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Frühling

24.03.2015

Zecken-Saison beginnt: So schützen Sie sich gegen die Blutsauger

In Büschern und Gräsern lauern wieder Zecken. So schützen Sie sich gegen die Blutsauger.
Bild: Stephan Jansen, dpa/lby (Symbolfoto)

In Gräsern und Büschen sind Zecken bereits jetzt in Aktion. Welche Krankheiten können die Blutsauger übertragen - und wer sollte sich vorsorglich impfen lassen?

Zwar sind die Frühlingsnächte in Deutschland noch ziemlich kalt. Doch die Zecken sind längst in Aktion. Schon bei Temperaturen ab etwa sieben Grad Celsius werden die kleinen Blutsauger agil und lauern auf Gräsern und Büschen. Damit steigt auch für Spaziergänger und spielende Kinder die Gefahr von Zeckenbissen.

Wo sind Zecken aktiv?

Die Blutsauger lauern in Wäldern und Parks, aber auch im heimischen Garten auf Gräsern, Farnen oder Sträuchern. Von dort aus gelangen sie zu vorbeilaufenden Tieren oder Menschen und beißen sich an weichen Hautpartien wie Kniekehlen, unter den Armen und am Haaransatz fest. Mit Hilfe ihres mit Widerhaken versehenen, stachelartigen Mundwerkzeugs bohren sie sich in die Haut, um Blut zu saugen. Dabei kann es zur Übertragung gefährlicher Krankheitserreger kommen.

Drohen Zeckenstiche nur in der wärmeren Jahreszeit?

In der Regel halten die achtbeinigen Blutsauger von November bis Ende Februar Winterruhe. Allerdings beobachten Experten, dass sie wegen des Klimawandels und milder Winter ihre Aktivitäten ausweiten. Nach Angaben der Parasitologin Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim finden sich heute das ganze Jahr über aktive Zecken. Allerdings lieben die Blutsauger ein feucht-warmes Milieu. Fällt das Frühjahr zu trocken aus, stört dies die Entwicklung der Tiere.

Zecken: Schätzungen zu den Krankenheitsfällen schwanken zwischen 40.000 und 120.000 pro Jahr

Welche Krankheiten können Zecken übertragen?

Zecken können den Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen, einer virusbedingten Hirnhaut- oder Gehirnentzündung. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) erkrankten 2013 daran rund 420 Menschen. Gegen FSME schützt eine aus drei Einzeldosen bestehende Impfung, die dann alle drei bis fünf Jahre aufzufrischen ist.

Am häufigsten wird die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose übertragen, die Nervensysteme und Gelenke schädigen kann. Die Schätzungen zu den Krankenheitsfällen schwanken sehr stark zwischen 40.000 und 120.000 pro Jahr. Treten binnen vier Wochen grippeähnliche Symptome, Fieber, Lymphknotenschwellungen oder die sogenannte Wanderröte auf, sollte sicherheitshalber ein Arzt aufgesucht werden. Denn sonst drohen noch nach Jahren Spätfolgen. Eine Schutzimpfung dagegen gibt es nicht. Früh erkannt, lässt sich die Infektion aber gut mit Antibiotika behandeln.

Wie hoch ist das Risiko einer Erkrankung?

Als FSME-Risikogebiete derzeit 142 Kreise in Deutschland. Dazu zählen fast ganz Bayern und Baden-Württemberg, aber auch Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und des Saarlands sowie der Vogtlandkreis in Sachsen. Experten schätzen, dass in Risikogebieten etwa eine von 1000 bis eine von 100 Zecken mit FSME befallen sind. Jede dritte Infektion führt beim Menschen zur Erkrankung. Die Borreliose kommt in ganz Deutschland vor - je nach Region trägt bis zu einem Drittel der Zecken die Erreger in sich. Die Erreger werden aber erst übertragen, wenn die Zecke bereits einige Stunden Blut gesaugt hat.

Vor Reisen etwa nach Tschechien und Österreich kann eine Zecken-Impfung ratsam sein

Wer sollte sich vorsorglich impfen lassen?

Eine Impfung gegen FSME wird denjenigen empfohlen, die sich in den Risikogebieten aufhalten - und sei es nur im Urlaub. Auch vor Reisen ins Ausland, etwa nach Tschechien und Österreich, kann eine FSME-Impfung ratsam sein.

Wie kann man sich noch schützen?

Spaziergänger sollten in Wald, Feld und Wiese lange Kleidung und feste Schuhe tragen. Über die Hosenbeine gestülpte Strümpfe erschweren den Zecken die Suche nach nackter Haut. Anti-Zecken-Mittel bieten nur einen begrenzten Schutz für einige Stunden. Nach einem Ausflug ins Freie sollte jeder seinen Körper gründlich absuchen. Das gilt auch für Kinder nach dem Spielen. afp

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