuft also ins Leere, da es nur eine einzige Menschenart gibt, den Homo Sapiens, dessen Angehörige sich unbegrenzt miteinander fortpflanzen können.

Eine sinnvolle Unterteilung der Menschen in Unterarten oder eben Rassen wird der enormen Vielfalt und den fließenden Übergängen zwischen geografischen Populationen nicht gerecht. Das lässt sich auch daran erkennen, dass für den Menschen von zahlreichen Wissenschaftlern zahlreiche unterschiedliche Rassensystematiken aufgestellt wurden - und nicht eine allgemeingültige. Die Anzahl der unterschiedenen "Rassen" reicht dabei von drei bis über 200. Ein großer Teil der Merkmale, anhand derer sich Menschenrassen unterscheiden lassen sollen, sind sogenannte phänotypische Merkmale, also solche, die das Aussehen beschreiben: Haut- und Haarfarbe, Haarstruktur, Körpergröße, Lippenbreite, Augen- oder Schädelform. Diese Merkmale sind jedoch nur eine oberflächliche und leicht wandelbare Anpassung an Umweltbedingungen. So ist die Pigmentierung der Haut abhängig von durchschnittlicher UV-Licht-Einstrahlung und Ernährung und hat sich auch in Europa bereits mehrfach verändert. Von solchen Merkmalen lässt sich aber nicht auf eine stammesgeschichtliche Abstammung oder verwandtschaftliche Nähe schließen.

Menschen stimmen zu 99,9 Prozent in ihren DNA-Sequenzen überein

Hinzu kommt - und das weiß jeder, der ein wenig Reiseerfahrungen sammeln konnte - dass die Hautfarben der Menschen nicht an irgendeiner Grenze plötzlich umschlagen. Zwischen heller und dunkler Haut gibt es unendlich viele Schattierungen, ebenso zwischen hellen und dunklen Haaren, glatten und lockigen. Wo läge der Sinn, bei einem bestimmten Farbton der Haut eine Linie zu ziehen und festzulegen, dass alle Menschen mit dunklerer Haut eine eigene Rasse bilden?

Aussagekräftiger wären wohl genetische Unterschiede. Doch die heute lebenden Menschen stimmen zu 99,9 Prozent in ihren DNA-Sequenzen überein. Im menschlichen Genom gibt es 3,2 Milliarden Basenpaare – aber bei keinem einzigen Basenpaar gibt es einen einzigen fixierten Unterschied, der zum Beispiel Afrikaner von Nicht-Afrikanern trennt. In der Jenaer Erklärung heißt es dazu: "Es gibt – um es explizit zu sagen – somit nicht nur kein einziges Gen, welches 'rassische' Unterschiede begründet, sondern noch nicht mal ein einziges Basenpaar."

Der größte Teil der genetischen Unterschiede ist zudem nicht zwischen geographischen Gruppen, sondern zwischen den Individuen ein und derselben Population zu finden. Die höchste genetische Vielfalt findet man auch heute noch bei Menschen auf dem afrikanischen Kontinent, da dort die Wurzeln und somit auch die meisten Verzweigungen im menschlichen Stammbaum liegen. In der Jenaer Erklärung schreiben die Biologen: "Menschen außerhalb Afrikas sind somit näher verwandt mit Menschen aus Ostafrika, wie den Hadza, als diese mit Menschen aus Südafrika, zum Beispiel mit den Khoisan. Aus stammesgeschichtlicher Sicht sind somit alle Menschen Afrikaner. Es ist deshalb geradezu paradox von 'dem Afrikaner' zu sprechen oder aus welchem Grund auch immer von 'Schwarzafrikaner'.” Dabei handle es sich um ein Relikt kolonialer Sprache und Denkens, schließlich sei die Hautfarbe eines Khoisan aus Südafrika weniger pigmentiert als die von Menschen, die in Südostasien oder in Südamerika entlang des Äquators leben.

"Rasse" ist nicht geeignet, die Vielfalt der Menschen widerzuspiegeln

Natürlich gibt es genetisch bedingte Unterschiede zwischen den Menschen, das will auch niemand leugnen. Das Rassenkonzept erweist sich jedoch nicht als geeignet, um diese angemessen zu erfassen. Bei der Debatte, das Wort "Rasse" aus dem Grundgesetz zu streichen, geht es deshalb auch nicht nur um sprachpolitische Korrektheit. Dass sich bestimmte äußere Merkmale wie die Hautfarbe mit bestimmten Eigenschaften oder angeblich genetisch bedingten Persönlichkeitsmerkmalen verknüpfen lassen, ist inzwischen eindeutig widerlegt. "Diese Argumentation heute noch als angeblich wissenschaftlich zu verwenden, ist falsch und niederträchtig", schreiben die Wissenschaftler, die die Jenaer Erklärung aufgesetzt haben. Natürlich wird eine bloße Umformulierung des Grundgesetzes Intoleranz, Diskriminierung und Rassismus nicht verhindern. Aber die Debatte darum ist ein erster Schritt, um ein Bewusstsein zu schaffen, warum solche problembehafteten Wörter nicht mehr benutzt werden sollten.

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20.06.2020

Ich glaube ja, dass es bei der Diskussion um Rassen in Wirklichkeit nur darum geht, was gegen Rassismus zu tun, oder? Dann ist es wirklich am besten man schafft Rasse ab, weil dann ist der Rassismus auch gleich mit weg. So ähnlich wie es ohne Sex keinen Sexismus, ohne Terror keinen Terrorismus, ohne Islam keinen Islamismus und ohne Kapital keinen Kapitalismus geben kann. Ist doch eigentlich ganz einfach, oder nicht? (das waren jetzt nur Beispiele und ich möchte auch nicht auf alles verzichten)

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20.06.2020

"Ich glaube ja, dass es bei der Diskussion um Rassen in Wirklichkeit nur darum geht, was gegen Rassismus zu tun, oder?"

Was spricht dagegen oder möchten Sie den Rassismus weiterführen, obwohl dadurch vielen Menschen großes Leid angetan wurde.

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20.06.2020

Wir sollten zunächst einmal zwischen der Frage, ob es Rassen beim Menschen gibt, und der Frage, ob es genetische Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen gibt, unterscheiden.

"Rasse" ist ein Einteilungssystem aus der Biologie. Eine Rasse oder auch Unterart bezeichnet eine Teilpopulation einer Art, die bestimmte Gene gemein haben. Da dieses Klassikationssystem wie die gesamte Biosystematik (Reich > Stamm > Klasse > Ordnung > Familie > Gattung) in einer Zeit vor der modernen DNA-Forschung entstand, in der Verwandschaftsbeziehungen zwischen den Spezies vor allem anhand äußerer Merkmale erforscht werden konnte, erfolgte die Einteilung in Rassen bei Menschen wie bei Tieren aufgrund äußerer Merkmale. Und das ist auch schon alles - rein äußere Merkmale. Irgendwelche Unterschiede hinsichtlich genetischer Persönlichkeitsmerkmale sind dafür überhaupt nicht erforderlich. Sie spielen für die Frage nach der Existenz von Rassen überhaupt keine Rolle.
Wir sollten zunächst einmal zwischen der Frage, ob es Rassen beim Menschen gibt, und der Frage, ob es genetische Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen gibt, unterscheiden.

"Rasse" ist ein Einteilungssystem aus der Biologie. Eine Rasse oder auch Unterart bezeichnet eine Teilpopulation einer Art, die bestimmte Gene gemein haben. Da dieses Klassikationssystem wie die gesamte Biosystematik (Reich > Stamm > Klasse > Ordnung > Familie > Gattung) in einer Zeit vor der modernen DNA-Forschung entstand, in der Verwandschaftsbeziehungen zwischen den Spezies vor allem anhand äußerer Merkmale erforscht werden konnte, erfolgte die Einteilung in Rassen bei Menschen wie bei Tieren aufgrund äußerer Merkmale. Und das ist auch schon alles - rein äußere Merkmale. Irgendwelche Unterschiede hinsichtlich genetischer Persönlichkeitsmerkmale sind dafür überhaupt nicht erforderlich. Sie spielen für die Frage nach der Existenz von Rassen überhaupt keine Rolle.

Man kann zwar argumentieren, dass dieses Klassifikationssystem "Rasse" generell nicht auf den Menschen oder (überhaupt auf andere Spezies) anzuwenden sei. Aber dass es beim Menschen keine Rassen gäbe, dass es keine biologische Grundlage dafür gäbe, ist schlicht fasch. Die notwendigen biologischen Vorraussetzungen, um die Menschheit in Rassen zu unterteilen -- nämlich äußere Unterschiede -- sind vorhanden. Die Aussage, es gibt keine menschlichen Rassen ist gleichbedeutend mit der Aussage, dass alle Menschen gleich aussehen.





Man kann zwar argumentieren, dass dieses Klassifikationssystem "Rasse" generell nicht auf den Menschen oder (überhaupt auf andere Spezies) anzuwenden sei. Aber dass es beim Menschen keine Rassen gäbe, dass es keine biologische Grundlage dafür gäbe, ist schlicht fasch. Die notwendigen biologischen Vorraussetzungen, um die Menschheit in Rassen zu unterteilen -- nämlich äußere Unterschiede -- sind vorhanden. Die Aussage, es gibt keine menschlichen Rassen ist gleichbedeutend mit der Aussage, dass alle Menschen gleich aussehen.




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20.06.2020

Das Problem an diesem Artikel ist, dass er sich nur auf die „Jenaer Erklärung“ stützt, und damit auf die Einzelmeinung von vier Zoologen. Diese Erklärung stellt jedoch keine wissenschaftliche Arbeit, keine Studie oder Übersichtsarbeit, dar sondern ein politisches Manifest. Es fällt auf, dass die Autoren vor allem moralisch und politisch argumentieren als wissenschaftlich und keine einzigen Quellenbeleg für ihre Thesen anführen.

Dass die Menschen zu stimmen zu 99 Prozent in ihren DNA-Sequenzen übereinstimmen, ist ein häufiges aber zugleich lange widerlegtes Argument für die vermeintliche genetische Einheitlichkeit des Menschen. Zum Vergleich: Menschen und Schimpansen stimmen auch in über 98,5% Prozent in ihren DNA-Sequenzen überein. Eine Abweichung von nur 1,5% sind also ausreichend, um zwei vollkommen unterschiedliche Arten hervorzubringen. Das liegt daran, dass die Sache mit der DNA doch komplizierter ist als dass man die genetische Gemeinsamkeit einfach so mit Prozentangaben quantifitizieren könnte. Einige Gene sind nämlich mächtiger als andere und andere Gene aktivieren/deaktivieren. Auch können identische DNA-Sequenzen sehr unterschiedliche Informationen speichern.

„Dass sich bestimmte äußere Merkmale wie die Hautfarbe mit bestimmten Eigenschaften oder angeblich genetisch bedingten Persönlichkeitsmerkmalen verknüpfen lassen,“ heute eindeutig „widerlegt“ sei, ist ebenfalls falsch.

Diese Ansicht widerspricht völlig bereits den Gesetzen der Evolution, nach denen Populationen durch Selektionsdruck an ihre jeweilige Umwelt angepasst werden.
Denn die Unterschiede in den äußeren Merkmale sind die Folge des Ausgesetzseins unter bestimmten Umweltbedingungen, die wiederum auch die Persönlichkeitsmerkmale beeinflussen.
Die Aussage, dass es keine Verknüpfung zwischen genetischen äußerlichen Merkmalen und Persönlichkeitsmerkmalen gäbe, ist also gleichbedeutend mit der Behauptung, dass die Evolution sich auf alle äußere Merkmale auswirkt aber merkwürdigerweise nicht auf das für das Überleben des Menschen wohl wichtigste Organ - das Gehirn.


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20.06.2020

Die Erklärung von Jena ist keine Einzelmeinung, sondern sie wird von vielen und bedeutenden Biologen getragen.
https://www.uni-je-na.de/unijenamedia/Universit%C3%A4t/Abteilung+Hochschulkommunikation/Presse/Jenaer+Erkl%C3%A4rung/Jenaer_Erklaerung.pdf

„Rasse“ ist ein extrem belasteter und missbrauchter Begriff.

In der Wissenschaftszeitung spektrum wird es so definiert:
„Rassen sind Populationen einer Art, die sich in ihrem Genbestand (Allelenbestand, Genpool) und damit auch in ihrer Merkmalsausprägung (phänotypisch) von anderen Populationen derselben Art (Spezies) in einem Ausmaß unterscheiden, das eine taxonomische Abtrennung (und damit Belegung mit einem eigenen Rassennamen = Trinomen, Nomenklatur) rechtfertigt.“
https://www.spektrum.de/lexikon/biologie-kompakt/rasse/9662

Nach meinem Kenntnisstand unterscheiden sich in ihren Genen beispielsweise die „eingeborenen Deutschen“ untereinander mehr als sie sich beispielsweise von den Afrikanern unterscheiden.

WELCHER RASSE WÜRDEN SIE, MARKUS L., SICH DENN AN ALS ZUGEHÖRIG BEZEICH-NEN?

Hinzu kommt, dass der Rassenbegriff benutzt wurde, um Minderwertigkeit und Überlegenheit von Menschen zu postulieren. Die Rassenkunde der Nazis hat dies dann zur Rechtfertigung der Ermordung von Millionen Menschen benutzt.

Mir hat ein Freund erzählt, wie er als Kind in den 1930er Jahren ins Augsburger Rathaus einbestellt wurde, wo er vermessen wurde, welcher Rasse er angehöre. Nach den Nürnberger Rassegesetzen wurde dann selektiert.

Insofern ist die Erklärung von Jena wichtig. Sie wird eingeleitet mit den Sätzen:
„Anlässlich der 112. Jahrestagung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft in Jena hat das Institut für Zoologie und Evolutionsforschung der Friedrich-Schiller-Universität Jena eine öffentliche Abend-veranstaltung zum Thema „Jena, Haeckel und die Frage nach den Menschenrassen: wie Rassismus Rassen macht“ ausgerichtet.
Die folgende, gemeinsame Erklärung soll darüber informieren.
Der Vorstand der Deutschen Zoologischen Gesellschaft und der Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena unterstützen die Autoren in dem Bestreben mit dieser Erklärung gegen scheinbar wissenschaftliche Rechtfertigungen für Rassismus vorzugehen.“


Raimund Kamm

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19.06.2020

Die einen sagen so und die anderen sagen so und dann gibt es andere, die sagen wieder ganz anders.

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19.06.2020

In dem Artikel wird es Ihnen doch lang und breit wissenschaftlich erklärt.
Aber Sie wollen es halt nicht verstehen.

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19.06.2020

Danke für diese ausführlichen Informationen!

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