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Wuppertal
28.06.2019

Mann lagert Artikel über vermisste Kinder im Safe: Polizei gräbt Garten um

Ein Polizist bringt eine mit einer Decke abgedeckte Person aus einem Haus in dem Kinderpornografie gefunden wurde zu einem Rettungswagen.
Foto: David Young, dpa

Bei der Durchsuchung bei einem 83-Jährigen wegen Kinderpornografie sind Artikel über vermisste Kinder gefunden worden. Deshalb lässt die Polizei nun den Garten umgraben.

Nach dem Fund von Kinderpornografie und Zeitungsartikeln über vermisste Kinder bei einem 83-Jährigen in Wuppertal geht nun eine aufwendige Suchaktion weiter. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass an diesem Freitag im Garten des Seniors gegraben wird. Laut Augenzeugen sind auf dem verwahrlosten Grundstück mit zugewachsenem Teich zwei Bagger platziert worden. Dabei handele es sich um einen THW-Bagger und einen Kleinbagger. "Gefunden haben wir bisher nichts", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagabend zur Suche im Garten.

83-Jähriger lagert Artikel über vermisste Kinder im Safe

In einem Safe fanden Beamte Zeitungsartikel über vermisste Kinder. Der Verdächtige habe beteuert, keinem Kind etwas angetan zu haben. "Wir haben bis jetzt keinen Hinweis, dass es zu so einem Delikt gekommen ist", sagte Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert am Donnerstagabend der Deutschen Presse-Agentur. Um aber dennoch sicher zu gehen, dass nichts übersehen werde, werde in dem Garten gegraben. 

Gegen den Senior sei am Donnerstag Haftbefehl erlassen worden. Dieser sei vom zuständigen Richter gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden. Die Polizei hatte am Mittwoch bei einer Durchsuchung 50 Festplatten, mehrere Laptops und Computer mit umfangreichem Bildmaterial im Haus sichergestellt. Eine erste Sichtung bestätigte den Verdacht, dass der Mann im Besitz von Kinderpornografie ist. Außerdem fanden die Beamten einen scharfen Revolver und Teile einer Panzerabwehrrakete ohne Sprengkopf. Deshalb musste auch der Kampfmittelräumdienst anrücken.  

Kinderpornografie: 83-Jähriger arbeitete ehrenamtlich mit Schülern

Ebenfalls ins Visier der Ermittler geriet vorübergehend der in Dortmund lebende 52-jährige Sohn, in dessen ehemaligem Kinderzimmer ebenfalls einschlägiges Bildmaterial gefunden wurde. Bei der Durchsuchung seiner Dortmunder Wohnung sei aber nichts Verdächtiges entdeckt worden. Daneben kam heraus: Der 83-Jährige hat ehrenamtlich Schüler bei deren Hausaufgaben betreut. Die Polizei nahm Kontakt zu den Einrichtungen auf und startete zusätzliche Ermittlungen. Nach derzeitigem Stand gebe es aber keine Hinweise, dass der Beschuldigte sein Ehrenamt ausgenutzt hat, um Kinder sexuell zu missbrauchen. Bis zu 80 Polizisten seien am Mittwoch und Donnerstag im Einsatz gewesen.

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