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Nicolas Roeg

25.11.2018

"Wenn die Gondeln Trauer tragen" - Nicolas Roeg ist tot

Regisseur Nicolas Roeg war mit seiner Frau, der Schauspielerin Teresa Russel, zu Gast beim Münchner Filmfest.
Bild: Istvan Bajzat, dpa

Er zählte zu den originellsten Filmemachern Großbritanniens, holte auch Mick Jagger und David Bowie vor die Kamera. Nun starb Nicolas Roeg in hohem Alter.

Nicolas Roeg ist tot. Der britische Kult-Filmregisseur starb starb Freitagnacht im Alter von 90 Jahren, wie sein Sohn Nicolas Roeg Junior der britischen Nachrichtenagentur PA bestätigte. Sein bekanntestes Werk ist der Horrorfilm "Wenn die Gondeln Trauer tragen" aus dem Jahr 1973.

Julie Christie und Donald Sutherland spielen darin trauernde Eltern, die denken, dass sie ihre tote Tochter auf einer Reise nach Venedig sehen. Wegen einer Sexszene zwischen Christie und Sutherland wurde viel diskutiert, viele hielten sie für echt. Selbst vier Jahrzehnte später sah sich Sutherland diesbezüglich zu einer Stellungnahme gezwungen: "Nicht wahr. Nichts davon."

Nicolas Roeg verschrieb sein Leben dem Film

Roeg hielt in seinen Filmen die Zuschauer bis zur letzten Szene mit seiner typischen assoziativen Schnitt-Technik in Atem. John Preston von der britischen Zeitung The Telegraph beschrieb ihn einmal als kleinen, gnomenhaften Mann mit Segelohren, der in seinem eigenen Film-Universum lebt; so besessen, dass er wie darin verstrickt wirkt.

Filmemacher Duncan Jones, der Sohn von David Bowie, würdigte Roeg im Kurznachrichtendienst Twitter als einen "großen Geschichtenerzähler" und "einzigartig". "Danke, dass du so viele mutige Entscheidungen getroffen hast und diesem komischen jungen im Schlafanzug eine dauerhafte Liebe zum Filmemachen beschert hast", schrieb Duncan Jones, Roeg zu Ehren unter das Bild, das ihn selbst mit Dawid Bowie und Roeg zeigt.

 

Bowie, der 2016 starb, hatte beim Film "Der Mann, der vom Himmel fiel" die Hauptrolle gespielt. Immer wieder arbeitete Roeg mit Rockstars und anderen Größen des Showgeschäfts zusammen.

Das britische Filminstitut BFI nannte Roeg eine treibende Kraft des Kinos. Er habe einige der "ergreifendsten Momente der Schönheit, des Grauens und der Traurigkeit erschaffen, die man je gesehen hat".

Nicolas Roeg arbeitete als Kameraassistent

Geboren 1928 in London, arbeitete sich Roeg in den Filmstudios gegenüber seinem Elternhaus vom Laufburschen zum Kameraassistenten hoch und drehte schließlich als Kameramann der Second Unit für den Oscar-gekrönten Film "Lawrence von Arabien" (1962). Das australische Drama "Walkabout" (1971) etablierte Roeg und seine Montagetechnik als visionär. An der Kinokasse floppte der Film, doch auf Nummer sicher gehen war nicht Roegs Stil. "Ich habe nie versucht, meinen Ruf zu verbessern", sagte er einmal dem Telegraph. Hier geht es zum Porträt von Nicolas Roeg. (dpa)

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