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Washington
23.08.2015

Die Panda-Zwillinge sind da - und der Zoo überrascht

Eines der beiden Panda-Babys wird kurz nach der Geburt von Tierärzten untersucht.
Foto: Pamela Baker-Masson / Smithsonian's National Zoo (dpa)

Der Zoo von Washington freut sich über die Geburt von Riesenpanda-Zwillingen. Bärin Mei Xiang brachte am Samstag zunächst ein Junges zur Welt und fünf Stunden später ein zweites.

Das teile die Verwaltung des Smithsonian National Zoo mit. Nach Angaben des leitenden Zoo-Tierarztes sind die Jungtiere wohlauf, aber noch nicht über den Berg.

Ein Panda so groß wie eine Maus

Die Geburt von Zwillingen kam offenbar auch für den Zoo selbst überraschend, der im Vorfeld von nur einer erwarteten Geburt gesprochen hatte. Das erste winzige Jungtier wurde um 17.35 Uhr (Ortszeit, 23.35 Uhr MESZ) geboren. Das Kleine ist nur etwa so groß wie eine Maus und noch ohne Fell. Mei Xiang - übersetzt heißt ihr Name "Schöner Duft" - nahm das Panda-Baby zärtlich auf.

Wenige Stunden später, um 22.07 Uhr Ortszeit, gebar die Panda-Dame überraschend ein zweites Jungtier. Sie habe im Büro gesessen, als sie Mei Xiang über die Video-Übertragung stöhnen hörte, sagte die Panda-Expertin des Zoos, Laurie Thompson. "Ich schaute auf den Bildschirm und da kam schon das Kleine."

Den Jungtieren ging es recht gut: "Wir sind ganz aus dem Häuschen, dass alles so gut läuft", sagte am Sonntag der leitende Zoo-Tierarzt Don Neiffer. Die Jung-Pandas hätten schon "starke" Stimmen und seien "sehr, sehr aktiv", das seien gute Zeichen. Die Neugeborenen sollen nun im Wechsel mit ihrer Mutter zusammengebracht werden, damit beide genug Zeit mit ihr verbringen. Chef-Tierarzt Neiffer sprach von einer "kritischen Phase". Es sei unklar, wann die Jungtiere "über den Berg" seien.

Zoodirektor Dennis Kelly hatte sich bereits nach der ersten Geburt begeistert gezeigt. Zwar sei das Junge sehr empfindlich, "aber wir wissen, dass Mei eine tolle Mutter ist". Kurz vor der Bekanntgabe der ersten Geburt veröffentlichte der Zoo ein kurzes Video, in dem zu sehen war, wie die Fruchtblase der Bärin platzte. Anschließend brach die Live-Video-Übertragung aus dem Panda-Gehege zusammen - offenbar wegen einer Vielzahl an Zuschauern.

Bärin Mei Xiang war künstlich befruchtet worden.
Foto: Smithsonian's National Zoo, dpa

Mei Xiang war im April künstlich mit dem Sperma des in einer Panda-Forschungsstation in China lebenden Männchens Hui Hui sowie mit dem ihres Zoo-Mitbewohners Tian Tian befruchtet worden. DNA-Tests sollen später zeigen, wer der Vater der Jungtiere ist. Auch deren Geschlecht soll erst später untersucht werden.

Die Pandabärin hatte bereits 2005 ein Junges zur Welt gebracht, das nach China gebracht wurde. Vor zwei Jahren brachte Mei Xiang das Panda-Baby Bao Bao zur Welt - den heutigen Publikumsliebling der Zoobesucher. Wenige Stunden nach der Geburt hatte Mei Xiang zudem eine Totgeburt. 2012 gebar sie ebenfalls ein Junges, das aber nur sechs Tage überlebte.

Bao Bao ist Publikumsliebling.
Foto: Michael Reynolds, dpa

Der Große Panda gehört zu den am stärksten bedrohten Tierarten der Erde. In China leben staatlichen Medien zufolge noch 1864 Tiere in freier Wildbahn. Den als notorische Sexmuffel bekannten Tieren setzt der Verlust ihres natürlichen Lebensraums zu, deshalb spielt ihre Zucht in Gefangenschaft für das Überleben ihrer Gattung eine wichtige Rolle. afp/AZ

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