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Das Schicksal der Melanie Frank

09.04.2009

Zehn Jahre vermisst - Mädchen ist tot

Melanie Frank.
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Melanie Frank.

Melanie Frank holte für ihre Mutter Zigaretten. Die 13-Jährige kehrte nicht zurück. Das war vor zehn Jahren. Ein skelettierter Schädel gibt nun Aufschluss.

Von ddp-Korrespondentin Kathrin Hedtke

Wiesbaden/Kisselbach. Nach zehn Jahren haben ihre Mutter und ihre Oma traurige Gewissheit: Melanie Frank ist tot

Die 13-Jährige hatte im Juni 1999 in Wiesbaden abends das Haus verlassen, um für ihre Mutter Zigaretten zu holen. Seither fehlte von dem blonden Mädchen jede Spur - bis jetzt. Knapp 70 Kilometer vom Wohnhaus entfernt hatten Forstarbeiter in einem Wald bei Kisselbach im Rhein-Hunsrück-Kreis einen menschlichen Schädel gefunden, dessen DNA nach Angaben des hessischen Landeskriminalamtes jetzt der vermissten Melanie zugeordnet werden konnte. "Aus einem Vermisstenfall ist ein Tötungsdelikt geworden", sagt ein Polizeisprecher am Mittwoch. Auf den Täter gibt es bislang keine Hinweise.

Mit Hunden und Metalldetektoren durchkämmen am Mittwoch 30 Polizisten auf der Suche nach weiteren Skelettteilen das Waldstück. Mit einem Traktor heben sie Baumteile zur Seite, mit Schaufeln graben sie im Erdboden. Sämtliche Fundstücke werden vorsichtig eingesammelt. Seit dem Verschwinden des Mädchens hatten die Ermittler ihre Suche auf die Umgebung des Heimatsorts im Wiesbadener Stadtteil Klarenthal konzentriert. Ein Zeuge hatte das Kind zuletzt in der Nähe ihres Hauses vor einem Zigarettenautomaten gesehen. "Wir hatten keinen Anhaltspunkt, wo wir sonst hätten suchen sollen", sagt der Polizeisprecher.

Insgesamt wurden seither 370 Personen aus Melanies Umfeld vernommen und etliche Grundstücke durchforstet, ein dicht bewachsenes Gelände in der Nähe ihres Elternhauses wurde extra abgeholzt. Doch ohne Erfolg.

Der Zufall kam den Ermittlern zu Hilfe: Mitte August 2008 entdeckten Waldarbeiter im Hunsrück einen vollständig skelettierten Schädel und alarmierten die Polizei. Beamte fanden daraufhin in dem Waldstück noch einen Oberschenkelknochen. Es folgten zeitintensive rechtsmedizinische Untersuchungen und ein Abgleich mit der DNA-Datei. Ende März 2009 war klar: Bei den Skelettteilen handelt es sich um die sterblichen Überreste von Melanie.

Bislang gibt es keine Angaben darüber, wie das Mädchen zu Tode kam. Auch ist unklar, wie die Leiche in das Waldstück gelangte. Doch der Fund bietet den Ermittlern einen neuen Ansatz für ihre Suche nach dem Täter. "Die neuen Erkenntnisse haben die Ermittlungen vorangetrieben", betont der Polizeisprecher. Die Beamten werden die Gegend nun genauer unter die Lupe nehmen und nach möglichen Zeugen suchen. Sie hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Zehn Jahre sind eine lange Zeit. Doch vielleicht erinnere sich ein Spaziergänger an etwas Verdächtiges, sagt der Sprecher. Das könnte ein dunkles Auto sein oder ein weggeworfenes Kleidungsstück. Zudem wurde Melanie kurz vor ihrem Verschwinden zusammen mit einem schlanken Mann in blauer Arbeitskleidung gesehen. Die Polizei überprüft nun, welche Firmen aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis damals Arbeiten im Wiesbadener Stadtteil durchführten.

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